Schwanger werden? - Aber nicht ohne Folsäure! BfR-Flyer richtet sich an Frauen mit Kinderwunsch
In Deutschland kommen jährlich etwa 800 Kinder mit einem Neuralrohrdefekt
zur Welt - ihr Rückenmark und/oder Gehirn konnte sich dadurch nicht normal
entwickeln. Das bedeutet für sie teilweise schwere gesundheitliche
Schädigungen und Behinderungen auf Lebenszeit, die nicht nur die eigene
Lebensqualität, sondern auch die der Angehörigen beeinträchtigen. Studien
zeigen, dass die Einnahme des B-Vitamins Folsäure vor und während der
Schwangerschaft dieses Gesundheitsrisiko deutlich senken kann. Das
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat dazu einen kompakten
Informationsflyer herausgebracht, in dem es allen Frauen mit Kinderwunsch
empfiehlt, täglich 400 Mikrogramm Folsäure einzunehmen, um die Entwicklung
und Gesundheit des heranwachsenden Kindes frühzeitig und wirkungsvoll zu
unterstützen.
Zum Flyer:
<https://www.bfr.bund.de/cm/35
folsaeure.pdf>
In Deutschland besteht bei ausgewogener und vielfältiger Ernährung bei
gesunden Erwachsenen im Allgemeinen keine Notwendigkeit für die Einnahme
von Nahrungsergänzungsmitteln. Eine Ausnahme bildet Folsäure - die
synthetische Form des B-Vitamins „Folat“: Frauen mit Kinderwunsch und
Schwangeren im ersten Drittel der Schwangerschaft wird empfohlen,
zusätzlich zur üblichen - möglichst folatreichen - Ernährung Folsäure
einzunehmen. Der Grund: Studien zeigen, dass die Einnahme von Folsäure in
Tablettenform (400 Mikrogramm pro Tag) vor und während der Schwangerschaft
das Risiko für kindliche Fehlbildungen (so genannte Neuralrohrdefekte)
deutlich senken kann. Darüber hinaus steigt der Bedarf an diesem Vitamin
in der Schwangerschaft (und Stillzeit), sodass in diesen Phasen auch
höhere Aufnahmen durch eine bewusstere Lebensmittelauswahl notwendig sind.
In welchen natürlichen und angereicherten Lebensmitteln das Vitamin
vorkommt, warum und wann die zusätzliche Einnahme von 400 Mikrogramm
Folsäure empfohlen werden und ab welcher Dosis das Risiko unerwünschter
gesundheitlicher Effekte steigt, zeigt übersichtlich der kostenlose
Informationsflyer, der digital auf der BfR-Webseite abrufbar und auf
Anfrage auch als Printversion bestellbar ist.
Über das BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.
