Paläoklima: Fundorte von Fossilien sind entscheidend
Geologe der FAU für Verbesserung globaler Temperatur-Rekonstruktionen
Geologen der Friedrich-Alexander-Universitä
der Universität Vigo (Spanien) haben nachgewiesen, dass die Fundorte von
Fossilien einen entscheidenden Einfluss auf die Rekonstruktion des
Erdklimas haben. Die Probennahme in verschiedenen Breitengraden könne zu
Unschärfen bei der Bestimmung der globalen Durchschnittstemperatur führen.
Die Ergebnisse ihrer Untersuchung haben die Forscher im renommierten
Journal Geology veröffentlicht.*
Die menschlichen Aktivitäten im Industriezeitalter haben gravierende
Auswirkungen auf das Klimasystem der Erde, auf die Biodiversität und damit
auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Um diese Entwicklung besser
verstehen und bewerten zu können, hilft ein Blick in die Vergangenheit.
Zwar kann das Klima der Erdgeschichte nicht direkt gemessen werden, aber
es lässt sich rekonstruieren, beispielsweise aus der chemischen
Zusammensetzung von Sedimenten und Fossilien. Eine der am häufigsten
genutzten Methoden ist die Ermittlung der Sauerstoff-Isotopen in den
Schalen fossiler Meerestiere. Sie erlaubt einen Rückblick auf die
Wassertemperaturen der vergangenen 500 Millionen Jahre.
Die Analyse dieses Klimaarchivs hat jedoch eine methodische Schwäche: Die
Gesteinsformationen, die Rückschlüsse auf bestimmte Perioden des
Erdzeitalters liefern, sind zumeist auf wenige Gegenden der Erde verteilt.
Das ist problematisch, weil die Temperatur vom Äquator über die mittleren
Breiten zu den Polen hin generell abnimmt. Bleibt die Herkunft der
Fossilien unberücksichtigt, könnten Proben aus verschiedenen Breitengraden
einerseits vermeintliche Temperaturschwankungen suggerieren, andererseits
aber auch dazu führen, dass tatsächliche Klimaveränderungen unterschätzt
werden. Die Forscher, darunter Dr. Kilian Eichenseer vom Lehrstuhl für
Paläoumwelt, plädieren dafür, die geografische Herkunft individueller
Proben in die Erstellung aussagekräftiger globaler Temperaturkurven
einzubeziehen.
* https://doi.org/10.1130/G49132
