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Computerspiele und Ideenforum: DLR Projektträger eröffnet „Game-​Labor“

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Seit 2019 setzt der DLR-​PT die Computerspieleförderung des Bundes um. Zum
Auftrag gehört auch die Ergebnisprüfung der abgeschlossenen Projekte. Wie
dies im Falle von Computerspielvorhaben aussieht, zeigte der DLR
Projektträger (DLR-​PT) jetzt mit der Eröffnung seines „Game-​Labors“.

Spielewelten erleben einen Boom: Rund 60 Prozent der bundesdeutschen
Bevölkerung beschäftigen sich mit Computer- und Video-Games. Digitale
Spiele gehören längst zum Kulturgut; die Games-Branche selbst ist zu einem
entscheidenden Akteur und Innovationstreiber der Kreativwirtschaft
geworden. Der DLR-PT unterstützt die Computerspieleförderung des Bundes im
Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) mit einem
interdisziplinären Team, dem auch Mitarbeitende angehören, die aus der
Kreativbranche stammen und selbst schon Videospiele programmiert haben.
Gemeinsam mit Teammitgliedern, die über langjährige Erfahrung im Rahmen
der Projektförderung verfügen, begleiten sie die Projektvorhaben. Zudem
beraten die Teams Interessierte bei der Antragstellung und informieren sie
mithilfe eines virtuellen Seminarprogramms über die Fördermechanismen des
Bundes.

Bislang wurden über 340 Vorhaben gefördert; erste Projekte sind
mittlerweile abgeschlossen. Die Besonderheit der Projektergebnisse führte
zur Einrichtung eines ersten „Game-Labors“, in dem die in den Projekten
entwickelten Computerspiele an unterschiedlichen Stationen – am PC, an
mobilen Android- und iOS-Endgeräten ebenso wie an verschiedenen
Spielekonsolen und Virtuell Reality (VR)-Stationen – praktisch erprobt
werden.

Ideenforum und Transferwerkstatt
„Computerspiele bringen Menschen zusammen. Sie fördern Austausch und
soziale Interaktion und haben mit dieser Stärke besonders während der
Lockdown-Phasen gepunktet“, erklärte Martin Wegner, DLR-PT-Bereichsleiter
„Gesellschaft, Innovation, Technologie“ bei der Einweihung des ersten
Game-Labors am Bonner Standort des DLR-PT. Hier werden nicht nur
Computerspiele ausprobiert und deren Lauffähigkeit getestet. „Es ging uns
auch darum, eine produktive, interaktive Umgebung zu schaffen, die als
Transferwerkstatt und Ideenforum dient. Akteure der Branche können sich
hier treffen, vernetzen und gemeinsam Ideen entwickeln. Das Game-Labor
eröffnet darüber hinaus neue Perspektiven auf das Potenzial der Branche in
Deutschland und in Europa.“, so Wegner weiter. Ein zweites Game-Labor am
Standort Berlin ist derzeit in Planung.

Mit dem vom BMDV 2019 aufgelegten Programm investiert der Bund in den
kommenden Jahren 250 Millionen Euro in die Games-Branche, um deren
kreative und wirtschaftlich-technische Innovationen zu fördern. Damit soll
der Marktanteil von Computer- und Videospielen von deutschen Unternehmen
deutlich gesteigert und Deutschland als Standort für Entwicklerinnen und
Entwickler von Spielen attraktiver werden.

Nach dem großen Erfolg der ersten Förderrunde wurde das Programm
mittlerweile verstetigt. Dafür stehen jährlich finanzielle Mittel von bis
zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Seit die Computerspieleförderung des
Bundes im September 2020 in die zweite Runde startete, können erstmals
auch Anträge für großvolumige Entwicklungen von Computerspielen mit
Fördersummen in Millionenhöhe eingereicht werden. In der vorhergehenden
ersten Förderrunde war der Betrag noch auf maximal 200.000 Euro pro
Vorhaben beschränkt gewesen.

Über den DLR Projektträger

Der DLR Projektträger (DLR-PT) bietet als einer der größten Projektträger
Deutschlands seit nahezu 50 Jahren umfassende, wissensbasierte
Dienstleistungen rund um das Management von Forschung, Bildung und
Innovation. Zu seinen Auftraggebern gehören Bundesministerien, die
Europäische Kommission, Bundesländer sowie Wissenschaftsorganisationen und
Verbände. Er berät zu Strategien und Programmen, steuert begleitende
Dialogprozesse, plant und übernimmt die operative Umsetzung von
Förderprogrammen, unterstützt den Wissenstransfer und evaluiert die
Wirkung von Programmen und Initiativen der Auftraggeber. Die rund 1.400
hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DLR-PT betreuen
jährlich rund 12.000 Vorhaben mit einem Fördervolumen von gut 2,3
Milliarden Euro.

Das Themenspektrum des DLR Projektträgers reicht von Bildung,
Chancengleichheit, Gesundheit, Gesellschaft, Innovation, Technologie,
Umwelt und Nachhaltigkeit bis hin zu europäischer und internationaler
Zusammenarbeit und wird je nach Anforderung auch stets inter- und
transdisziplinär angeboten. Sein Portfolio wird abgerundet durch die
Kompetenzzentren Wissenschaftskommunikation, Öffentlichkeitsarbeit sowie
Analyse und Evaluation.

Der DLR-PT ist eine zentrale Säule des Deutschen Zentrums für Luft- und
Raumfahrt (DLR) und ergänzt dessen wissenschaftliche Ausrichtung.