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Antimonument Extended – Entwicklung eines digitalen Spiels über Denkmäler von Künstlern der gottbegnadeten Liste der NS

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Der Umgang mit Denkmälern und Monumenten von Künstlern der „gottbegnadeten
Liste“ des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (1944)
wird seit einiger Zeit kontrovers diskutiert. Teilweise ist die Geschichte
von Denkmälern in Vergessenheit geraten. Um einen Beitrag zur
Auseinandersetzung mit diesen teils prominent den öffentlichen Raum
prägenden Monumenten zu leisten, kooperiert das Labor für Virtuelle
Realität / Virtuelles Studio am Fachbereich Medien der Hochschule
Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Jens Herder mit dem Verein
Antimonument e.V.

Gemeinsam mit dem Künstler und Leiter des Vereins, Shinpei Takeda, wurde
ein Virtual Reality-Programm entwickelt, in dem drei öffentliche Monumente
von Künstlern der „gottbegnadeten Liste“ 3D-gescannt und in ein virtuelles
Spiel importiert wurden. In der virtuellen Welt können Nutzer*innen diese
mit Spray bemalen, Objekte oder Botschaften hinzufügen und ihre eigene
Meinung über die Geschichte ausdrücken – die Monumente somit also
"dekonstruieren".

Eine weitere Dimension des Projekts sind tatsächliche Interventionen an
denselben Monumenten durch eingeladene zeitgenössische Künstler*innen mit
Migrationshintergrund. Diese wurden beauftragt, über die Skulpturen zu
recherchieren und eine Performance mit oder um die Denkmäler herum zu
gestalten.

Ein Workshop fand bereits am 24. Juni vor den Monumenten von Hans Breker
im Nordpark-Aquazoo statt. Zwei weitere Interventionen werden am 19.
August an Georg Kolbes Skulptur "Stehender Jüngling" in Golzheim und am
"Bergischen Löwen" von Philip Harth an der Königsallee / Graf-Adolf Platz
stattfinden.

Sie alle werden in der Ausstellung "Manufacturing Antimonument"
zusammengefasst und ausgestellt, die vom 4. bis 27. August in der Galerie
Wildpalms in Flingern (Gerresheimer Straße 33, 40211 Düsseldorf) zu sehen
sein wird. Begleitet wird die Ausstellung durch mehrere Vorträge und
Workshops.