Zum Hauptinhalt springen

Neuer Teilstudiengang für die Grundschule: Mehrsprachigkeit als Chance

Pin It

Viele Kinder wachsen in Familien auf, in denen sie neben Deutsch auch
andere Sprachen sprechen. Sie bringen Kompetenzen mit, die für das
schulische Lernen eingesetzt und gefördert werden können. Lehrkräfte für
sprachlich vielfältige Klassen auszubilden, ist daher Ziel eines neuen
Teilstudiengangs an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Ab dem Wintersemester 2023/24 können Studierende für das Lehramt
Grundschule „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit
Zuwanderungsgeschichte“ belegen. Das Schulministerium unterstützt das
Vorhaben mit zwei Stellen. Ministerin Yvonne Gebauer und Rektor Prof.
Ulrich Radtke unterzeichneten jetzt den Kooperationsvertrag. Die
Ministerin lobte dabei, dass die Lehrkräfteausbildung an der UDE einen
hohen Stellenwert genieße und zukünftige Bedarfe frühzeitig erkannt und
mit großem Einsatz und Überzeugung umgesetzt würden.

Entwickelt wurde der neue Teilstudiengang an der UDE gemeinsam vom
Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache (DaZ/DaF), den Instituten
für Turkistik und Romanische Sprachen und Literaturen sowie dem Zentrum
für Lehrerbildung. Er bietet zwei Studiengangsprofile an: Grundbildung
Mehrsprachigkeit und Herkunftssprache Türkisch und erweitert - so auch die
Qualifizierungsbreite angehender Grundschullehrkräfte um einen Baustein
für mit Herkunftssprachlichem Unterricht betrauten künftigen Lehrkräften.

Grundbildung Mehrsprachigkeit: „Hier bekommen alle Studierenden die nötige
Expertise vermittelt, die an Grundschulen in der Metropole Rhein-Ruhr und
in ganz NRW gebraucht wird. Alle durchlaufen den Bereich Deutsch als
Zweitsprache in Verbindung mit Mehrsprachigkeit““, so Professorin Heike
Roll vom Institut DAF/DAZ. „So können die Lehrkräfte später von der ersten
Klasse an sprachbewusst in allen Fächern unterrichten, neu zugewanderte
Schüler:innen im Deutschen fördern sowie mehrsprachige Unterrichtselemente
im Schriftspracherwerb oder bei der Leseförderung einsetzen.“

Herkunftssprache Türkisch: Bereits seit 1995 bildet das Institut für
Turkistik Lehrkräfte für Türkisch aus (Sekundarstufe I und II). Ab Herbst
2023 soll das auch für die Primarstufe möglich sein. Professorin Işıl
Uluçam-Wegmann ist es wichtig, „die Mehrsprachigkeit der Kinder zu fördern
und sie als Ressource zu nutzen.“ Die Studierenden sollen dabei u. a.
lernen, den herkunftsprachlichen Unterricht mit dem im Fach Deutsch
zielorientiert zu koordinieren. „Durch die Aneignung von
Mehrschriftlichkeit und den Einsatz des gesamten sprachlichen Repertoires
beim Schreiben und Lesen können mehrsprachige Ressourcen für Lernprozesse
genutzt werden.“

Für den neuen Teilstudiengang wird das Ministerium zwei Lehrkräfte
abordnen. Sie werden die UDE bei der Weiterentwicklung des Konzeptes und
bei der Durchführung der Lehrveranstaltungen unterstützen. Geplant ist,
dass weitere Sprachen in den Studiengang einbezogen werden sollen.