Der Blick auf die Pandemie-Zahlen und ihre Interpretation
LS-TRENDS[extra] stellt Analysemethoden des Geomonitorings zur
Coronapandemie vor
Die Hospitalisierungsrate, der Verlauf von erfassten Ansteckungen oder die
Zahl der Impfungen pro Tag: Datenbasiertes Monitoring ist während der
Coronapandemie zu einem maßgeblichen Informationsinstrument für das
Krisenmanagement geworden. Das aktuelle ILS-TRENDS[extra] „Die neue
Datenmü(n)digkeit? Pandemiedaten zwischen Politikberatung und
Raumforschung“ nimmt Daten und ihre Interpretation aus Sicht der
Raumwissenschaft in den Blick.
„Nie zuvor war der Alltag derart eng von Zahlen und ihrer Auslegung
abhängig. Zentrale Indikatoren wie die Inzidenz oder die
Hospitalisierungsrate haben die öffentliche Diskussion über den Verlauf
der Pandemie maßgeblich beeinflusst“, erläutert ILS-Wissenschaftler Prof.
Dr. Stefan Fina, der das Heft zusammen mit Christian Gerten und Dr.
Bastian Heider verfasst hat.
Anhand von Anwendungsbeispielen wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten sich
aus der Kombination von theoretischen Debatten und explorativen
Datenanalysen ergeben. Dabei werden soziale und wirtschaftliche
Auswirkungen der Pandemie, wie der Zusammenhang zwischen Infektionsrisiko
und sozialräumlichen Einflussfaktoren oder die Entwicklung des
Arbeitsmarkts, genauer untersucht und in Karten und Grafiken visualisiert.
„Mit diesen raumanalytischen Verwertungsmöglichkeiten von Pandemiedaten
werden Zusammenhänge zwischen räumlichen Wirkungskomplexen untersucht und
dadurch neues Wissen und Ansatzpunkte für vertiefende Forschung erzeugt“,
so Fina.
Entsprechende Analysen für Düsseldorf bestätigen beispielhaft den
Zusammenhang zwischen Betroffenheit, sozialräumlicher Lage und Lebensstil.
Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken steigt in benachteiligten Lagen.
Einflussfaktoren wie das Bildungsniveau, beengte Wohnverhältnisse oder
milieutypisches Verhalten im Alltag verstärken sich dabei wechselseitig.
„Die höhere Anfälligkeit, gepaart mit einer geminderten
Anpassungskapazität und Fähigkeit zur Vorsorge, tritt für Betroffene als
schwere Hypothek für die Zukunft zu Tage.“
ILS-TRENDS[extra] 2.2022 „Die neue Datenmü(n)digkeit? Pandemiedaten
zwischen Politikberatung und Raumforschung“ ist ab sofort digital
verfügbar. Autoren des Hefts sind Stefan Fina, Christian Gerten und
Bastian Heider. Das Heft entstand unter Mitarbeit von Katinka Gehrig-
Fitting, Jutta Rönsch und Benjamin Scholz. Nadine Blätgen, Bundesinstitut
für Bau-, Stadt- und Raumforschung, stellt in einem Gastbeitrag die
interaktive Anwendung Corona regional vor.
