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Mitmachen für mehr Nachhaltigkeit DBU-Online-Salon setzt Zeichen für Bürgerbeteiligung

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Auf dem Weg zu mehr Umwelt- und Klimaschutz ist der Wandel von
Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik hin zu einer
umfassenden Nachhaltigkeit in vollem Gang. „Wir müssen Klimakrise und
Artensterben – die beiden für die Menschheit existenziellen ökologischen
Herausforderungen – zeitnah lösen. Dazu brauchen wir auch die Beteiligung
von Bürgerinnen und Bürgern“, sagt Alexander Bonde, Generalsekretär der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).  Die DBU will für eine solche
Bürgerbeteiligung ihren Beitrag leisten und veranstaltet zum Thema deshalb
morgen (Donnerstag) von 14 bis 16:15 Uhr einen digitalen DBU-Online-Salon.
Eine Frage steht im Mittelpunkt: Mit welchen Methoden ist ein breites
gesellschaftliches Fundament für eine derartig weitreichende
Transformation zu erreichen? Der DBU-Salon ergänzt damit zugleich das seit
2000 regelmäßig stattfindende „Wissenschaftsjahr“ der Bundesregierung, das
2022 mit einer Premiere aufwartet.

Denn zum ersten Mal seit 22 Jahren ist das vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) zusammen mit Wissenschaft im Dialog (WiD)
konzipierte Wissenschaftsjahr nicht wie üblich von einem
wissenschaftlichen Schwerpunktthema geprägt. Stattdessen heißt das Motto
nun: „Nachgefragt!“. Der Fokus soll 2022 also auf die Bedeutung von
Bürgerbeteiligung liegen. Bundesforschungsministerin Bettina Stark-
Watzinger spricht von einem „Mitmachjahr“. Dazu sagt die in der DBU für
den morgigen Online-Salon „Transformative Methoden – Potenzial zur
Bewältigung von Nachhaltigkeitsherausforderungen“ zuständige
Abteilungsleiterin Dr. Cornelia Soetbeer: „Die DBU-Veranstaltung morgen
fügt sich perfekt in das diesjährige Wissenschaftsjahr ein.“ Wer will,
kann live dabei sein: www.dbu.de/@OnlineSalonTransformativeMethoden

Drei Stellschrauben für die Zukunft

Fundierte Einblicke zu den Herausforderungen von Nachhaltigkeits-
Strategien liefert zunächst ein langjähriger Experte auf dem Gebiet: Prof.
Dr. Günther Bachmann, von 2007 bis zu seinem Ruhestand 2020
Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und in dieser
Funktion auch Berater der Bundesregierung, startet den DBU-Online-Salon
mit einem Impulsvortrag. Aus Bachmanns Sicht gibt es vor allem folgende
Stellschrauben für die Zukunft: „Um mehr Nachhaltigkeit zu erzielen, muss
der Mensch Herausforderungen in drei Bereichen bewältigen: Erstens für
Energie, Strom und Wasserstoff, zweitens für Umwelt, Lebensmittel und
Ernährung sowie drittens für Verkehr und Automobilindustrie.“ Und wenn
transformative Methoden für mehr Nachhaltigkeit gelingen sollen, führt
nach Bachmanns Worten „ein Dreiklang zum Erfolg: ausprobieren,
einbeziehen, Verantwortung übernehmen.“ Alarmstimmung zu verbreiten, sei
einfach. „Dialog macht Arbeit – ist aber unverzichtbar. Die Wahl der
Methode ist letztlich zweitrangig, entscheidend ist, was man mit welchen
Akteurinnen und Akteuren erreichen will“, so Bachmann.

Citizen Science: Auf dem Weg zu einer Bürgerwissenschaft

Im DBU-Online-Salon morgen werden in Workshops zwei Bereiche unter die
Lupe genommen und weiterentwickelt: zum einen die sogenannte Citizen
Science, also Bürgerwissenschaft, sowie Reallabore – also all die
Erprobungsräume und Forschungsprozesse, in denen Wissenschaft und
Gesellschaft zukunftsfähige Lösungen erarbeiten; zum anderen geht es um
Teilnahme und Dialog. Bonde: „Bürgerbeteiligung wird so zum Instrument, um
bestmögliche Optionen für Nachhaltigkeit zu entwickeln.“ Grundlage beider
Workshops sind DBU-geförderte Projekte, die den Weg fürs Mitgestalten von
Menschen auf wissenschaftlichen und politischen Feldern ebnen sollen. So
erstellt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – unter Mitwirkung von
rund 150 Akteurinnen und Akteuren – das Weißbuch „Citizen Science-
Strategie 2030“ und ein entsprechendes Handbuch für Wissenschaft und
Gesellschaft. Die DBU fördert einen Teil des Vorhabens mit rund 98.000
Euro. Citizen Science bedeutet laut Bachmann, „möglichst viele Menschen
bei einem Wandel zu mehr Nachhaltigkeit einzubeziehen – vor allem auch
solche Menschen, die nicht unbedingt in der Wissenschaft zu Hause sind,
wohl aber über Wissen verfügen“. Solches Wissen sei unverzichtbar, reiche
allein jedoch nicht. Wichtig seien auch „weiche Faktoren“, etwa „Emotionen
und ein Vertrauen in die eigene Stärke. Erst dann entsteht auch die
allseits beschworene Kooperation.“

Ein Bürgerlabor als Modell für mehr Nachhaltigkeit in Städten und Kommunen

Eine andere von der DBU mit rund 242.500 Euro geförderte Maßnahme setzt –
unter wissenschaftlicher Begleitung des Wuppertal Instituts für Klima,
Umwelt und Energie – ebenfalls auf das Instrument Bürgerbeteiligung und
läuft in Köln-Porz: Dort spürt man Mittel und Möglichkeiten nach, um
rechtzeitig die Weichen für eine nachhaltige Quartiersentwicklung zu
stellen und so die Folgen einer stark wachsenden städtischen Bevölkerung
abzufedern. DBU-Generalsekretär Bonde: „Entscheidend ist der Austausch der
Menschen vor Ort mit Fachleuten. Zusammen sollen sie gesellschaftlich
akzeptierte und wissenschaftlich fundierte Kriterien definieren.“ „Ein
solches Bürgerlabor kann zum Modell für Städte und Kommunen mit ähnlichen
Aufgaben werden“, so Bonde.