Forschungsprojekt für nachhaltigen Wasserverbrauch sucht Testhaushalte
Die Nutzung von Wasser überwachen, Sparpotenziale aufzeigen und die
Verwendung von Regenwasser erforschen: Mit diesen Zielen leitet Fraunhofer
FIT das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte
Projekt CrowdWater. Zweck des Projekts ist die Entwicklung einer
regionalen Wasser-Datenplattform für die private, öffentliche sowie
gewerbliche Nutzung. Für die Erarbeitung praxisnaher Lösungen werden
aktuell etwa 30 Testhaushalte gesucht.
>>Wasser bewusst nutzen
Noch gibt es in Deutschland ausreichend Trinkwasser. Doch das Land
trocknet infolge der globalen Erderwärmung langsam aus. Die
Grundwasserbestände sinken. Ein Grund dafür ist nach Einschätzung des
Umweltbundesamts die abnehmende Aufnahme- und Speicherfähigkeit des
Erdbodens infolge von starken Klimaereignissen. Die genaue Entwicklung und
ihre Folgen für bestimmte Gebiete lassen sich aktuell noch schwer
abschätzen, da es keine präzise Informationslage über Wassermengen und den
Einfluss von Sparmaßnahmen auf ausgewählte Regionen gibt.
Hier setzt das Projekt CrowdWater (Crowdbasiertes Monitoring und
Vorhersage für nachhaltige Regen- & Trinkwassernutzung) an, indem es
Sensordaten zum Kreislauf der Wassernutzung erfasst und verarbeitet. Ein
umfassendes Monitoring in Echtzeit ermöglicht, dass Haushalte ihren
Wassereinsatz erfolgreich planen und Wartungsarbeiten in
Versorgungsunternehmen nutzengerechter durchgeführt werden können. Mit
einem Angebot an Veranstaltungen und Lehrmaterialien wird CrowdWater
darüber hinaus ein Grundverständnis von nachhaltiger Wassernutzung
vermitteln, welche auch verfügbares Regenwasser mit einbezieht.
Zur Strategie des Projekts gehört die Verknüpfung intelligenter Messgeräte
mit digitalen Werkzeugen. Innerhalb eines vielfältigen IoT-Netzwerks
(Internet of Things oder Internet der Dinge) sollen zukünftig der genaue
Bedarf an Wasser bestimmt und eventuelle Verluste identifiziert werden
können. Dies gelingt unter anderem durch die Berücksichtigung aktueller
Wetterdaten. Um den Verbrauch der lebenswichtigen Ressource in
betrieblichen Prozessen zu ermitteln, sollen mobile Messkoffer zum Einsatz
kommen.
>>Interaktiver Lösungsansatz dank Living Lab
Das Erfahrungswissen und die Lebenswirklichkeit von Verbraucherinnen und
Verbrauchern spielen eine zentrale Rolle in der Erforschung ihrer
Wassernutzung. CrowdWater möchte deshalb rund 30 Testhaushalte und drei
bis sechs Unternehmen in einem Living Lab vernetzen. Ein Living Lab ist
ein virtuelles Labor zur Forschung unter Realbedingungen. Die ausgewählten
Haushalte werden mit entsprechender Sensorik ausgestattet, um Daten über
die Umsetzbarkeit der Werkzeuge zu erheben und Anreizmechanismen zum
Wassersparen zu testen.
Als Teilnehmende am Living Lab sollten Sie sich idealerweise für die
Erforschung nachhaltiger Regen- und Trinkwassernutzung interessieren und
zu einer aktiven Mitgestaltung bereit sein. Weiterhin werden vorwiegend
Haushalte aus dem Rhein-Sieg-Kreis oder Nordrhein-Westfalen gesucht. Bei
Interesse oder auch allgemeinen Fragen zum Projekt können Sie sich an
unsere Living Lab Koordinatorin Anika Martin
(
>>Breit gefächerte Beteiligung
Sowohl kommunale als auch wirtschaftliche Projektpartnerschaften
bereichern CrowdWater mit Expertise und Ressourcen. Um das wichtige Thema
Datenschutz sowie die Organisation der Living Labs kümmert sich das
Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. Die Stadtwerke
Troisdorf, die Stadt Hennef und die Verbandsgemeindewerke Kirchen stellen
sich für die praktische Umsetzung der Wassersparmaßnahmen zur Verfügung.
Daran beteiligt ist auch die Biesenthal Wasserzähler GmbH, die mit den
behördlichen Partnern technische Anforderungen herausarbeitet. Sie
unterstützt deren Machbarkeitsuntersuchung und kooperiert so mit
Fraunhofer FIT und der si-automation GmbH. Ebenfalls im Aufgabenbereich
der si-automation GmbH liegt die Entwicklung und Testung vorläufiger
Lösungen.
Weitere Informationen zum Projekt und aktuelle Infos finden Sie unter
<https://crowdwater.info>
