Neues Kunststofflabor der DHBW Karlsruhe – Nachhaltigkeit im Fokus
Innovative Technologien und praktische Anwendungen für
Wirtschaftsingenieure der Zukunft
Im zurückliegenden Wintersemester konnte das neu eingerichtete
Kunststofflabor der DHBW Karlsruhe erstmalig in vollem Umfang von
Studierenden der Fakultät Technik genutzt werden. Trotz der
pandemiebedingten Einschränkungen im Lehrbetrieb wurden alle geplanten
Laborveranstaltungen durchgeführt.
Das Konzept des neuen Kunststofflabors wurde im Studiengang
Wirtschaftsingenieurwesen von den Professoren Dr. Dirk Eidam und Dr.-Ing.
Axel Kauffmann studiengangsübergreifend innerhalb der Fakultät Technik
entwickelt. Ziel ist es, Studierende mit Technologien vertraut zu machen,
die für eine ressourcenschonende Materialentwicklung geeignet sind und
nachhaltige Wege in der Kunststoffverarbeitung aufzuzeigen.
Nutzungsdauer von Kunststoffen durch Recyclateinsatz verlängern
Eine Herausforderung und Umweltproblematik bei Kunststoffen liegt in der
geringen Nutzungsdauer, insbesondere im Verpackungsbereich. Durch
geeignete Aufbereitungstechnologien lassen sich Kunststoffabfälle
heutzutage nahezu sortenrein trennen. Durch moderne Recyclingmethoden
lassen sich Kunststoffrecyclate von sehr hoher Qualität erzeugen, die
ebenso gute Eigenschaften wie Kunststoffneuware aufweisen. Im
Kunststofflabor der DHBW werden neuartige rheologische Methoden
entwickelt, um eindeutige Qualitätsparameter für den Einsatz von
Recyclaten zu bestimmen. Mit diesen Qualitätskriterien können Kunststoffe
und ihre Recyclate mehrfach eingesetzt und somit die Umweltbilanz positiv
beeinflusst werden.
Kreislaufwirtschaft durch Prozessoptimierung profitabel gestalten
Der Einsatz umweltfreundlicher Technologien ist gut fürs Firmenimage,
sollte auf Dauer aber auf wirtschaftlichen Erfolg angelegt sein, um eine
entsprechende Akzeptanz in den Unternehmen zu finden. Es muss ein
profitables Geschäftsmodell entwickelt werden, dass sowohl auf
betriebsinterner Ebene als auch im Zusammenspiel mit Kunden und
Lieferanten funktioniert – im Idealfall über den gesamten
Wertschöpfungsprozess von der Materialentwicklung über die Produktion und
darüber hinaus. Im DHBW Kunststofflabor können
Kunststoffproduktionsprozesse von der Materialherstellung mittels
Compounding und Extrusion über die Verarbeitung im Spritzguss oder auch
3-D-Druck bis zur Bauteilqualifizierung und -prüfung im Technikumsmaßstab
umgesetzt werden. Studierende lernen durch die Anpassung von
Verfahrensparametern, nachhaltige Produktionsprozesse optimal zu
gestalten.
Digitalisierungsstrategien in neuen Lehrformaten entwickeln
Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung ergeben sich grundsätzlich
neuartige Herangehensweisen an die Verknüpfung von technischen und
betriebswirtschaftlichen Prozessen, und neuen damit auch neuen
Geschäftsmodellen. Insbesondere an den Kundenschnittstellen im B2B Bereich
sind viele Potenziale bei weitem noch nicht ausgeschöpft. In einem neu
entwickelten Lehrformat haben Studierende des Studiengangs
Wirtschaftsingenieurwesen im vergangenen Wintersemester erstmalig neue
Geschäfts-modelle für Servicedienstleistungen im Bereich 3D- Druck
erarbeitet. Grundlage der Arbeiten war ein aktives Kennenlernen der
verschiedenen Datenverarbeitungs- und Datentransfertechnologien im
Kunststofflabor. Durch das Verknüpfen innovativer Services mit einem
passenden Business Case werden kaufmännische wie technische Kompetenzen
parallel gefördert.
Forschung mit Lehre verknüpfen
Zunehmend von Bedeutung an der DHBW Karlsruhe ist die angewandte Forschung
vornehmlich im Rahmen von drittmittelgeförderten Verbundprojekten mit
Partnern aus der Wissenschaft und Industrie. Aktuell werden im neuen
Kunststofflabor Fragestellungen insbesondere im Bereich biobasierter
Werkstoffe, und Produktenwicklungen unter Einsatz der
Fertigungstechnologien des Kunststoff-Thermoformen bearbeitet. Im Rahmen
dieser Forschungstätigkeiten partizipieren unsere Studierenden und dualen
Partner über die Einbindung der Forschungstätigkeiten in Studienarbeiten,
sowie in Form von Beiträgen und Teilnahmen in Workshops und dem
Wissenstransfer in Lehr- Seminar und Tagungsveranstaltungen.
