Zusammenarbeit zur Beratung und Orientierung für Studierende beschlossen
Evangelische Hochschule Berlin (EHB) und Agentur für Arbeit Berlin Südwest
unterzeichnen erstmalig Kooperation im Bereich Career Service. Ziel ist
unter anderem eine intensive Zusammenarbeit bei der Entwicklung von
zielgruppengenauen Beratungsformaten für Studierende der SAGE-Fächer und
bei der Krisenberatung, um bestehende Angebote zu ergänzen und die
Abbruchquoten zu verringern.
Bei einem Treffen der Evangelischen Hochschule Berlin am 8. Februar 2022
mit Vertreter*innen der Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit
Berlin Süd, wurden Eckpunkte für eine Zusammenarbeit besprochen und ein
Rahmenvertrag unterzeichnet. Dieser basiert auf den bereits Ende September
2021 erörterten Inhalten, die im Rahmen einer gemeinsamen Konferenz mit
Mitarbeitenden beider Institutionen erarbeitet wurden. Gestern Nachmittag
setzten der Rektor der EHB, Prof. Dr. Sebastian Schröer-Werner, und der
Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Berlin Süd, Mario
Lehwald, ihre Unterschrift unter das Dokument. Die gemeinsame Vereinbarung
ist die erste dieser Art, die die Agentur für Arbeit mit einer Hochschule
in Berlin abschließt. Sie umfasst Vereinbarungen und Ziele für den sich im
Aufbau befindlichen Career Service der EHB und die Angebote der
Arbeitsagentur. An dem Termin nahmen auch der Kanzler der EHB, Andreas
Flegl, und Cornelia Schwarz, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für
Arbeit Berlin Süd, teil.
"Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam mit der Agentur für Arbeit ein
Beratungs- und Orientierungsangebot auf dem Campus der EHB etablieren
können, das sich gezielt an Studierende richtet," sagt der Rektor der
Evangelischen Hochschule Berlin, Prof. Dr. Sebastian Schröer-Werner. "Dazu
zählen Angebote der Berufsberatung vor und im Erwerbsleben sowie die
Beratung in Krisensituationen, die bspw. zum Abbruch des Studiums führen
können. Letzterem möchten wir natürlich gern entgegenwirken."
Die Zusammenarbeit von EHB und Arbeitsagentur soll sich künftig auf drei
Bereiche konzentrieren:
In der Vorfeldberatung sollen Formate entwickelt werden, die sich an
potenziell Studierende in den SAGE*-Fächern konzentrieren. Einerseits ist
künftig einen Hochschulinformationstag geplant, der Schüler*innen die
Möglichkeit gibt, den Campus der EHB kennenzulernen und die Vorstellung
der einzelnen Studiengänge und ihrer Schwerpunkte beinhaltet. Andererseits
soll ein sogenanntes „Peer-Team“ aus Studierenden etabliert werden, das
Schulen vor Ort besucht. Ziel ist es, Schüler*innen insbesondere für
diejenigen Disziplinen zu gewinnen, in denen es noch freie Studienplätze
gibt.
Im Rahmen einer Krisenberatung soll zukünftig ein permanentes
Beratungsangebot auf dem Campus etabliert werden, das niederschwellig im
wöchentlichen Turnus stattfindet. Ziel ist es, Abbruchquoten zu minimieren
und bereits bestehende Angebote (bspw. die Studienberatung) zu ergänzen.
Das Angebot soll bereits im kommenden Sommersemester eingeführt werden.
Ende 2022 erfolgt dann eine Evaluation des Angebotes, um es an Bedarfe
anzupassen.
Das Angebot der Berufsberatung richtet sich an Studierende der EHB, deren
Abschluss kurz bevorsteht. Im Rahmen von Informationsveranstaltungen
sollen Karrierewege aufgezeigt und Fragen rund um das Thema Berufseinstieg
behandelt werden. Es ist geplant, das sich im Aufbau befindliche Alumni-
Netzwerk mit einzubeziehen, indem z. B. Ehemalige von ihren Erfahrungen in
der Berufspraxis berichten, und auch Gewerkschaften und Berufsverbänden
eine Plattform zu bieten. Vorteil der neuen Kooperation für die EHB ist
die niederschwellige Beratung auf dem Campus und die Erweiterung des
Netzwerkes. Im Gegenzug profitiert die Arbeitsagentur von der
Erreichbarkeit der Zielgruppen und dem persönlichen Kontakt mit den
Studierenden. Zudem wird die Agentur für Arbeit künftig auf den
Praxismessen der EHB vertreten sein, um über ihre Angebote zu informieren.
Dazu zählen auch die Möglichkeit von Praktika innerhalb dieser
Institution.
*SAGE: Soziale Arbeit, Gesundheit/Pflege und Erziehung/Bildung
