Forschungsvorhaben heavyRAIN verbessert Regenmessung für Starkregenvorhersage in Lübeck
Wann und wo wird Starkregen auftreten? Wie können Bürger*innen und
Einsatzkräfte vor einem nahenden Ereignis gewarnt werden? Das sind die
Fragen, die die hydro & meteo GmbH in Kooperation mit den Stadtwerken
Lübeck, der Hansestadt Lübeck und der Technischen Hochschule (TH) Lübeck
im Rahmen des Projektes „heavyRAIN“ in Lübeck beantworten möchte.
Der Schutz vor Starkregen ist eine der zentralen Herausforderungen der
Klimafolgenanpassung. Im Starkregenfall zählt jede Minute, um kurzfristige
Maßnahmen zur Verminderung von Schäden zu ergreifen und sich in Sicherheit
zu begeben. Eine schnellere und präzisere Vorwarnung hilft den
Einsatzkräften proaktiv zu handeln.
Das Forschungsvorhaben „heavyRAIN“ erhält von September 2022 bis August
2025 im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND eine Förderung durch das
Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV). Ziel ist es, ein
verbessertes Frühwarnsystem für Starkregen zu entwickeln. In den kommenden
drei Jahren werden in vier deutschen Städten (Bochum, Hagen, Lüdenscheid
und Lübeck) eigene Niederschlagsmessungen durchgeführt. Hiermit und mit
weiteren Wetterdaten wird die Vorhersagemethodik verbessert.
Initiiert und durchgeführt wird das Projekt von der Okeanos Smart Data
Solutions GmbH aus Bochum, der hydro & meteo GmbH aus Lübeck, dem Bochumer
Institut für Technologie gGmbH und dem Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz NRW. Unterstützt werden sie von den Städten Bochum,
Hagen, Lübeck und Lüdenscheid, die gleichzeitig als Orte der Feldstudien
fungieren, sowie vom Deutschen Wetterdienst, der Emschergenossenschaft &
Lippeverband, den Stadtwerken Bochum Netze, dem Wetternetz Hagen, den
Stadtwerken Lüdenscheid & Herscheid, den Stadtwerken Lübeck Digital (bis
vor kurzem „Travekom“), den Wirtschaftsbetrieben Hagen sowie der
Technischen Hochschule Lübeck.
Das hydrometeorologische Ingenieurbüro hydro & meteo GmbH, ein seit vielen
Jahren mit Niederschlagsdaten und -warnsystemen vertrautes Unternehmen,
ist der Projektpartner in Lübeck. In Zusammenarbeit mit der Abteilung für
Straßenbeleuchtung der Hansestadt Lübeck werden 50 neu entwickelte,
kompakte IoT-Niederschlagssensoren an Straßenlaternen im ganzen
Stadtgebiet installiert. Die Niederschlagssensoren von der Firma NIVUS
arbeiten mit Infrarotlicht und bieten eine Regenmessung in Echtzeit, die
über das LoRaWAN-Netz der Stadtwerke Lübeck gesammelt wird. Die Messungen
werden später über das Internetportal der „Smart City Region Lübeck“
(geoportal.smart-hl.city) abrufbar sein. Diese Daten werden anschließend
von leistungsstarken Vorhersage-Algorithmen analysiert, um eine genaue
Einschätzung der Niederschlagslage zu liefern.
Marius Kämmel studiert Umweltingenieurwesen und -management an der TH
Lübeck. Im Rahmen der Lehre am Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften
erfuhr der 24-Jährige vom Projekt HeavyRAIN: „Ich war direkt davon
begeistert und arbeite nun als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt
mit.“ Um ein besseres Verständnis für die Funktionsweise sowie –fähigkeit
der Geräte zu bekommen habe Kämmel zunächst einzelne Sensoren im Labor für
Umweltverfahrenstechnik getestet. Dafür konzipierte und nutzte er einen
eigenen Versuchsaufbau. „Mittlerweile installiere ich die Sensoren
gemeinsam mit meinem Kollegen Bruno Castro von der hydro & meteo GmbH in
sämtlichen Lübecker Stadtteilen. Diese praktische Arbeit bringt sehr viel
Spaß. Es macht mich auch stolz die Sensoren an ihrem finalen Standort zu
sehen.“
Das Projekt heavyRAIN wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND
(www.mFUND.de) durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr
gefördert.
