KIT: Corona-Beschränkungen: Verkehrswende angeschoben, Mobilität ausgebremst
Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Verkehrsnachfrage
in Deutschland deutlich einbrechen lassen. Das haben Forschende des
Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in einer Studie im Auftrag des
Bundesverkehrsministeriums festgestellt. Darin untersuchten sie die
Auswirkungen der unterschiedlichen Phasen des Pandemiegeschehens auf das
Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Demnach war die Verkehrsleistung im
Herbst 2020 um fast ein Fünftel geringer als im Vorjahr. Insgesamt waren
die Menschen erheblich häuslicher, so sank der Anteil der Menschen, die an
einem Tag die eigenen vier Wände verlassen.
Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Verkehrsnachfrage
in Deutschland deutlich einbrechen lassen. Das haben Forschende des
Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in einer Studie im Auftrag des
Bundesverkehrsministeriums festgestellt. Darin untersuchten sie die
Auswirkungen der unterschiedlichen Phasen des Pandemiegeschehens auf das
Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Demnach war die Verkehrsleistung im
Herbst 2020 um fast ein Fünftel geringer als im Vorjahr. Insgesamt waren
die Menschen erheblich häuslicher, so sank der Anteil der Menschen, die an
einem Tag die eigenen vier Wände verlassen.
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https://www.kit.edu/kit/pi_202
angeschoben-mobilitat-ausgebre
„Infolge der pandemiebedingten Einschränkungen lag die Verkehrsleistung,
also die von Menschen insgesamt zurückgelegten Distanzen, im Oktober 2020
ganze 18 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. Im Winter 2020/2021,
während des Lockdowns, sogar 54 Prozent niedriger“, sagt Dr. Bastian
Chlond vom Institut für Verkehrswesen (IfV) des KIT. Ein Grund hierfür
dürfte der weitgehende Wegfall des Fernverkehrs, wie Urlaube und
Wochenendausflüge, gewesen sein, so der Experte. „Auch die
Verkehrsbeteiligung, also der Anteil der Personen, die pro Tag mindestens
einen Weg zurücklegen und dafür das Haus überhaupt verlassen, ist deutlich
gesunken.“ Und zwar von rund 89 Prozent im Jahr 2019 auf knapp 81 Prozent
im Folgejahr.
Autoverkehr relativ stabil, Fahrrad- und Fußverkehr legen zu
Auch bei der Verkehrsmittelnutzung gab es Bewegung: Zwar legten die
Menschen im Winter 2020/21 anteilig mit 51 Prozent kaum weniger Wege mit
dem Auto zurück als zuvor (2019: 54 Prozent), jedoch bei insgesamt
deutlich weniger Verkehr: „Gleichzeitig spielte im Herbst 2020 das Fahrrad
eine relativ große Rolle, vor allem im Freizeitverkehr“, sagt Chlond. „Im
Winter verlagerte sich die Verkehrsmittelnutzung wohl auch wegen des
Wetters dann hin zu einem verstärkten Zufußgehen.“ Tatsächlich legen die
Bundesbürgerinnen und -bürger in dieser Zeit 34 Prozent ihrer Wege zu Fuß
zurück. 2019 waren es nur 21 Prozent. „Diese Entwicklung dürfte vor allem
den fehlenden Freizeitoptionen aufgrund pandemiebedingter Schließungen
geschuldet sein“, meint Chlond. So liege der Anteil der Freizeitwege im
Winter 2020/2021 fünf Prozentpunkte unter dem Wert vom Herbst 2020 und
sechs Prozentpunkte unter dem Wert aus 2019. „Die Menschen haben sich
zwangsläufig eher in der Nähe ihrer Wohnungen bewegt. Spazierengehen hat
sich während der Corona-Pandemie ja zunehmender Beliebtheit erfreut, die
Menschen wollten wenigstens einmal am Tag an die frische Luft kommen.“
Einbruch bei Bus und Bahn
Deutlich verloren hat hingegen der Öffentliche Verkehr. „Die
Virtualisierung unterschiedlicher Aktivitäten, etwa das Homeschooling
infolge von Schulschließungen oder das Homeoffice, haben hier zu
erheblichen Rückgängen geführt“, sagt Lisa Ecke vom IfV. Während 2019
immerhin elf Prozent aller Wege mit den typischen zum Pendeln genutzten
Verkehrsmitteln Bus, Straßenbahn oder Zug zurückgelegt wurden, waren es im
Winter 2020/21 nur noch sechs Prozent und im Herbst 2020 acht Prozent.
Dabei seien zwischen den Erhebungszeiträumen im Herbst 2020 und dem Winter
2020/2021 durchaus Unterschiede im Verkehrsaufkommen zu Arbeits- oder
dienstlichen Zwecken erkennbar. „Gerade die Arbeitsplätze von
Büroangestellten, deren Tätigkeiten sich umstandslos von zu Hause
erledigen lassen, liegen vorwiegend in den Innenstädten und sind mit dem
Öffentlichen Verkehr gut zu erreichen. Folglich haben insbesondere Bus und
Bahn durch das Homeoffice verloren.“
Alltagsaktivitäten verlagern sich in digitalen Raum
Generell verlagern sich Alltagsaktivitäten zunehmend in digitale Welten.
Auch das beeinflusst das Verkehrsgeschehen: 2020 haben lediglich 45
Prozent der Erwerbstätigen angegeben, keine Möglichkeit zu haben, von
Zuhause aus zu arbeiten, 2019 waren es noch 67 Prozent gewesen. Ähnliche
Tendenzen gibt es bei der Freizeitgestaltung und hinsichtlich der Nutzung
digital basierter Services wie Lieferdienste, Onlineeinkäufe oder Online-
Banking.
Positive Impulse für Verkehrswende
Positive Aspekte könnten diese Entwicklungen zukünftig für den Klimaschutz
haben, glauben die Forschenden: „Mit Blick auf die angestrebte
Verkehrswende besteht die Hoffnung, den physischen Verkehr langfristig zu
reduzieren, auch mithilfe virtueller Werkzeuge und Formate. Wir als
Gesellschaft stehen in der Verantwortung diesen Prozess voranzutreiben“,
sagt Chlond. „In der Pandemie wurde deutlich, dass wir durchaus in der
Lage sind, uns nicht nur durch restriktive Maßnahmen in der alltäglichen
Mobilität einzuschränken, sondern diese auch anders zu gestalten.“
Über das Deutsche Mobilitätspanel
Das Institut für Verkehrswesen des KIT bearbeitet im Auftrag des
Bundesverkehrsministeriums seit 1995 alljährlich das Deutsche
Mobilitätspanel (MOP) als Studie zum Mobilitätsverhalten der Deutschen
Bevölkerung. Der Forschungsauftrag wird auch unter der neuen
Bundesregierung für mindestens zwei weitere Jahre fortgeführt. (mex)
Informationen zu den Hintergründen der Studie:
https://www.mobilitaetspanel.d
Weitere Informationen zu den pandemiebedingten Auswirkungen auf die
Mobilität:
https://mobilitaetspanel.ifv.k
Details zum KIT-Zentrum Mobilitätssysteme:
https://www.mobilitaetssysteme
Kontakt für diese Presseinformation:
Dr. Felix Mescoli, Pressereferent, Tel.: +49 721 608-41171, E-Mail:
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Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und
vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den
globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie,
Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 600
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in
Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
zusammen. Seine 23 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein
forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle
Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die
Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und
Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und
Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der
deutschen Exzellenzuniversitäten.
Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter:
https://www.kit.edu/kit/presse
