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Zugang zu sauberem Wasser und eine nachhaltige, netzunabhängige Energieversorgung für Afrika

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Mit einem Budget von 8 Millionen Euro für vier Jahre wird SophiA
Containerlösungen für Krankenhäuser entwickeln, die natürliche
Kältemittel, Solarthermie und Photovoltaik nutzen, um immer mehr Menschen
in Afrika den Zugang zu umweltfreundlicher Energie für Strom, Heizung und
Kühlung von Medizin und Gesundheitseinrichtungen sowie zu sicherem und
sauberem Trinkwasser zu ermöglichen und so die Lebensqualität auf
nachhaltige Weise zu verbessern.

Gefördert durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der
Europäischen Union und koordiniert von der Hochschule Karlsruhe (HKA),
fand im Oktober 2021 das erste Treffen des Konsortiums von SophiA statt.
Mehr als 50 Teilnehmer, die die 13 Projektpartner vertraten, sowie
Mitglieder des Beirats und der Freunde von SophiA nahmen an dem Treffen
teil, das als Präsenzveranstaltung in Karlsruhe und online organisiert
wurde. Bei diesem offiziellen Start des Projekts wurden die Teilnehmer von
Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Prof. Dr. Franz
Quint, Prorektor für Forschung, Kooperationen und Qualitätsmanagement der
HKA, und Vertreter der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Umwelt und
Infrastruktur (CINEA) begrüßt.

SophiA kurz und bündig

Die Projektpartner von SophiA haben sich zum Ziel gesetzt, eine
nachhaltige, netzunabhängige Energieversorgung und bakterien- und
virenfreies Wasser für ländliche und abgelegene Gesundheitseinrichtungen
in Afrika bereitzustellen und damit die nachhaltige Entwicklung, das
Wachstum und den wirtschaftlichen Wandel zu beschleunigen sowie einen
besseren Zugang zu Energie und Gesundheitsdiensten für alle zu
gewährleisten.

Unter Verwendung verschiedener Technologien, wie Photovoltaik,
Solarthermie, elektrische und thermische Speicherung, effiziente
Wasseraufbereitung und natürliche Kältemittel mit geringem
Treibhauspotenzial, wird SophiA vor Ort innovative, modulare,
erschwingliche und effiziente solarbetriebene Systeme entwickeln und
herstellen, die Folgendes bieten:

- Stromversorgung für den Einsatz bei Stromnetzausfall
- sicheres und sauberes Trinkwasser, frei von Bakterien und Viren;
- Warmwasser und bei Bedarf auch Dampf zum Sterilisieren;
- Kühlung von chirurgischen oder intensivmedizinischen Einheiten;
- Kühlung von Arzneimitteln bei +5 °C und – wenn erforderlich – von
Lebensmitteln;
- Kältelagerung von Blutplasma bei -30 °C;
- Lagerung von empfindlichen Medikamenten (z. B. einige Covid-19- oder
Ebola-Impfstoffe) bei sehr niedrigen Temperaturen bei -70 °C.

Darüber hinaus wird PV MedPort, eine einfache und zu 100 % solarbetriebene
Lösung, entwickelt und als mobile Gesundheitsstation in kleinen
abgelegenen Gebieten unter vier verschiedenen geografischen und
klimatischen Bedingungen in Afrika getestet.

SophiA-Systeme werden in Afrika hergestellt und bieten zum ersten Mal
innovative Lösungen auf der Grundlage klimafreundlicher natürlicher
Kältemittel zur Deckung des Kühlbedarfs in drei verschiedenen
Temperaturbereichen (-70°C, -30°C und +5°C). Die Systeme werden in vier
ländlichen Krankenhäusern in abgelegenen Regionen des afrikanischen
Kontinents getestet und vorgeführt, wobei die wichtigsten geografischen
Regionen und unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in Burkina Faso,
Kamerun, Malawi und Uganda abgedeckt werden.

Das multinationale und multidisziplinäre SophiA-Team, das sich für eine
saubere Energiewende einsetzt, wird einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen,
um maßgeschneiderte Lösungen für die Versorgung von Krankenhäusern in
Afrika mit grüner Energie und sauberem Wasser zu entwickeln, ohne dass die
bestehenden Infrastrukturen umgestaltet werden müssen.

SophiA-Konsortium

SophiA umfasst 13 Partner aus Europa (Frankreich, Deutschland, Schweiz)
und Afrika (Burkina Faso, Kamerun, Südafrika und Uganda): Hochschule
Karlsruhe (HKA - IKKU; Projektkoordinator); OST-Fachhochschule Ostschweiz
(OST - SPF); Makerere University; Institut International d'Ingénierie de
l'Eau et de l'Environnement; Steinbeis Europa Zentrum;
Gesundheitsministerium in Kamerun; International Institute of
Refrigeration; Operieren in Afrika; Everflo; Kovco; Martin Systems GmbH;
Simply Solar GbR; Raach Solar.

Das SPF Institut für Solartechnik von OST koordiniert das Arbeitspaket 2
Solaranlage und die gesamte SophiA Smart Control Strategie und ist auch an
der Überwachung der in Afrika installierten Systeme sowie an der
Lebenszyklusbewertung der neu entwickelten Lösungen und der Ausbildung im
Bereich der Solartechnologie beteiligt.