Zuckersteuer: Warum Cola und Limo teurer werden müssen
Die Deutschen essen zu ungesund. Da ist es kein Wunder, dass Adipositas
und Diabetes auf dem Vormarsch sind – bei Erwachsenen und vor allem auch
bei Kindern. Ein „Hauptschuldiger“ ist längst bekannt: Zucker! Der
deutlich zu hohe Konsum hierzulande muss dringend gesenkt werden. Wie das
ganz konkret zu machen wäre, zeigt die Untersuchung von Fabian Kaiser, die
an der SRH Fernhochschule – The Mobile University durchgeführt wurde.
Der „Tag der gesunden Ernährung“ am 7. März ist hierzulande nicht
unbedingt ein Grund zum Feiern. Gesunde und ausgewogene Ernährung? Oftmals
immer noch Fehlanzeige! Die Deutschen essen im Durchschnitt zu viel, zu
fett und vor allen Dingen zu süß. Die Folge: Adipositas, Diabetes und
Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden zu vermeidbaren Volkskrankheiten, was
steigende Kosten im Gesundheitssystem zur Folge hat. Dabei könnte man die
Überzuckerung der Gesellschaft effektiv eindämmen.
Ausgerechnet eine Steuer?
Es ist ein Reizwort für manche, aber eine Besteuerung zuckergesüßter
Getränke würde zu einer deutlichen Reduktion des Konsums führen. Zu diesem
Ergebnis kommt die Master-Thesis von Fabian Kaiser im Studiengang Business
Administration, die der Student Anfang des Jahres an der SRH
Fernhochschule eingereicht hat. „Die Arbeit zeigt, dass eine Zuckersteuer
positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung hätte“, so Dr.
Michael Koch, Professor für Economics & Sustainability an der SRH
Fernhochschule, der die Arbeit betreut hat. „Und das macht sich auch bei
den Kosten im Gesundheitssystem bemerkbar.“
Die sind in Deutschland zu hoch. Schnelle und effektive Maßnahmen müssen
her. Für seine Untersuchung führte Kaiser eine Online-Befragung mit 617
Personen durch, die vor allem die sogenannte „Preiselastizität der
Nachfrage“ bei zuckergesüßten Getränken bestimmen sollte. Damit ist der
Rückgang der Nachfrage nach einem bestimmten Produkt gemeint, der bei
einer Preiserhöhung eintritt. Die Ergebnisse sind aussagekräftig: Schon
eine Steuer in Höhe von zehn Prozent auf zuckergesüßte Getränke würde
deren Konsum in Deutschland um knapp 17 Prozent senken.
Seltene Einigkeit, auch beim Thema Werbeverbot
Beachtlich: Nicht nur die befragten Verbraucher sind für eine Besteuerung
der zuckerhaltigen Getränke. Kaiser wandte sich im Rahmen seiner Master-
Thesis auch an Gesundheitsverbände, Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler sowie die Zucker- und Getränkeindustrie. Alle Befragten
sind sich mehrheitlich einig, dass der Zuckerkonsum reduziert werden muss
– und dass eine „Zuckersteuer“ ein probates Mittel wäre, um dieses Ziel zu
erreichen.
„Die WHO empfiehlt eine Senkung des Zuckerkonsums um 20 Prozent“, so Prof.
Dr. Koch. „Das wäre bei Cola, Limo und Co. mit einer Besteuerung von 16,7
Prozent zu erreichen, wie Fabian Kaisers Arbeit belegt.“ Außerdem zeige
sie weitere Optionen auf: Ein Werbeverbot analog zu Alkohol und Tabak und
– fast noch dringlicher – eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die
Folgen eines zu hohen Zuckerkonsums. „Hier hapert es leider noch
deutlich.“
„Jetzt ist die Politik gefragt“
Was also tun? Es muss gehandelt werden, da sind sich Fabian Kaiser und
sein Professor einig. Die einzelnen Ansätze hätten sich im Ausland bereits
bewährt. „Jetzt ist die Politik gefragt, und zwar schnell. Eine
Zuckersteuer ist ein wichtiger Aspekt. Aber das allein wird nicht reichen.
Es muss ein Maßnahmenpaket her, das neben einer Steuer weitere Ansätze
beinhaltetet.“ Sonst drohten negative Konsequenzen für die Gesundheit der
Menschen in unserem Land – und für ein Gesundheitssystem, das ohnehin
oftmals am Limit ist.
Erfahren Sie am 07. April in einem Online-Vortrag von Fabian Kaiser wie
sich eine Steuer auf zuckergesüßte Getränke in Deutschland auf das
Kaufverhalten der Verbraucher auswirkt.
Dickes Deutschland – kann eine Zuckersteuer die Adipositas-Epidemie
stoppen?
Webinar Donnerstag 07.04.2022, 19:30 Uhr
Eine Anmeldung ist nicht nötig. Sie wählen sich einfach über folgenden
Link ein: https://bit.ly/3H6PaSA
