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Erfolgreicher Europäischer Masterstudiengang zu Migration wird weiter gefördert

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Seit 2011 koordiniert die Universität Oldenburg den Studiengang European
Master in Migration and Intercultural Relations. Das europäische
Exzellenzprogramm Erasmus Mundus fördert den Studiengang nun für fünf
weitere Jahre mit rund 5,2 Millionen Euro.

Mehr als 220 Absolventinnen und Absolventen aus 62 Ländern – das ist nach
einem Jahrzehnt die stolze Zwischenbilanz des Studiengangs EMMIR (European
Master Migration and Intercultural Relations). Das europäische
Exzellenzprogramm Erasmus Mundus fördert den von der Universität Oldenburg
koordinierten Studiengang nun für fünf weitere Jahre mit rund 5,2
Millionen Euro.

Seit 2011 bietet die Universität Oldenburg das Programm gemeinsam mit vier
europäischen, drei afrikanischen und seit diesem Jahr auch zwei indischen
Partnerinstitutionen an. Der Masterstudiengang vermittelt Disziplinen-
übergreifend Theorien, Konzepte und Methoden im Bereich der
Migrationsforschung und ermöglicht es den Studierenden zudem, praktische
Erfahrungen zu sammeln. Die Universität Oldenburg ist die einzige
niedersächsische Hochschule, die ein solches Masterprogramm koordiniert.

„Migrationsprozesse haben einen großen Einfluss auf unsere
Gesellschaften“, erläutert der Oldenburger Kulturwissenschaftler Prof. Dr.
Martin Butler, der für das Projekt verantwortlich ist. „Dank unseres
großen internationalen Netzwerks, das Menschen aus sehr unterschiedlichen
Regionen und Kontexten zusammenbringt, lernen die Studierenden, das Thema
aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.“

Eine europäische Erfolgsgeschichte

Der Studiengang, der im Jahr 2019 als einer der ersten in das europäische
Register für Qualität in der Hochschullehre aufgenommen und von der
Europäischen Kommission als „Erfolgsgeschichte“ und „gutes Praxisbeispiel“
ausgezeichnet wurde, umfasst vier thematische Schwerpunkte, erklärt Dr.
Lydia Potts, die das Konsortium koordiniert. „In ihnen geht es unter
anderem um Fragen der Konfliktbewältigung und der sozialen Gerechtigkeit,
Prozesse der Wissensproduktion oder um Aspekte von Gender und Diversität“.

Im Mittelpunkt des Studiums steht die Mobilität der Studierenden selbst:
Die Teilnehmenden eines Jahrgangs verbringen das erste Semester gemeinsam
in Oldenburg, das zweite gemeinsam an der Universität Stavanger
(Norwegen). Daran schließt sich eine Projektphase an, in der die
Studierenden individuell ein Modul an einer der neun beteiligten
Institutionen wählen. Die Masterarbeit in einem frei gewählten Partnerland
im vierten Semester bildet den Abschluss.

Etwa 400 Bewerbungen für den Studiengang gehen jährlich aus aller Welt
ein. Die Projektkoordination und die Partnerinstitutionen wählen in einem
aufwändigen und sorgfältig abgestimmten Prozess schließlich 30 Studierende
aus. Die bisherigen Absolventinnen und Absolventen arbeiten erfolgreich in
renommierten internationalen Organisationen, wie dem Flüchtlingshilfswerk
der Vereinten Nationen oder Ärzte ohne Grenzen, oder in nationalen
Regierungsorganisationen.

Hervorragende Studierende aus der ganzen Welt

Für die künftige Förderperiode haben die Verantwortlichen bereits neben
dem regulären Programm Sommerschulen sowie Konferenzen im Sudan, in Indien
und Oldenburg geplant. Von der Fördersumme fließt gut die Hälfte in
insgesamt 84 Vollstipendien für je 24 Monate. Den zweiten Teil der
Fördergelder nutzen die Partner, um den Studiengang vor Ort zu
realisieren. 120.000 Euro stehen für Studierende mit besonderen
Bedürfnissen zur Verfügung.

EMMIR verleiht seit dem ersten Abschlussjahrgang einen sogenannten Joint
Degree aller beteiligten Partnerinstitutionen. Damit zählt der Studiengang
zu den weltweit exzellenten, transnationalen Masterstudiengängen mit einem
Doppel-, Mehrfach- oder gemeinsamen Abschluss (Erasmus Mundus Joint Master
Degrees EMJM).  Diese Studienprogramme richten sich an hervorragende
Studierende aus der ganzen Welt.

Neben den neun Institutionen pflegt das von der Universität Oldenburg
koordinierte Programm Austausch mit 34 assoziierten Partnern in 15
Ländern, darunter Universitäten und Forschungszentren, die zu Lehre sowie
Forschungsberatung und -betreuung in Bereichen beitragen, die im
Konsortium unterrepräsentiert sind. Das EMMIR-Netzwerk umfasst zudem 16
Partner aus der Arbeitswelt, etwa Regierungsorganisationen sowie
internationale Organisationen beziehungsweise
Nichtregierungsorganisationen.