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Universidad del Rosario und Universität Leipzig unterzeichnen Kooperationsvertrag

In Bogotá v.l.n.r. Luisa Godoy, Vice President for International Affairs, Dr. Sergio Pulgarín Molina, Vice President and Provost at Universidad del Rosario, Prof. Dr. Solveig Richter, Universität Leipzig, Prof. Laura Camila Barrios, Prof. Carolina Galindo  Foto: Universidad Del Rosario
In Bogotá v.l.n.r. Luisa Godoy, Vice President for International Affairs, Dr. Sergio Pulgarín Molina, Vice President and Provost at Universidad del Rosario, Prof. Dr. Solveig Richter, Universität Leipzig, Prof. Laura Camila Barrios, Prof. Carolina Galindo Foto: Universidad Del Rosario
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In Bogotá v.l.n.r. Luisa Godoy, Vice President for International Affairs, Dr. Sergio Pulgarín Molina, Vice President and Provost at Universidad del Rosario, Prof. Dr. Solveig Richter, Universität Leipzig, Prof. Laura Camila Barrios, Prof. Carolina Galindo  Foto: Universidad Del Rosario
In Bogotá v.l.n.r. Luisa Godoy, Vice President for International Affairs, Dr. Sergio Pulgarín Molina, Vice President and Provost at Universidad del Rosario, Prof. Dr. Solveig Richter, Universität Leipzig, Prof. Laura Camila Barrios, Prof. Carolina Galindo Foto: Universidad Del Rosario

Zwischen den Universitäten in Leipzig und Bogotá (Kolumbien) wurde ein
Kooperationsvertrag vereinbart. Darin verpflichten sich die beiden
Bildungseinrichtungen zu einer engen Zusammenarbeit auf verschiedenen
wissenschaftlichen Gebieten. Die Unterlagen haben Prof. Dr. Sergio Andres
Pulgarin Molina, Vizerektor der Universidad del Rosario und die Rektorin
der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking, pandemiebedingt
jeweils an ihren Universitäten unterzeichnet.

„Wir haben bereits ausgezeichnete Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit
einer der größten kolumbianischen Universitäten gemacht“, erklärte
Rektorin Beate Schücking. „Gerade der Friedensprozess, der 2016
eingeleitet wurde, bietet für Forscher:innen sowie Studierende beider
Länder vielfältige Möglichkeiten des Wissenstransfers.“ Kolumbien belegt
laut Angaben des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) mit gut
3.500 eingeschriebenen lateinamerikanischen Studierenden an deutschen
Universitäten Platz 2 hinter Brasilien.

In Leipzig: Die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking (links), und Prof. Dr. Solveig Richter von der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig  Foto: Swen Reichhold
In Leipzig: Die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking (links), und Prof. Dr. Solveig Richter von der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig Foto: Swen Reichhold

Für die Kooperation haben die beiden Universitäten zwei
Forschungsschwerpunkte an erste Stelle gesetzt. Über die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde bereits ein aktuelles Forschungsprojekt
finanziert. Unter dem Titel „Die Dynamik zwischen Gesundheit und
Sicherheit während der Covid-19-Pandemie in Konfliktgebieten in Kolumbien“
gehen die Forscher:innen der Frage nach, welche Auswirkungen die
Covid-19-Pandemie auf die Bevölkerung in den fragilen, konfliktreichen
Gebieten im Süden Kolumbiens hat. Dabei untersuchen sie insbesondere den
ländlichen Raum, der durch das Fehlen einer grundlegenden
Gesundheitsinfrastruktur und eine weitverbreitete Unsicherheit durch die
Präsenz bewaffneter Gruppen und mangelnde staatliche Unterstützung
gekennzeichnet ist. Erste Feldstudien konnten bereits von
Wissenschaftler:innen der beiden Universitäten in Zusammenarbeit mit der
Pontificia Universidad Javeriana durchgeführt werden. „Es zeigen sich sehr
interessante Dynamiken, denn viele Gemeinden haben nicht auf staatliche
Maßnahmen vertraut, sondern haben sich selbst geschützt. Dank der
Kooperation wurde Feldforschung unter solch schwierigen Umständen
überhaupt möglich“, erklärt Prof. Dr. Solveig Richter, Heisenberg
Professorin für Internationale Beziehungen und Transnationale Politik an
der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität
Leipzig. Sie hat maßgeblich an dem Zustandekommen der Kooperation zwischen
Bogotá und Leipzig mitgewirkt und betreut mehrere Forschungsprojekte.

Das zweite Forschungsthema ist die Förderung des Friedensprozesses in dem
lateinamerikanischen Land. Hier wird das Leipzig Research Centre Global
Dynamics (ReCentGlobe) als zentrale Einrichtung der Universität Leipzig
federführend mit dem Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstitut – CAPAZ die
wissenschaftliche Arbeit leiten. „Der Friedensprozess ist durch die
Politik der aktuellen Regierung ins Stocken geraten“, betont Professorin
Richter. „In einem optimistischen Szenario könne man nach den Wahlen in
diesem Jahr von den gesellschaftlichen und politischen Akteuren eine
Deeskalation und eine Neuaufnahme des friedlichen Dialogs erwarten. Durch
die enge Zusammenarbeit und die finanzielle Förderung aus Deutschland
werden wir mit unseren Partner:innen die Auswirkungen der Wahlen genau
analysieren und Schlussfolgerungen für den weiteren Friedensprozess
erarbeiten.“

Das Kooperationsabkommen bietet beiden Universitäten darüber hinaus große
Potenziale, die Forschungskooperation auch auf andere Schwerpunkte
auszuweiten. So ist etwa der Themenbereich der Biodiversität für beide
Partner von hoher Relevanz, denn nach Brasilien verfügt Kolumbien über die
zweitgrößte Biodiversität weltweit. 10 Prozent aller bekannten Tier- und
Pflanzenarten wurden in Kolumbien katalogisiert. Gerade in Kolumbien zeigt
sich dabei, wie stark bio-ökologische und politisch-gesellschaftliche
Dynamiken miteinander verwoben sind. „Im Kontext eines bewaffneten
Konfliktes müssen diese Faktoren interdisziplinär gedacht und analysiert
werden. Dadurch ergibt sich ein breites Forschungsfeld für die
Wissenschaftler:innen der beiden Universitäten“, schätzt Solveig Richter
ein.