Die Nutzung von Kunststoffen muss nachhaltiger werden
Wissenschaftler fordern in „nature reviews materials‘'-Beitrag ein
Umdenken
Vor dem Hintergrund von Umweltverschmutzung und immer knapper werdenden
Rohstoffen muss die Verwendung von Kunststoffen dringend im Sinne der
Kreislaufwirtschaft optimiert werden: Die Forderung nach intelligenteren
Designs für Polymere und eine nachhaltigere Nutzung von Kunststoffen
stehen im Zentrum eines jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „nature
reviews materials‘' veröffentlichten Aufsatzes von Professor Dr. Klaus
Kümmerer und Prof. Dr. Dr. Vânia Zuin Zeidler vom Institut für Nachhaltige
Chemie der Leuphana Universität Lüneburg.
„Bis zum Jahr 2050 werden mehr als 12 Milliarden Tonnen Kunststoffabfälle
produziert werden. Für die chemische Gestaltung einer echten
Kreislaufwirtschaft für Polymere, in der diese Abfälle beseitigt oder
recycelt werden, brauchen wir neue Ansätze, Methoden und Ressourcen“, sind
Kümmerer und seine Kollegin Zuin Zeidler überzeugt.
Die Bedeutung einer Schließung des Kunststoffkreislaufs ist unbestritten.
Um dies zu erreichen, bedarf es einer Konzentration auf intelligentere
Designs für Polymere und die nachhaltige Nutzung von Kunststoffen. Die
Wiederverwendung und das Recycling der Materialien oder die Suche nach
längerfristigen und umweltfreundlichen Verwendungsmöglichkeiten für
Kunststoffe müssen dabei an erster Stelle stehen.
Einig sind sich die Autoren, dass Probleme nicht in die Zukunft verschoben
werden dürfen, indem man die Komplexität der Materialien erhöht oder bei
der Wiederverwertung weiteres Downcycling betreibt. Als Beispiel für das
Aufschieben von Problemen nennen sie die Umwandlung von
Polyethylenterephthalat (PET) aus Plastikflaschen zu Textilfasern. Auf
diesem Wege wird lediglich ein zusätzlicher Kreislauf geschaffen, der zu
neuen Abfällen führt, die nicht mehr weiterverwertet werden können.
Wichtige Grundsätze für eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe sind
Reduktion, Wiederverwendung und Recycling. Es komme aber darauf an, so die
Autoren, zusätzliche Faktoren wie Herkunft und Zusammensetzung von
Rohstoffen und Produkten, Möglichkeiten des Sammelns, der Rückgewinnung
und der Umwandlungsfähigkeit sowie die damit verbundenen Risiken und
Vorteile, Kosten und Nutzen, Triebkräfte, Potenziale, Funktionen und
Dienstleistungen in den Blick zu nehmen und als System zu betrachten.
Originalpublikation:
Der vollständige Artikel ist hier verfügbar:
https://www.nature.com/article
