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GWDG setzt auf klimafreundlichen IT-Betrieb

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Die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen
(GWDG) ist in verschiedenen Bereichen aktiv, um den zunehmenden
Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Neben der Reduktion des
Stromverbrauchs durch umfangreiche technische und organisatorische
Maßnahmen in den Rechenzentren unternimmt sie nun mit dem Einsatz von
regenerativem Strom einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung
Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Ökostrom für die IT! Die Gesellschaft für wissenschaftliche
Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) wird die Versorgung des
Supercomputers „Emmy“ und ihrer IT-Infrastruktur zum 1. Januar 2022 auf
regenerativen Strom umstellen.

Global betrachtet ist die IT-Branche ein großer Energieverbraucher und
damit einhergehend auch ein signifikanter CO2-Produzent. Einen großen
weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit geht die GWDG, indem sie ab
Anfang 2022 klimaneutralen Strom nutzt, um ihre IT-Infrastruktur und den
Hochleistungsrechner energieeffizient und klimaneutral zu betreiben.

Zusammen mit der Universität Göttingen wurden bereits umfangreiche
technische und organisatorische Maßnahmen vorangetrieben, um den Verbrauch
von Strom durch Modernisierung der technischen Ausstattung und Optimierung
der Energieeffizienz der Rechenzentren zu reduzieren. In einem Modularen
Rechenzentrum (MDC) und dem Ende Juni 2021 eröffneten neuen Rechenzentrum
am Burckhardtweg werden verschiedene energiesparende Kühlverfahren wie
Warmwasserkühlung und sowohl direkte als auch indirekte freie Kühlung
realisiert. Mit der durch die Rechnerleistung anfallenden Abwärme können
benachbarte Gebäude beheizt werden. In der Übergangszeit ist ein
Mischbetrieb möglich, bei dem Kältemaschinen die freie Kühlung
unterstützen, um die Nutzungszeit der freien Kühlung zu maximieren. Die
Energieaufnahme der IT- und Kühlsysteme der GWDG kann erfasst werden, um
den Stromverbrauch eingesetzter Hardware zu optimieren.

Die Energieeffizienz misst man bei Rechenzentren typischerweise mit der
sogenannten Power Usage Effectiveness (PUE). Sie stellt das Verhältnis aus
der verbrauchten Gesamtenergie zur Energieaufnahme der IT-Infrastruktur
dar. Rechenzentren gelten bei einem Wert von unter 1,2 als sehr effizient.
Mit den genannten Maßnahmen konnte die GWDG beim Betrieb von Emmy eine PUE
von bis zu 1,03 erreichen, so dass nur 3 % zusätzlicher Strom für Kühlung
und Gebäudetechnik benötigt wird und damit eine hervorragende
Energieeffizienz erreicht wird.

Neben der Reduktion des Stromverbrauchs unternimmt die GWDG nun mit dem
Einsatz von regenerativem Strom einen weiteren wichtigen Schritt, den
zunehmenden Herausforderungen des Klima-wandels zu begegnen. Dabei ist
auch die Herkunft des Stroms ein wichtiges Kriterium: Die Naturstrommengen
werden ausschließlich aus erneuerbaren Energien erzeugt. Dies wird über
das Herkunftsnachweisregister (HKNR) für Ökostrom beim Umweltbundesamt
(UBA) nachgehalten, in dem für jede erzeugte Megawattstunde sowohl die
Erzeugungsart als auch die Herkunft in Form von Herkunftsnachweisen
hinterlegt sind. Zusätzlich fließt ein Teil des Geldes sofort in den Bau
regenerativer Anlagen für die Stromerzeugung.

Nicht nur die GWDG nimmt eine Vorreiterrolle ein, auch die Universität
Göttingen möchte das Thema Klimaschutz vorantreiben und plant, die
Hochschule bis 2030 klimaneutral zu gestalten. „Die Beweislage für den
Klimawandel ist inzwischen erdrückend. Es geht um unser aller Zukunft,
deshalb müssen wir jetzt handeln”, so Universitätspräsident Prof. Dr.
Metin Tolan.

Über die GWDG

Die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen
(GWDG) ist eine gemein-same Einrichtung der Georg-August-Universität
Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts und der Max-Planck-Gesellschaft.
Sie erfüllt die Funktion eines Rechen- und IT-Kompetenzzentrums für die
Max-Planck-Gesellschaft und des Hochschulrechenzentrums für die
Universität Göttingen. Zudem ist die Universität Göttingen mit der GWDG
eines von acht Rechenzentren im Verbund Nationales Hochleistungsrechnen
(NHR) und ebenso Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).

Der aktuell schnellste Rechner ist „Emmy“, benannt nach der Göttinger
Mathematikerin Emmy Noether, und liefert eine Rechenleistung von 9,28
PFlop/s (Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde) mit 1.569 Rechenknoten
mit 3.192 Intel-Prozessoren. Daneben betreibt die GWDG weitere
Hochleistungsrechner wie den Supercomputer „CARO“ für das Deutsche Zentrum
für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Weitere Informationen

•       Nationales Hochleistungsrechnen (NHR): https://www.nhr-gs.de
•       Hochleistungsrechnen bei der GWDG: https://hpc.gwdg.de