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Literarische Spurensuche führt in Hessens Mittelalter

Den Kannibalen entkommen: Auch Hans Staden und sein Reisebericht aus Brasilien finden sich im Führer zu Orten mittelalterlicher Literatur; im nordhessischen Wolfhagen erinnert eine Statue von Karin Bohrmann-Roths an den Abenteurer und Autor.  Foto: Antonia Krihl
Den Kannibalen entkommen: Auch Hans Staden und sein Reisebericht aus Brasilien finden sich im Führer zu Orten mittelalterlicher Literatur; im nordhessischen Wolfhagen erinnert eine Statue von Karin Bohrmann-Roths an den Abenteurer und Autor. Foto: Antonia Krihl
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Den Kannibalen entkommen: Auch Hans Staden und sein Reisebericht aus Brasilien finden sich im Führer zu Orten mittelalterlicher Literatur; im nordhessischen Wolfhagen erinnert eine Statue von Karin Bohrmann-Roths an den Abenteurer und Autor.  Foto: Antonia Krihl
Den Kannibalen entkommen: Auch Hans Staden und sein Reisebericht aus Brasilien finden sich im Führer zu Orten mittelalterlicher Literatur; im nordhessischen Wolfhagen erinnert eine Statue von Karin Bohrmann-Roths an den Abenteurer und Autor. Foto: Antonia Krihl

Wie entkam der hessische Söldner Hans Staden den brasilianischen
Kannibalen? Welcher Skandal belastete die Klosterneugründung in Eberbach?
Wo entstand das teuerste Buch der Welt? Und welche Streiche spielte Till
Eulenspiegel in Marburg? Antworten auf diese Fragen bietet die Lern-App
„MApentiure“, die zu Burgen, Kirchen und anderen Orten führt, zu denen
sich literarische Geschichten aus dem Mittelalter erzählen lassen. Die
Initiatoren aus der Mediävistik der Philipps-Universität Marburg haben die
Beiträge der App jetzt in einem Buch versammelt.

Nathanael Busch, Anna Hofmann & Julia Josten (Hg.): Mapentiure Hessen. Auf
den Spuren mittelalterlicher Literatur, Darmstadt (WBG) 2021, ISBN
978-3-534-40564-0, 200 Seiten, 20 Euro

Dieses Buch nimmt die Leserschaft mit auf eine Abenteuerreise, bei der sie
sich auf den Spuren der mittelalterlichen Literatur in Hessen bewegen.
Germanisten und Germanistinnen führen an 43 Orte – von Helmarshausen im
Norden bis nach Neckarsteinach im Süden – und geben Einblicke in die
Kultur vergangener Zeiten. „Oftmals ist den Orten gar nicht anzusehen, in
welcher Beziehung sie zur Literaturgeschichte stehen“, sagt der Marburger
Mediävist Professor Dr. Nathanael Busch, der das Gemeinschaftswerk
angestoßen hat. „Unser Buch beschreibt, welche Pilgerberichte,
Heldenlieder, mystischen Traktate und Zaubersprüche mit den
mittelalterlichen Stätten verbunden sind.“

Der Sammelband liefert zu jedem Ort mehrere Beiträge: Ein kurzer Text
verbindet jeden der Orte mit einem literarischen Werk aus dem Mittelalter
und liefert ein Stichwort zum literaturgeschichtlichen Kontext; außerdem
gibt es weiterführende Hinweise, etwa Tipps für Freizeit- und
Kulturangebote. Als Lernorte haben die Autorinnen und Autoren zum Beispiel
das Marburger Schloss, Kloster Eberbach oder die Burgruine Steckelberg
ausgewählt. Wie gelangen irische Randnotizen nach Mittelhessen? Wo liegt
der Brunnen, an dem Siegfried ermordet wurde? „Lassen Sie sich überraschen
von der Vielfalt der Zeugnisse und Ereignisse, die es zu entdecken gibt“,
empfiehlt Busch.

Das Buch überträgt die Inhalte der Lern-App „MApentiure“ in die gedruckte
Form. Die Lern-App versteht sich als ein Pilotprojekt mobiler Lehre für
philologische und geisteswissenschaftliche Fächer. Für die Inhalte
zeichnen Mediävisten und Mediävistinnen hessischer Universitäten
verantwortlich. „So profitiert das Projekt nicht nur von stilistischer
Textvielfalt, sondern auch von ganz unterschiedlichen Herangehensweisen
und Erfahrungen“, verspricht Busch.