Dekolonisation in Deutschland und Verfolgung syrischer Täter: Interviewangebot mit Robin Schmahl vom Berliner ZMO
Robin Schmahl ist der Autor von
"Was Kant a racist?” The public discussion on Germany's belated
intellectual decolonization.
Download: https://pits.europe-lab.net/wp
Places-in-the-Sun-1.pdf
sowie
„Universal Jurisdiction as Iustitia ex Machina. Speaking Justice for the
Victims of ISIS and the Syrian Civil War in Germany”
Download:
https://www.institutegreatereu
Forschungsinteressen:
> Europäischer Imperialismus im Nahen Osten sowie dessen Einfluss auf
Demokratie und Menschenrechte heute;
> Dekolonisationsbestrebungen in Deutschland;
> universelle Gerichtsbarkeit und die juristische Verfolgung von syrischen
Tätern in Deutschland.
Robin Schmahl studierte Nahoststudien, Philosophie, Politikwissenschaft
und Geschichte in München und Kairo. 2020 erhielt er seinen
Masterabschluss von der Ludwig-Maximilians-Universität
forscht er am Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin innerhalb des
Projektes Historicity of Democracy in the Muslim and Arab Worlds
(HISDEMAB).
Das internationale Verbundprojekt HISDEMAB erforscht beratende
Institutionen und Praktiken sowie demokratische Impulse in Nordafrika und
dem Mittleren Osten vom 19. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart. Besondere
Beachtung gilt der Aushandlung politischer, kultureller, geschlechtlicher
und religiöser Fragen vor dem Hintergrund der osmanischen Vergangenheit,
kolonialer Einflussnahme und den Modalitäten der Unabhängigkeit und
Entwicklung des bürgerlichen und politischen Lebens. Dabei untersuchen die
Wisenschaftler*innen insbesondere die Konstruktion von
Staatsbürgerschaftsrecht, den Umgang mit Minderheiten, die Funktionsweise
des Parlaments und Debatten zur Staatsverfassung, sowie Bürgerbewegungen,
Mobilisierungsmethoden, Meinungsbildung, Verhandlungsformen und
politischen/staatsbürgerlichen Überlegungen.
In seinem Forschungsprojekt beschäftigt sich Robin Schmahl mit
institutioneller Geschichte in Ägypten des 18. Jahrhunderts und während
der französischen Expedition von 1798-1801. Er reflektiert hier inwieweit
Napoleon Bonapartes Invasion tatsächlich als der oftmals erklärte Anbeginn
eines modernen Nahen Ostens verstanden werden kann. Schmahl stellt dabei
gängige Narrative eines europäischen Demokratieexports in Frage. Des
Weiteren analysiert er anhand des Diwans von Kairo als zentrales
Herrschaftsorgan des Osmanischen Ägyptens inwieweit deliberative
demokratische Theorien dekolonialisiert werden können.
