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Mobil Krankenkasse unterstützt Präventionsprogramm der Freien Universität Berlin gegen Cybermobbing

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Fast jeder fünfte Schüler in Deutschland wurde Expertinnen und Experten
zufolge schon im Internet oder in Chats über das Smartphone über einen
längeren Zeitraum hinweg beleidigt, bedroht, belästigt oder bloßgestellt.
Mit dem an der Freien Universität entwickelten wissenschaftlich geprüften
Präventionsprogramm „Medienhelden“ ermöglicht die Mobil Krankenkasse
Jugendlichen einen kompetenten Umgang mit digitalen Medien. Knapp 450
Lehrkräfte, Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter von etwa 350
Gymnasien, Real- und Mittelschulen in Bayern haben die Fortbildung bereits
absolviert und können das Programm im Unterricht umsetzen. „Medienhelden“
soll weiter wachsen.

Beleidigt, verspottet, gehänselt und ausgeschlossen: Mobbing unter
Teenagern gibt es längst nicht mehr nur auf dem Schulhof. Die Attacken
gehen häufig in WhatsApp-Gruppen oder Klassen-Chats weiter oder fangen
erst dort an. Das Tückische: Bei Cybermobbing kann jeder mitlesen und
jeder kann mitmachen. Im Internet wird die Beleidigung zudem dokumentiert
– Monate später ist der Eintrag noch immer für alle sichtbar und für
Betroffene damit umso verletzender. „Cybermobbing kann zu massiven
Problemen führen – von Kopf- oder Bauchschmerzen, Angststörungen,
Depressionen bis hin zu Suizidgedanken“, weiß Univ.-Prof. Dr. Herbert
Scheithauer, Entwicklungspsychologe an der Freien Universität Berlin. Um
Schülern und Lehrkräften Hilfestellungen zu geben, wie sie aktiv gegen
Hass und Ausgrenzung im Netz vorgehen können und sich sicher im Netz
bewegen, hat er mit seinem Team das wissenschaftlich geprüfte vielfach
ausgezeichnete und vom „Weißen Ring“ empfohlene Präventionsprogramm
„Medienhelden“ entwickelt. Es richtet sich an Schüler der 7. bis 10.
Klassen. Bereits seit Ende 2018 bringt die Mobil Krankenkasse das Programm
an Gymnasien, Real- und Mittelschulen in Bayern, indem sie
Fortbildungskosten übernimmt. Knapp 450 Lehrkräfte, Schulpsychologen und
Schulsozialarbeiter von etwa 350 Gymnasien, Real- und Mittelschulen haben
die meist dreitägige Fortbildung inzwischen absolviert und können das
Programm im Unterricht umsetzen – in der Regel tun sie dies über einen
Zeitraum von zehn Wochen.
„Smartphones sind ein entscheidendes Hilfsmittel für das soziale Leben“
Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland sind jeden Tag durchschnittlich rund
vier Stunden online – das hat die Ende 2021 veröffentlichte,
repräsentative JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds
Südwest gezeigt. „Kinder und Jugendliche empfinden Smartphones als
entscheidendes Hilfsmittel für ihr soziales Leben. Soziale Netzwerke
erfüllen ihr Bedürfnis nach Kommunikation. Sie ermöglichen Kontakt mit und
zu Gleichaltrigen und bieten ihnen Möglichkeiten der Selbstpräsentation“,
erläutert Univ.-Prof. Dr. Herbert Scheithauer.
Für Cybermobbing sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen
Kommt es jedoch zu anhaltenden Hänseleien, Beleidigungen oder Bedrohungen
im Netz, leiden Betroffene oft sehr darunter, Klassenkameraden schreiten
oft nicht ein. Im Rahmen von „Medienhelden“ können Schüler für die Folgen
– sowohl für Betroffene als auch für Täter – sensibilisiert und ihnen
Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Die Jugendlichen analysieren
Ursachen von Cybermobbing, beurteilen Situationen im Hinblick auf ihre
möglichen Konsequenzen und besprechen, wie sie sich vor Cybermobbing
schützen und anderen helfen können. Sie bearbeiten Aufgaben gemeinsam,
diskutieren, wie sich die virtuellen Beleidigungen anfühlen und
verständigen sich auf Verhaltensregeln gegen digitale Hetze.

Perspektivenwechsel als Erfolgsrezept

Über Rollenspiele üben die Schüler bei „Medienhelden“, sich in andere
hineinzuversetzen. Im geschützten Rahmen nehmen sie verschiedene
Perspektiven ein – Opfer, Täter oder Mitläufer. Sie berichten von ihren
Gefühlen, Gedanken, Wünschen und Handlungsspielräumen, die sie in der
jeweiligen Rolle hatten. Die Schüler erleben Reaktionen auf ihr Verhalten
und lernen, zu erkennen, wann jemand zum Opfer wird und wie sie eingreifen
können. Darüber hinaus bringen sich Schüler bei „Medienhelden“ gegenseitig
bei, wie sie sichere Social-Media-Profile erstellen – welche Daten sie
preisgeben, welche nicht. Und sie bereiten für ihre Eltern einen
Elternabend vor. Hierbei erklären sie den Erwachsenen unter anderem, wie
sie mit ihrem Kind reden können, damit dieses sich ihnen anvertraut und
keine Angst haben muss, dass die Eltern ihm das Handy entziehen.

„Das Programm bringt gute, anhaltende Erfolge“

„Wissenschaftliche Evaluationen und die Erfahrungen der vergangenen Jahre
haben gezeigt: „Medienhelden“ bringt gute, anhaltende Erfolge. Die
Akzeptanz ist hoch, da die Jugendlichen zahlreiche Maßnahmen
selbstbestimmt und mitwirkend umsetzen und ihr Wissen an Mitschüler und
Eltern weitergeben. In einer Längsschnittstudie konnten wir unter anderem
weniger Cybermobbing, mehr Empathie, ein besseres Selbstwertgefühl und ein
besseres Wohlbefinden feststellen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Herbert
Scheithauer.

Statement von Ariane Lieckfeldt, Mobil Krankenkasse, Prävention und
Gesundheits-förderung:
„Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen hat sich in den vergangenen
Jahren stark verbreitet. Wir erleben regelmäßig, wieviel Unwissenheit bei
vielen Schülerinnen und Schülern vor allem hinsichtlich Social Media
herrscht – dass viele Kinder und Jugendliche sich gar nicht bewusst sind,
welche Auswirkungen es hat, wenn sie Fotos, Videos oder Texte bei TikTok,
Snapchat oder in WhatsApp-Gruppen posten. Der kompetente Umgang mit Medien
ist extrem wichtig. Seit Ende 2018 haben fast 450 Lehrkräfte,
Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter in Bayern an den
„Medienhelden“-Fortbildungen teilgenommen. Das zeigt, wie groß der Bedarf
ist, die Medienkompetenz und die seelische Gesundheit von Kindern und
Jugendlichen zu fördern. Unser Ziel ist es, dass das Programm
„Medienhelden“ fester Bestandteil in möglichst vielen weiterführenden
Schulen wird.“

Statement von Stephan Lehmann, Stadionsprecher des FC Bayern München,
Moderator, zweifacher Vater:
„Das ist eine wahnsinnig runde Sache. Ich bin mir sehr sicher, dass wir es
brauchen, mehr denn je und dass das Früchte tragen wird. Ich bin ein
großer Fan von „Medienhelden“. Das kann ich nur unterstützen. Ich freue
mich –, nicht nur, wenn meine Kinder, sondern alle Jugendlichen, die
dieses Programm in ihren Schulen durchlaufen –, da einfach fitter werden,
also mehr Kompetenz im Umgang mit Medien entwickeln und damit weniger
anfällig für Cybermobbing sind.“

•       Weitere Informationen unter www.medienhelden.info sowie über
Gernot Goldenbaum von der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838 55
225.
•       Hier (https://mobil-
krankenkasse.de/unternehmen/presse/pressemeldungen.html) geht es zum
Pressebereich der Mobil Krankenkasse mit umfassender Pressemappe (u. a.
mit Experten-Interview, Zahlen und Fakten, Statements) sowie Foto- und
Videomaterial.