Coronavirus: Rund ein Drittel glaubt, sich nicht vor einer Ansteckung schützen zu können
Wer 60 oder älter ist, denkt eher als Jüngere, eine Infektion verhindern
zu können
Die Infektionszahlen in Deutschland sind deutlich gestiegen. Ohne eine
starke Einschränkung der Kontakte steigt damit auch das Risiko, einer
infizierten Person zu begegnen. Dies spiegelt sich auch in der
Einschätzung der Bevölkerung wider, wie gut sie vor einer Ansteckung
geschützt ist. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen BfR-Corona-
Monitors, einer regelmäßigen Befragung im Auftrag des Bundesinstituts für
Risikobewertung (BfR). Während zu Beginn der vierten Infektionswelle
Anfang Oktober 14 Prozent dachten, dass sie eine Infektion nicht
verhindern können, hat sich dieser Wert inzwischen mehr als verdoppelt und
liegt aktuell bei 30 Prozent. „Besonders Personen zwischen 40 und 59
Jahren schätzen ihr Infektionsrisiko als hoch ein“, sagt BfR-Präsident
Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Die ab 60-Jährigen sind sich dagegen am
sichersten, eine Infektion vermeiden zu können.“
Link zu den Ergebnissen: BfR-Corona-Monitor | 18.-19. Januar 2022
<https://www.bfr.bund.de/cm/34
Vor allem die Nähe zu anderen Menschen wird als mögliches
Ansteckungsrisiko angesehen. So schätzen 67 Prozent der Befragten die
Wahrscheinlichkeit, sich durch nahen Kontakt zu anderen anzustecken, als
hoch ein. Weiterhin denken 42 Prozent, dass Schmierinfektionen über
Türklinken ein hohes Risiko bergen. Theoretisch können Coronaviren durch
direktes Niesen oder Husten auf Oberflächen gelangen. Allerdings ist eine
Infektion über diesen Weg eher unwahrscheinlich, da Coronaviren auf
trockenen Oberflächen in der Regel nicht lange aktiv bleiben und so über
Berührungen vergleichsweise wenige infektiöse Viren übertragen werden.
Um sich vor einer Infektion zu schützen, sind nach wie vor Masken das
Mittel der Wahl: 94 Prozent gaben an, sie in den letzten zwei Wochen
getragen zu haben. 74 Prozent achteten auf mehr Abstand zu anderen
Personen, und jeweils rund zwei Drittel gaben an, sich vor einer Infektion
durch gründlicheres Händewaschen, häufigeres Lüften oder das Nutzen von
Testangeboten schützen zu wollen. Am häufigsten gaben Personen unter 40
Jahren an, dass sie sich auf das Coronavirus testen ließen (81 Prozent),
bei den ab 60-Jährigen war dieser Anteil mit 47 Prozent dagegen am
niedrigsten.
Das BfR hat Fragen und Antworten zum Thema Coronavirus veröffentlicht:
<https://www.bfr.bund.de/de/ka
Über den BfR-Corona-Monitor
Der BfR-Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige)
repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in
Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Zwischen dem 24. März
und 26. Mai 2020 wurden dazu jede Woche rund 500 zufällig ausgewählte
Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des
Ansteckungsrisikos und zu ihren Schutzmaßnahmen befragt. Seit Juni 2020
wird die Befragung im Zwei-Wochen-Rhythmus mit jeweils rund 1.000
Befragten fortgeführt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf
der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr
Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den
Veröffentlichungen zum BfR-Corona-Monitor.
Über das BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.
