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Biodiversität: Schnittstelle zwischen Forschung und Politik wichtig wie nie

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Mit gegenwärtig 138 Mitgliedsländern, inklusive Deutschland, berät der
Weltbiodiversitätsrat IPBES die Politik bei Fragen der Biodiversität –
eine Aufgabe, die gerade angesichts des Klimawandels so relevant ist wie
nie zuvor. Der DLR Projektträger koordiniert weiterhin im Auftrag von BMUV
und BMBF die Umsetzung der deutschen IPBES-Prozesse.

Einem Bericht zufolge, den die IPBES (Intergovernmental Science-Policy
Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) bei seiner
Vollversammlung 2019 vorstellte, sind aktuell rund eine Millionen Tier-
und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht und könnten in den nächsten
Jahrzehnten vom Angesicht der Erde verschwinden. Das weltweite
Artensterben schreitet bereits jetzt zehn- bis einhundertmal schneller
voran als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre, und es
beschleunigt sich immer mehr.

Klare Handlungsempfehlung für die Menschheit

Noch kann die Menschheit gegensteuern, benötigt dafür aber klare,
wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen. Genau dies ist die
Aufgabe des Weltbiodiversitätsrates: IPBES sammelt und bewertet weltweit
vorhandenes Wissen zur Artenvielfalt und skizziert auf dieser Grundlage
mögliche Handlungsoptionen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz
nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und das Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) haben aktuell den Auftrag an den DLR-PT
zur Koordinierung der nationalen Prozesse bis April 2024 verlängert. Damit
ist der DLR-PT seit April 2014 kontinuierlich mit der Koordinierung der
IPBES-Aufgaben betraut und stellt neben dem Klimawandel den
Biodiversitätsschutz als ein weiteres wichtiges gesellschaftliches Thema
an der wissenschaftspolitischen Schnittstelle des DLR-PT dar.

„Wir freuen uns sehr, dass wir als Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle
auch in den kommenden Jahren Dienstleistungen für Wissenschaft, Politik
und Gesellschaft erbringen werden“, erklärt Christian von Drachenfels,
Bereichsleiter des DLR-PT Bereichs Umwelt und Nachhaltigkeit. „Die
Vernetzung der Biodiversitätsforschung in Deutschland, die Integration von
Fachexpertise in die Arbeitsprozesse des Weltbiodiversitätsrats sowie die
zugehörige Politikberatung sind angesichts der Bedrohungslage der globalen
Artenvielfalt wichtige Aufgaben, die nicht trivial sind und denen wir uns
daher mit der ganzen Expertise unseres Teams und Leidenschaft für die
Sache widmen.“

Integration von Fachexpertise auf nationaler Ebene

Die Weiterführung der Deutschen IPBES-Koordinierungsstelle im DLR-PT ist
ein deutliches Zeichen der Kontinuität. Sie fördert die Integration von
Fachexpertise auf nationaler Ebene und hilft dabei, den forschungs- und
umweltpolitischen Gestaltungsrahmen gemeinsam mit seinen Auftraggebern zu
identifizieren, der wichtige und sichtbare Beiträge Deutschlands zum
Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt ermöglicht.
Zudem unterrichtet sie sowohl die deutsche Wissenschaftsgemeinde als auch
die breite Öffentlichkeit über die Erkenntnisse und Ziele der IPBES und
arbeitet dabei eng mit dem ebenfalls in Bonn angesiedelten internationalen
IPBES-Sekretariat und weiteren, insbesondere europäischen Netzwerken von
IPBES zusammen.