OTH Regensburg: Neues Gebäude der Fakultät Architektur feierlich eingeweiht
Außergewöhnliches Raumkonzept eröffnet neue Perspektiven in Lehre und
Kommunikation über die Grenzen von Studiengängen und Institutionen hinweg.
„Allein seit 2016 haben wir auf dem Regensburger Campus rund 120 Millionen
Euro verbaut, um hervorragende Rahmenbedingungen für Lehre und Forschung
zu schaffen“, sagt Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler. Aktuellstes
Beispiel dafür ist das neue Gebäude der Fakultät Architektur der
Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg). Der
Neubau mit Gesamtkosten von rund 34 Millionen Euro wurde am heutigen
Freitag offiziell eingeweiht.
Rund 750 junge Menschen studieren an der Fakultät nicht nur Architektur,
sondern auch Bauklimatik, Historische Bauforschung und Industriedesign.
Charakteristisch für das Lehrkonzept von Dekan Prof. Andreas Emminger und
seinen Kolleg*innen ist, dass über die Grenzen von Semestern und
Studiengängen hinweg gearbeitet, gelehrt und gelernt wird. „Das spiegelt
sich auch in der besonderen Konzeption dieses Neubaus wider“, sagte Prof.
Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg. Das Gebäude sei als
offenes Haus angelegt, mit weitläufigen Treppenanlagen, einem
lichtdurchfluteten Atrium und großzügigen Räumen, die Kommunikation
fördern. Der Präsident sagte, hier werde „ein Quantensprung in der
akademischen Ausbildung induziert“. Der Umzug vom Standort an der
Prüfeninger Straße auf den Campus stärke bereits vorhandene interne
Kooperationen wie beispielsweise mit den Bauingenieur*innen, dem
Maschinenbau oder der Informatik.
Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte: „Für die gesamte Region ist
die OTH Regensburg ein kräftiger Innovationsmotor, der im Bereich der
gesellschaftlichen Megathemen unserer Zeit in den letzten Jahren kraftvoll
beschleunigt hat. Diese Entwicklung zeigt sich auch in den zahlreichen
Baumaßnahmen. Allein seit 2016 haben wir auf dem Campus rund 120 Millionen
Euro verbaut, um hervorragende Rahmenbedingungen für Lehre und Forschung
zu schaffen und dem Ziel, die Hochschule auf einem Campus zu
konzentrieren, näherzukommen. Die Fertigstellung des neuen Gebäudes für
die Fakultät für Architektur ist dabei ein wichtiger Schritt. Die Fakultät
kann mit dem zentral gelegenen und innovativen Neubau nun auf eine
hochmoderne Infrastruktur zurückgreifen, um die Fachkräfte von morgen
auszubilden.“
„Es wächst alles zusammen“, sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-
Schwarzfischer mit Blick auf den „Gesamtcampus“ von Universität und OTH
Regensburg samt Uniklinik, TechCampus und Biopark. „Mittendrin“ liege der
imposante Neubau der Fakultät Architektur, ein Gebäude, das Raum gebe für
neue Perspektiven in Lehre und Kommunikation, neue Ideen und kreativen
Austausch „über die Disziplinen und Institutionen hinweg“, so Maltz-
Schwarzfischer.
Bevor die Hochschulgeistlichen Pfarrerin Dr. Gabriele Kainz,
Studentenpfarrer Hermann Josef Eckl und Pastoralreferentin Rena Kagerer
dem vom Architekturbüro Henning Larsen (Kopenhagen/München) entworfenen
Neubau den kirchlichen Segen erteilten, würdigte Leitender Baudirektor
Gerhard Haslbeck vom Staatlichen Bauamt Regensburg die gute Zusammenarbeit
von der Grundsteinlegung im Juli 2018 bis zur Übergabe des Gebäudes an die
Fakultät Architektur im Oktober 2021. Der Kostenrahmen der zuletzt
genehmigten 34 Millionen Euro sei trotz pandemiebedingter
Beeinträchtigungen eingehalten worden. Das Gebäude sei nicht nur
beeindruckend, sondern auch nachhaltig. Zusammen mit Bauoberrat Stefan
Krabatsch übergab Haslbeck einen überdimensionalen symbolischen Schlüssel,
gefertigt in Holzbauweise und inspiriert von Bauhaus und russischem
Konstruktivismus gleichermaßen.
Dekan Prof. Andreas Emminger schloss in seinem Dank an alle am Bau
Beteiligten auch die Bürgerinnen und Bürger des Freistaats Bayern ein.
„Denn es sind Steuergelder, mit denen dieses Haus bezahlt wurde.“ Die
Fakultät Architektur der OTH Regensburg wolle nun viel zurückgeben an die
Gesellschaft, die Herausforderungen der Zeit annehmen. „Wir alle haben den
Knall von Glasgow gehört“, sagte Emminger. In Glasgow hatte Ende 2021 die
Weltklimakonferenz stattgefunden. „Wir müssen jetzt und gleich unsere
Studierenden befähigen, kreative Lösungen in allen gestalterischen
Bereichen vom Objekt bis zum Stadtraum zu erfinden. Die Prinzipien der
Kreislaufwirtschaft sind ein gewaltiger Hebel, den wir aus Architektur,
Design und Klimatik auf den Grundfesten der Historischen Bauforschung
beisteuern können“, so der Dekan. Das neue Gebäude liefere den idealen
Rahmen dafür.
Wenn in Kürze auch der Neubau des Verwaltungsgebäudes der OTH Regensburg
seiner Bestimmung übergeben wird, findet die sogenannte „Restverlagerung“
der Hochschule auf den Campus ihren Abschluss. Prof. Baier erinnerte
daran, dass die Baukommission bereits im April 1995 beschlossen hatte,
dass der weitere Ausbau der Hochschule nur am Standort
Seybothstraße/Galgenbergstraße erfolgen und ein einheitlicher Campus
entstehen solle. Der bayerische Ministerrat beschloss bei einer Sitzung am
7. Mai 2013 in Regensburg besagte „Restverlagerung“ mit dem Neubau von
Architektur und Verwaltung. Beide Baumaßnahmen wurden schließlich am 7.
Dezember 2016 durch den Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des
Bayerischen Landtags genehmigt.
Inzwischen ist das Thema Restverlagerung jedoch bereits Geschichte: Die
OTH Regensburg hat sich im Laufe der Planungs- und Bauzeit so dynamisch
weiterentwickelt, dass alle freiwerdenden Räume an der Prüfeninger Straße
zur eigenen Nachnutzung verplant sind, insbesondere durch die Fakultät
Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften sowie das start-up center
der OTH Regensburg.
