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Geld für Öko-Leistungen des Waldes DBU fördert forstlichen Wandel – Tag des Waldes

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Der Wunsch nach mehr arten- und strukturreichen Wäldern, die
zudem Wasser speichern, Luft kühlen und Erholung bieten, wird stärker. Das
Problem: Solche Gratis-Leistungen werden bei der Waldplanung bisher zu
wenig berücksichtigt. Eine Chance könnte die Vergütung von
Ökosystemleistungen bieten. Die Technische Universität (TU) Dresden zeigt
Optionen auf und entwickelt Methoden zur Honorierung nachhaltiger
Waldwirtschaft – am Beispiel von Flächen in Mecklenburg-Vorpommern. Die
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Verbundprojekt fachlich
und finanziell mit rund 570.000 Euro.

Standortgerechte Waldwirtschaft zählt mit nachhaltigem Holzbau laut
Wissenschaftlichem Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen
(WBGU) zu den Mehrgewinnstrategien. „Denn Wälder nehmen nicht nur
beachtliche Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid aus der Luft auf und
speichern den Kohlenstoff“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Sie
tragen nach seinen Worten auch zum Artenschutz bei, dienen als
Klimaanlage, spenden Sickerwasser. Bonde: „Diese wertvollen
Ökosystemleistungen der Wälder müssen finanziell besser gewürdigt werden.“
Das werde helfen, solchen natürlichen Mehrwert für Mensch und Umwelt
aufrechtzuerhalten und den Wert einzelner Flächen zu steigern. „Ob Klima-
und Biodiversitätskrise bewältigt werden, wird sich in der Fläche zeigen“,
fügt der DBU-Generalsekretär mit Blick auf den „Internationalen Tag des
Waldes“ am 21. März hinzu, den die Welternährungsorganisation FAO (Food
and Agriculture Orginazation of the United Nations) Ende der 1970er-Jahre
initiiert hatte.

Wandel in der Waldwirtschaft wichtig

Lange Zeit gab die Holzproduktion den Takt bei der Waldplanung vor, doch
mittlerweile ist ein Wandel im Gang. „Fichten waren in Deutschland bisher
vorrangige Einnahmequelle bei Waldbesitzerinnen und -besitzern“, sagt Dr.
Reinhard Stock, Leiter des DBU-Referats Naturschutz. „Ihre weitgehend
astfreien langen Stämme, das schnelle Wachstum und die hohe Qualität als
Bauholz prägten das forstliche Handeln.“ Doch Extremwetter wie Dürren
schwächten in den vergangenen Jahren die Vitalität der Fichtenforste;
Borkenkäfer-Kalamitäten beschleunigten überdies das großflächige
Absterben. Vom erhöhten Einschlag an Schadholz profitierten Säge-, Hobel-
und Imprägnierwerke durch immense Exporte nach China und in die USA. Für
Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dagegen gab es aufgrund des
Überangebots an Holz nur geringe Erlöse. „Wir brauchen einen schnellen
Wandel in der Waldwirtschaft“, sagt Stock. Strukturreiche Laubmischwälder
mit ihren vielfältigen Ökosystemleistungen seien deutlich
widerstandsfähiger. Damit der Waldumbau nach seinen Worten gelingt und der
Waldbesitz sich nicht allein durch Holzverkauf rentiert, ist „die
Finanzierung von Ökosystemleistungen zu einem Top-Thema in Politik,
Wissenschaft und Forstpraxis geworden“, so der DBU-Referatsleiter. Die
Herausforderung: Zwar gibt es nach seinen Worten erste, schematische
Honorierungsansätze, eine auf wissenschaftlicher Basis hergeleitete
Methodik fehlt aber noch.

Qualität von Ökosystemleistungen erhöhen und Kosten ermitteln

Eine solche Methodik will das Institut für Forstökonomie und
Forsteinrichtung der TU Dresden in Kooperation mit Wirtschaft,
Naturschutz, Tourismus, Wissenschaft und Forstpraxis entwickeln – mit
besonderem Fokus auf die Nachfrage. „Zu diesem Zweck werden Präferenzen
von Waldnutzerinnen und -nutzern ermittelt“, sagt Prof. Dr. Andreas Bitter
vom Institut für Forstökonomie und Forsteinrichtung der TU Dresden. Neben
einer erweiterten Inventurdatenauswertung, die nicht nur auf
Holzproduktion ausgerichtet ist, werden nach seinen Worten sogenannte
Weiserflächen für charakteristische Waldentwicklungstypen angelegt.
Untersucht wird auf diesen Forschungsflächen, wie die Qualität einzelner
Ökosystemleistungen zu erhöhen ist. „So lassen sich über die notwendigen
Maßnahmen auch die Kosten ermitteln“, sagt der Waldexperte. Vorteil der
Waldentwicklungstypen: Sie finden sich in vielen Bundesländern. Das
sichert laut Bitter eine methodische und teils sogar direkte inhaltliche
Übertragbarkeit des Ansatzes auf viele Betriebe in Deutschland. Gemeinsam
mit den Haupt-Nutzergruppen werde ein Vermarktungskonzept erarbeitet.

Eingebunden sind forstliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern

Das auf drei Jahre angelegte Projekt findet in Kooperation mit
verschiedenen Institutionen der TU Dresden, der Berliner Hochschule für
Wirtschaft und Recht sowie mit Naturschutz und Tourismus statt, wobei alle
Waldbesitzarten berücksichtigt werden sollen. Ein betriebliches
Planungshandbuch mit Verfahrensbeschreibungen und waldbaulichen
Behandlungsprogrammen soll eine Verbreitung in der Forstpraxis
ermöglichen. Eingebunden in das Projekt sind Praxisbetriebe des Staats-,
Kommunal- und Privatwaldes im Bereich des Forstamtes Billenhagen in
Mecklenburg-Vorpommern.Dresden. Der Wunsch nach mehr arten- und
strukturreichen Wäldern, die zudem Wasser speichern, Luft kühlen und
Erholung bieten, wird stärker. Das Problem: Solche Gratis-Leistungen
werden bei der Waldplanung bisher zu wenig berücksichtigt. Eine Chance
könnte die Vergütung von Ökosystemleistungen bieten. Die Technische
Universität (TU) Dresden zeigt Optionen auf und entwickelt Methoden zur
Honorierung nachhaltiger Waldwirtschaft – am Beispiel von Flächen in
Mecklenburg-Vorpommern. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert
das Verbundprojekt fachlich und finanziell mit rund 570.000 Euro.