Online-Programm für depressiv erkrankte Geflüchtete aus der Ukraine
Webseite und kostenfreies Selbsthilfe-Programm auf Ukrainisch und Russisch
bieten Geflüchteten mit Depression Unterstützung – Natalia Yegorova hilft
ehrenamtlich bei der Bekanntmachung
Leipzig, 17.08.2023 – Für Migrantinnen und Migranten mit Depression stehen
das kostenfreie Online- Programm iFightDepression der Stiftung Deutsche
Depressionshilfe und Suizidprävention sowie die gleichnamige
Informationswebseite ab sofort in einer ukrainischen und russischen
Sprachversion zur Verfügung. Das an die kognitive Verhaltenstherapie
angelehnte Online-Programm hilft Betroffenen, Depression besser zu
verstehen und zeigt Übungen für den Alltag. Zudem bietet es neue Inhalte
zu fluchtrelevanten Themen wie Trauma und Umgang mit Verlusten.
Sprachbarrieren und Versorgungsengpässe für ukrainische Geflüchtete
Die ukrainische und russische Version des Online-Programms richtet sich an
Geflüchtete in Deutschland und soll helfen, Sprachbarrieren und
Versorgungsengpässe zu überbrücken. Mehr als 1 Millionen Menschen sind
laut Bundesinnenministerium aus dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland
geflüchtet.
„Depression ist eine schwere, ernstzunehmende Erkrankung, die mit einem
erheblichen Leidensdruck einhergeht und einer professionellen Behandlung
bedarf. Geflüchtete Menschen haben es jedoch besonders schwer, in einem
neuen Land Hilfe zu finden. Es fehlen Psychotherapeuten und Ärzte, die sie
in ihrer Muttersprache behandeln können. Ein Online-Programm kann helfen
diese Versorgungslücke etwas zu überbrücken“, erklärt Prof. Ulrich Hegerl,
Vorsitzender Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention/
Inhaber der Senckenberg-Professur an der Universität Frankfurt/M.
Prominente Unterstützung bei der Bekanntmachung des Angebots von Natalia
Yegorova
Unterstützt wird die Bekanntmachung des Programms ehrenamtlich von der
ukrainischen Sängerin Natalia Yegorova. Zuletzt war sie im TV bei „Let’s
dance“ zu sehen. „Der Krieg in der Ukraine trifft psychisch erkrankte
Menschen besonders hart. Ich habe Menschen getroffen, die wegen der Flucht
ihre Behandlung unterbrechen mussten. Nun fehlt ihnen aufgrund von
Sprachbarrieren und fehlendem Wissen, an wen man sich wenden kann,
jegliche Hilfe. Ich bin sehr dankbar, dass die Stiftung Deutsche
Depressionshilfe mit ihrem kostenfreien Onlineprogramm hier ein Angebot
geschaffen hat, das unterstützen und Wartezeiten auf Behandlung
überbrücken kann – und das in den Muttersprachen Ukrainisch und Russisch.“
Yegorova wird u.a. mit Social Media Clips in ukrainischer Sprache helfen,
dass depressiv erkrankte Geflüchtete in Deutschland auf das Online-Angebot
bei Depression aufmerksam werden.
Kostenfrei in 14 weiteren Sprachen verfügbar
Die Wirksamkeit von iFightDepression wurde in einer randomisierten
kontrollierten Studie (Oehler et al., 2020) nachgewiesen. iFightDepression
ist neben Ukrainisch und Russisch auch in einer kultursensitiven
arabischen Version und in 13 weiteren Sprachen kostenfrei verfügbar. Eine
Begleitung durch ärztliches und psychotherapeutisches Fachpersonal sowie
Mitarbeitende in der Flüchtlingshilfe wird empfohlen. Diese können sich
durch die Teilnahme an einer CME-zertifizierten Online-Fortbildung auf
https://ifightdepression.com/w
Patienten zur Nutzung einladen. Eine Fortbildung kann alternativ auch über
die E-Mail-Adresse mesur@deutsche-depressionshilf
aber möglichst vielen aus der Ukraine geflüchteten Menschen Unterstützung
im Rahmen der Selbsthilfe zu ermöglichen, sind die beiden neuen
Sprachversionen auch ohne eine solche Begleitung zugänglich. Eine
Registrierung in der jeweiligen Sprache ist auf der folgenden Website
möglich:
• Ukrainisch: https://ifightdepression.com/u
• Russisch: https://ifightdepression.com/r
iFightDepression ist ein Projekt der European Alliance Against Depression
(EAAD). Die kulturelle Anpassung, Erweiterung und Übersetzung des Online-
Programmes und der Webseite in eine ukrainische und russische
Sprachversion wird durch das EU-kofinanzierte Projekt „Mental Health
Support for Ukrainian Refugees“ (MESUR) ermöglicht. Die Verbreitung in
Deutschland erfolgt über die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und
Suizidprävention.
Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention
Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention hat sich die
bessere Versorgung depressiv erkrankter Menschen und die Reduktion der
Suizide in Deutschland zum Ziel gesetzt. Vorstandsvorsitzender ist Prof.
Dr. Ulrich Hegerl. Die Schirmherrschaft hat der Entertainer und
Schauspieler Harald Schmidt übernommen. Neben Forschungsaktivitäten bietet
die Stiftung Betroffenen und Angehörigen unter ihrem Dach vielfältige
Informations- und Hilfsangebote wie das Diskussionsforum Depression und
das deutschlandweite Info-Telefon Depression. In 89 Städten und Kommunen
haben sich Bündnisse gebildet, die auf lokaler Ebene Aufklärung über die
Erkrankung leisten. Die Arbeit erfolgt pharma- unabhängig.
www.deutsche-depressionshilfe.
European Alliance Against Depression - EAAD
Die European Alliance Against Depression (EAAD) ist eine internationale
Non-Profit-Organisation mit Sitz in Leipzig und Frankfurt am Main,
Deutschland. Ihr Präsident ist Prof. Dr. Ulrich Hegerl. Die EAAD
verzeichnet Mitglieder und mehr als 100 regionale Netzwerkpartner auf der
ganzen Welt. Ihr Hauptziel ist die Verbesserung der Versorgung und die
Optimierung der Behandlung von Patienten mit depressiven Störungen sowie
die Prävention von Suizidalität. Der Verein wurde 2008 von einer Reihe von
Experten für psychische Gesundheit aus verschiedenen europäischen
Forschungseinrichtungen gegründet, um die von der EU finanzierten EAAD-
Projekte (2004-2008) weiterzuführen. Die EAAD ist an mehreren europäischen
Forschungsprojekten beteiligt, die sich mit Depression und
Suizidprävention befassen.
www.eaad.net
