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Zwischen Dauerstau und Overtourism: HCU-Studierende untersuchen Tourismus auf der Insel Usedom

Usedom Zinnowitz  Maximilian Kraus
Usedom Zinnowitz Maximilian Kraus
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Usedom Zinnowitz  Maximilian Kraus
Usedom Zinnowitz Maximilian Kraus

Die angehenden Stadtplaner erarbeiten Handlungsempfehlungen für eine
integrierte Tourismusentwicklung auf der beliebten Urlaubsinsel. Die
Bewohner:innen werden von Beginn an miteinbezogen.

„In welchen Bereichen wird Usedom durch den Tourismus negativ
beeinflusst?“ Dies fragen unter anderem die vier Masterstudenten
(Stadtplanung) Benedikt Dülme, Andreas Karl, Florian Kraus und Simon
Schuster die Teilnehmer:innen in ihrer Online-Befragung. Sie befassen sich
mit den Auswirkungen und Folgen des Tourismus und wollen Maßnahmen
entwickeln, um eine integrierte Entwicklung der Tourismusregion als
Destination und Lebensraum zu fördern.

Status Quo: Usedom als stark frequentierte Urlaubsinsel

Nach Rügen ist Usedom die zweitgrößte Insel Deutschlands. Die Insel an der
Pommerschen Bucht hat ca. 40.000 Einwohner und ist ein Tourismusmagnet.
2019 wurden 6,2 Millionen Übernachtungen gezählt, ein Anstieg von etwa
72,5 Prozent seit 2000. Ein Großteil der Insulaner:innen ist direkt oder
indirekt durch den Tourismus beschäftigt.

Tourismusdebatte nimmt zu

Die Insel wird bei Urlauberinnen und Urlaubern immer beliebter. Doch was
für Touristen Erholung bedeutet, ist für viele Einheimische eher das
Gegenteil. Konkret heißt das: Es gibt immer mehr Hotelbetten und
Ferienwohnungen und steigende Mietpreise für die einheimische Bevölkerung.

Verkehrsprobleme, Umweltbelastung und hohe Preise sind als negative Folgen
zu beobachten. Es gibt aber auch positive Auswirkungen: Der Tourismus
stärkt die lokale Wirtschaft, es gibt eine Vielfalt an Gastronomie und
Kultur und der Allgemeinzustand der Orte ist gut.

Online-Umfrage richtet sich an Insulaner:innen

Die vier HCU-Studierenden möchten die Auswirkungen genauer erforschen und
haben eine eigene Online-Umfrage gestartet. Die Umfrage richtet sich an
die Einwohner:innen der Insel.

„Erste Auswertungen unserer Befragung verdeutlichen, dass sich die
Bewohner:innen eine stärkere Einbeziehung und Berücksichtigung eigener
Bedürfnisse wünschen“, fasst Benedikt Dülme zusammen. Es herrscht ein
großes Interesse für das Vorhaben unter den Einheimischen, wie die
Studierenden berichten. Zudem interviewen sie lokale Expert:innen  und
lassen bereits vorliegende Studien in ihre Gesamtbeurteilung
miteinfließen.

„Overtourism und dessen Auswirkungen sind ein komplexes Geflecht. Wir
versuchen uns diesem Geflecht auf der Insel Usedom durch gemischte
Methoden zu nähern“, resultiert Florian Kraus.

Ziel: Tourismusregion Usedom nachhaltig gestalten

„Wir sehen das Projekt als Raum für Experimente im Umgang mit dem Phänomen
Overtourism“, ordnet Andreas Karl das eigene Studienprojekt ein. Als
Ergebnis soll ein integrierter Maßnahmenkatalog für die Insel entstehen,
der auch auf andere Tourismusregionen übertragbar sein soll. Die HCU-
Studierenden wollen der Insel eine Kurzfassung der Ergebnisse zur
Verfügung stellen.

„Vielleicht können wir mit dem Blick von außen Impulse setzen und
Denkanstöße vermitteln“ so Simon Schuster und weist daraufhin dass
voraussichtlich Mitte März erste Ergebnisse vorliegen.