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Nachhaltiges Lebensmittelhandwerk für Sachsen-Anhalt

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Berufspädagogen verankern in einem Modellversuch das Thema Nachhaltigkeit
in der Berufsausbildung

Berufs- und Betriebspädagogen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
haben in einem Modellversuch das Thema Nachhaltigkeit erfolgreich in die
Berufsausbildung der Lebensmittelindustrie des Landes Sachsen-Anhalt
integriert.

Im Rahmen eines vom Bund geförderten Modellversuchs haben die
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstmals gemeinsam mit regionalen
Unternehmen der Lebensmittelindustrie und des Lebensmittelhandwerks
nachhaltigkeitsorientierte Lehr- und Lerninhalte für den betrieblichen
Teil der dualen Berufsausbildung entwickelt und erprobt.
Bei diesem Testlauf durchliefen die Auszubildenden themenspezifische
Module und bearbeiteten verschiedene Aufgaben die ökologische, die
ökonomische und die soziale Nachhaltigkeit betreffend. Inhaltliche
Schwerpunkte bildeten die Themen Energie, Verpackung, Kreislaufwirtschaft
oder Rohstoffe. So lag, zum Beispiel, der Fokus in der Ausbildung zum
Süßwarentechnologen auf dem Rohstoff Kakao. Anschließend erstellten die
Auszubildenden ein unternehmensspezifisches Nachhaltigkeitskonzept.

Praxispartner in dem Projekt waren die Unternehmen Henglein, Kathi,
Halloren, Nordbrand Nordhausen, Keunecke, Ihr Landbäcker, Bodeta, Wikana
und Rotkäppchen-Mumm. Die Erprobungsberufe waren die dualen
Berufsausbildungen in den Bereichen Süßwarentechnologie,
Lebensmitteltechnik, Brennerei/ Destillation und Weintechnologie.
„In Sachsen-Anhalt bilden Lebensmittelindustrie und –handwerk eine der
größten Wirtschaftsbranchen und qualifizierte Fachkräfte sind eine der
wichtigsten Ressourcen für diese Unternehmen“, so die Projektmitarbeiterin
Linda Vieback. „Eine attraktive und nachhaltig ausgerichtete
Berufsausbildung ist also für den Unternehmenserfolg essenziell.“ Aber
obwohl Ernährung ein zentrales Thema nachhaltiger Entwicklung sei, fehlten
in der Ausbildung bisher fachdidaktische Lehr-und Lernarrangements zur
Vermittlung von Nachhaltigkeitskompetenzen - sowohl für die Auszubildenden
als auch für das Ausbildungspersonal, so die Berufspädagogin weiter.

Im Ergebnis des Modellversuchs entstanden ein Leitfaden für das
Ausbildungspersonal sowie praxisbezogene, flexible und modularisierte
Lehr-Lernarrangements. Diese Ausbildungsinhalte stehen ab sofort sowohl
online auf der Lehr-Lernplattform „CoSiTo“ als auch in Form von
Modulheften mit Arbeitsblättern und Beispiellösungen für alle
Interessierten auf www.nachleben.net zu Verfügung.

In einem nächsten Schritt werden die Inhalte und Materialien des
Modellversuchs zu Qualifizierungsmodulen für das Ausbildungspersonal in
den Betrieben sowie in den überbetrieblichen Bildungsstätten im
Lebensmittelhandwerk und der Lebensmittelindustrie weiterentwickelt und
bundesweit erprobt.
Dafür kooperiert der Lehrstuhl für Ingenieurpädagogik und Didaktik der
technischen Bildung der Universität Magdeburg mit der Akademie des
Deutschen Bäckerhandwerks Nord und Weinheim sowie der Zentralstelle für
Weiterbildung im Handwerk. So starteten im März die Kurse in Dresden und
Weinheim.

Als einer von sechs Modellversuchen des Bundesinstituts für Berufsbildung
(BIBB) ist das Verbundprojekt „NachLeben“ in den Förderschwerpunkt
„Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019“ eingebunden und wird
im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige
Entwicklung“ (BNE) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
gefördert.

Weitere Informationen unter: https://nachleben.net/