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Olaf Scholz und Dr. Manja Schüle zu Besuch im DIfE

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In seiner Funktion als Abgeordneter des Wahlkreises Potsdam-Mittelmark II
besuchte Bundeskanzler Olaf Scholz am Montag gemeinsam mit Dr. Manja
Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des
Landes Brandenburg, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-
Rehbrücke (DIfE). Im Rahmen seiner Sommertour informierte sich der
Kanzler, wie die Ernährung die Gesundheit beeinflussen kann, wie
Forschungsergebnisse in Präventions- und Therapiemöglichkeiten für
ernährungsbedingte Erkrankungen einfließen und welche Rolle Nachhaltigkeit
und Klimaneutralität am DIfE spielen.

Präventionsforschung und Nachhaltigkeit im Fokus

Die neue Woche startete für das DIfE mit einem ganz besonderen Ereignis:
Bei strahlendem Sonnenschein empfingen Prof. Dr. Tilman Grune und Dr.
Birgit Schröder-Smeibidl, Vorstand des DIfE, den deutschen Bundeskanzler
Olaf Scholz und Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle im
Gerty-Cori-Haus. In einer kleinen Gesprächsrunde bekamen die beiden SPD-
Politiker Einblicke in die Forschungsschwerpunkte und die strategische
Ausrichtung des Instituts. Der wissenschaftliche Vorstand Prof. Grune
betonte dabei die Bedeutung der Präventionsforschung in Deutschland: „Mit
Blick auf die aktuellen Erkrankungszahlen ist es immens wichtig, die
Ursachen ernährungsbedingter Krankheiten wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes
und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits an der Wurzel zu bekämpfen.
Präventive Maßnahmen sind entscheidend, um das Leid der Betroffenen zu
minimieren und das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten. Die
Präventionsforschung sollte daher unbedingt weiter gefördert werden.“
Daran anschließend informierte Dr. Schröder-Smeibidl, administrativer
Vorstand, über die 2021 begonnene und von Bund und Land mit 19,1 Millionen
Euro geförderte Sanierungsmaßnahme des DIfE-Altbaus sowie über den
innovativen Ansatz zum Bau einer Energiezentrale zur Wärme- und
Kälteerzeugung.

Im Dialog mit Mitarbeiter*innen aus Forschung und Administration

Nach dem Austausch in kleiner Runde stellten vier Mitarbeiter*innen aus
Wissenschaft und Administration in 90-sekündigen Kurzpräsentationen ihre
Arbeit am DIfE vor. Den Anfang machte Prof. Dr. Annette Schürmann,
Leiterin der Abteilung Experimentelle Diabetologie und Sprecherin des
Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), indem sie den dringenden
Handlungsbedarf bei der Prävention des Typ-2-Diabetes aufzeigte.
Anschließend erklärte Dr. Sören Ocvirk, Projektleiter der Arbeitsgruppe
Intestinale Mikrobiologie, wie wichtig die Vielfalt der Darmmikrobiota ist
und wie sich diese durch eine gesunde Ernährung erhalten lässt. Daraufhin
präsentierte Selma Yagoub, Doktorandin der Nachwuchsgruppe Neuronale
Schaltkreise, welchen Einfluss die mütterliche Ernährung in der
Schwangerschaft auf die Bildung neuronaler Schaltkreise beim Kind hat.

Klimaneutraler Forschungsbetrieb bis 2035

Im Anschluss an die wissenschaftlichen Themen erläuterte Mathias Noll,
Leiter des Referats Technik und Betrieb, die Herausforderungen und
Lösungsansätze auf dem Weg zu einem klimaneutralen Forschungsinstitut.
„Mit dem von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Pilotvorhaben
‚Klimaneutraler Forschungsbetrieb‘ werden wir Konzepte und Instrumente für
einen klimaneutralen Wissenschaftsbetrieb entwickeln, diese Ideen der
Leibniz-Gemeinschaft zur Verfügung stellen und somit einen Beitrag zur
Nachhaltigkeit leisten. Mit der Landesförderung aus dem Brandenburg-Paket
sollen bereits erste Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emmissionen bis Ende
2024 umgesetzt werden“, sagte Noll.

Dr. Schröder-Smeibidl unterstrich diese Pläne: „Wir werden mit der
anstehenden großen Sanierungsmaßnahme und dem Bau einer neuen
Energiezentrale die Abhängigkeit des DIfE von fossilen Energiequellen
deutlich reduzieren können und unserem Ziel, im Jahr 2035 klimaneutral zu
sein, entscheidend näher kommen.“

Humanstudienzentrum und Biobank im Schnelldurchlauf

Zum Abschluss des einstündigen Besuchs von Olaf Scholz und Manja Schüle
stand eine kurze Besichtigung des Humanstudienzentrums (HSZ) und der
angrenzenden Biobank auf dem Programm. Dabei erklärte HSZ-Leiterin Dr.
Sonja Schieß, wie das HSZ sowohl Wissenschaftler*innen des DIfE als auch
externe Forschende bei der Erzeugung und dem Management von
Forschungsdaten und Proben unterstützt. In der Biobank angekommen, übergab
sie das Wort an Peggy Großmann, die den Gästen das Kernstück der Biobank
präsentierte: einen Probenroboter, in dem bis zu 180.000 menschliche
Bioproben bei -150 bis -180 °C aufbewahrt und durch ein automatisiertes
Handling vereinfacht eingelagert und entnommen werden können.

Forschung auf höchstem internationalem Niveau

Seine Eindrücke und Erkenntnisse des Tages fasste Olaf Scholz in einem
abschließenden Statement zusammen: „Ernährung ist etwas, das für uns als
Menschen dazu gehört. Es ist wichtig zu wissen, wie Ernährung so gestaltet
werden kann, dass wir gut und gesund leben können. Darum ist es von großer
Bedeutung, dass hier auf höchstem internationalem Niveau geforscht wird
und diese Erkenntnisse dann Stück für Stück in unseren Alltag gelangen.“

Dr. Manja Schüle ergänzte: „Ein Sprichwort lautet: ‚Du bist, was Du isst.‘
Am DIfE wird erforscht, welches Essen uns guttut. Denn das Risiko für
Volkskrankheiten wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist
erheblich von unserer Ernährung abhängig. Aber: Wie entstehen
Entscheidungen zur Nahrungsauswahl im Gehirn - und können sie verändert
werden? Wie reagiert der Körper auf eine bestimmte Ernährungsweise? Mit
seiner exzellenten experimentellen und anwendungsorientierten
Grundlagenforschung arbeitet das DIfE an diesen und weiteren
Zukunftsfragen. Doch das traditionsreiche Institut ist nicht nur ein Motor
der Ernährungs- und Gesundheitswissenschaften in Brandenburg, sondern auch
ein wichtiger Akteur in der Wissenschaftskommunikation. Und davon - mehr
Wissenschaft, mehr Lösungsvorschläge, mehr Diskurs - kann es nie genug
geben!"