„Good news and bad news - Psychische Gesundheit im Alter“ – Vortrag in der Reihe „Science & Society“
Jeder Mensch altert. Aber jeder Mensch altert individuell, sodass wir uns
alle voneinander unterscheiden. Das trifft auch auf die psychische
Gesundheit zu. Im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe „Science &
Society“ spricht die Gerontopsychologin Prof. Dr. Eva-Marie Kessler am 24.
Februar 2022 (Beginn: 16.00 Uhr) über die „Psychische Gesundheit im
Alter“; wie sie sich verändert und welche Herausforderungen in der
Gesundheitsversorgung damit verbunden sind. Die Veranstaltung findet als
Online-Meeting statt und wird vom Leibniz-Institut für Alternsforschung
(FLI) und dem Leibniz-Forschungsverbund Healthy Ageing zusammen mit dem
Beutenberg-Campus Jena e.V. organisiert.
Jena. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind für die psychische
Gesundheit bestimmte Fähigkeiten, wie die Selbstreflexion und
Selbstidentität, von großer Bedeutung. Diese so genannten
Lebenskompetenzen haben sich in Forschung und Praxis als besonders
relevant für die psychische Gesundheit von älteren Menschen erwiesen. Doch
mit dem Altern verändert sich auch die psychische Gesundheit. Eine
positive Nachricht dabei ist, dass trotz nachlassender körperlicher
Vitalität, der Abnahme der fluiden Intelligenz und kleiner werdender
sozialer Netzwerke schwere depressive Erkrankungen im Alter nicht häufiger
vorkommen. Gerade „junge Alte“ sind oft mit ihrem Leben zufriedener als
junge Erwachsene. Negativ hingegen ist, dass im Altersverlauf
Demenzerkrankungen deutlich zunehmen und sich auch die Suizidrate erhöht.
Doch wie verändert sich die psychische Gesundheit im Alter? Welche
Einflussgrößen gibt es und kann man sie im Alter bewusst fördern? Diese
und weitere spannende Fragen werden im Rahmen der nächsten Veranstaltung
der öffentlichen Vortragsreihe „Science & Society“ (Zoom-Meeting) näher
diskutiert.
Frau Prof. Eva-Marie Kessler (MSB Medical School Berlin, Hochschule für
Gesundheit und Medizin) erläutert in ihrem Vortrag „Psychische Gesundheit
im Alter – Gute und schlechte Nachrichten“ wichtige Einflussgrößen auf die
psychische Gesundheit und stellt die Wirksamkeit psychotherapeutischer
Ansätze vor, um kognitive, affektive und sozial-kommunikative Ressourcen
bei Menschen mit Demenz zu fördern. Denn, obwohl die Wirksamkeit
psychotherapeutischer Ansätze, wie beispielsweise der
Lebensrückblicktherapie oder der Kognitiven Stimulationstherapie -
entgegen gängiger Vorurteile - sehr gut belegt ist, sind ältere Menschen
mit psychischen Erkrankungen in der Gesundheitsversorgung oft äußerst
schlecht versorgt.
Für die Gerontopsychologin besteht die Prävention und Gesundheitsförderung
im Bereich des psychischen Alterns im Kern darin, das kulturelle
„Hinterherhinken“ hinter den vielfältigen Potentialen dieser Lebensphase,
was in sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen zu beobachten ist, zu
überwinden. Eng damit verbunden ist die notwendige Absage an die kulturell
tief verankerte Auffassung, dass das Leben im höheren Lebensalter weniger
wertvoll ist als in anderen Lebensphasen.
Die Beschreibung konkreter Therapiesituationen im Vortrag erlaubt dabei
einen anschaulichen Einblick in die Entwicklungspotentiale im Alter,
selbst beim Vorliegen psychischer Erkrankungen. Denn für das Lernen und
sich (Weiter)Entwickeln gibt es keine Altersgrenze; bis ins hohe Alter
kann man Kompetenzen entwickeln und stärken.
Die Referentin
Prof. Dr. Kessler ist seit 2015 Professorin für Gerontopsychologie an der
MSB Medical School Berlin, wo sie auch das Amt der Prorektorin für
Interdisziplinarität und Wissenstransfer innehat. Sie ist Psychologische
Psychotherapeutin und Leiterin des Spezialbereichs „Psychotherapie im
Alter“ an der MSB Hochschulambulanz. 2006 promovierte sie an der Jacobs
University Bremen. Für ihre Habilitation im Jahr 2014 an der Universität
Heidelberg wurde sie mit dem Margret-und-Paul-Baltes-Preis der Deutschen
Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie ausgezeichnet. Aktuell ist sie
Koordinatorin der Interessengruppe „Klinische Gerontopsychologie und
Psychotherapie im höheren Lebensalter“ der Deutschen Gesellschaft für
Psychologie (DGPs).
Zu den Forschungsschwerpunkten von Prof. Kessler gehören: Psychische
Gesundheit und Wohlbefinden im Alter, Altersbezogene Stereotype,
Einstellungen und Diskriminierung sowie die psychologischen Potentiale von
Generationenbeziehungen. In ihrem aktuellen, vom Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Projekt „Age_ISM
- Altersbilder und Diskriminierung“ befragt sie bevölkerungsrepräsentativ
2.000 Personen ab 16 Jahren zu ihren Einstellungen gegenüber älteren
Menschen und dem Älterwerden.
Öffentliche Vortragsreihe „Science & Society“
Die zweimal jährlich stattfindende öffentliche Vortragsreihe „Science &
Society“ erweitert die in Jena betriebene naturwissenschaftlich-
medizinische Grundlagen-forschung zum Altern um gesellschaftliche und
soziale Aspekte und wird vom Leibniz-Institut für Alternsforschung –
Fritz-Lipmann-Institut (FLI) und dem Leibniz-Forschungsverbund Healthy
Ageing zusammen mit dem Beutenberg-Campus Jena e.V. organisiert.
Zu der Veranstaltung sind alle Interessenten herzlich eingeladen.
REGISTRIERUNG
Der „Science & Society“-Vortrag findet online via Zoom-Meeting statt
(Beginn: 16.00 Uhr).
Sie können sich unter folgendem Link registrieren:
Zoom Meeting
https://zoom.us/j/94108486852?
Meeting ID: 941 0848 6852
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
