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Grüne Unternehmen: Freistaat fördert Gründerausbildung an der Hochschule Coburg

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Die Gesellschaft und die Wirtschaft brauchen Menschen mit Ideen, die
unternehmerische Chancen entwickeln, erkennen und umsetzen - und dabei
alle Aspekte der Nachhaltigkeit im Blick haben. Dies wollen die
Hochschulen in Coburg und Ingolstadt durch die Förderung von
unternehmerischem, in die Zukunft gerichtetem Denken und Handeln bei
Studierenden unterstützen. Das bayerische Wissenschaftsministerium fördert
das Verbundprojekt mit insgesamt gut 1,9 Millionen Euro.

ERIC ist ein Verbundprojekt der Hochschule Coburg und der Technischen
Hochschule Ingolstadt, die Abkürzung steht für „Entrepreneurship Track for
Regional Impact on Global Challenges“. Der Fokus liegt auf der Entwicklung
von unternehmerischen Lösungen zu Fragestellungen auf regionaler Ebene –
und dabei geht es speziell um Lösungen, die positive Wirkung (englisch
„Impact“) auf Ökologie und Gesellschaft haben und Antworten auf globale
Herausforderungen geben. Gesundheit und Nachhaltigkeit bei Energie,
Mobilität, Stadtplanung, Produktion und Konsum gehören dabei zu den großen
Themen. Die geplanten Maßnahmen haben die „17 Ziele für nachhaltige
Entwicklung“ der Vereinten Nationen als Rahmenwerk und werden in enger
Kooperation mit regionalen Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft,
Zivilgesellschaft und Politik umgesetzt. Mit ERIC wird an den beiden
Hochschulen das Potenzial für impact-orientierte Gründungen aktiv
gefördert.

Vom Bewusstsein für sozial-ökologische Fragen bis zur Gründung
Die Lernreise bei den in Summe rund 12.000 Studierenden startet beim
Bewusstsein für sozial-ökologische Fragen in Bezug auf Gründungen und geht
nach der Vermittlung und Anwendung von Methoden zur Entwicklung, Bewertung
und Realisierung von wirtschaftlich, ökologisch und sozial zukunftsfähigen
Unternehmen in Pilot-Vorhaben und Gründungen über. Konkret geplant sind
dafür beispielsweise Events wie ein Lab-of-Change-Festival, praxis-
orientierte, interdisziplinäre Lehrveranstaltungen und Lab-of-Change
Projekte, die den Kern eines neuen Zertifikats „Sustainable & Digital
Entrepreneurship“ als fakultätsübergreifendes Angebot der Hochschule
Coburg darstellen.

Das bayerische Wissenschaftsministerium hat nun bekannt gegeben, dass es
das Verbundprojekt im Rahmen der „Förderung der impact-orientierten
Entrepreneurship-Ausbildung“ unterstützt. Sechs Anträge von insgesamt 14
bayerischen Hochschulen und Universitäten wurden bewilligt. Von den rund
elf Millionen Euro Fördergeld gehen etwa 1,9 Millionen an ERIC, wobei im
Verbund jeweils etwa die Hälfte nach Coburg und nach Ingolstadt fließt.
Das Projekt soll 2022 starten und ist auf vier Jahre angelegt.

Ausbildung für eine Generation der Problemlöser und Problemlöserinnen
Wissenschaftsminister Bernd Sibler erklärte, ihm gehe es darum, die
Hochschulen darin zu stärken, die nächste Generation von Problemlöserinnen
und Problemlösern auszubilden, die sich um eine auch in Zukunft
lebenswerte Gesellschaft kümmern. „Denn während in der Vergangenheit vor
allem ökonomische Effekte wie Umsatz, Gewinn und Rendite bei der
Entrepreneurship-Qualifizierung im Vordergrund standen, werden inzwischen
auch die gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen bei der Planung,
Umsetzung und Weiterentwicklung von Gründungen berücksichtigt. Dafür
braucht es neue und integrative Ausbildungsinhalte.“

An der Hochschule Coburg ist die Gründungsunterstützung aktuell dezentral
organisiert. An jeder Fakultät gibt es einen Gründungsbeauftragten.
Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Christiane Fritze waren
Unternehmensgründungen in der Region von Anfang an sehr wichtig. „Es ging
immer darum, unternehmerisches Denken und Handeln an die Studierenden zu
vermitteln. Mit ERIC haben wir dann auch die dafür nötigen Ressourcen.“
Künftig sollen die Entrepreneurship-Aktivitäten in einem Entrepreneurship-
Hub gebündelt werden. Strategisch unterstützt werden die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter dort von der Hochschulleitung und den Entrepreneurship-
Experten der Hochschule, unter anderem von der Professorin für
Entrepreneurship Dr. Stefanie Wrobel, die den Antrag federführend für die
Hochschule entwickelt hat. Sie ist Nachhaltigkeitsbeauftragte der
Hochschule und Bindeglied nach Ingolstadt.
Prof. Dr. Felix Weispfenning, Vizepräsident für Transfer und
Öffentlichkeitsarbeit erklärt: „Über Creapolis, die Innovations- und
Vernetzungsplattform der Hochschule, sowie die institutionelle Beteiligung
an verschiedenen Netzwerken ist die Hochschule stark in regionale
Gründungsaktivitäten eingebunden.“ Dazu zählen beispielsweise das
Innovationszentrum Kronach (IZK), das Forschungs- und Anwendungszentrum
für digitale Zukunftstechnologien (FADZ) in Lichtenfels, die Wirtschaft-
Innovation-Region-zwischen Rennsteig und Main (WIR) und das Digitale
Gründerzentrum Zukunft.Coburg.Digital.