Solidarität mit enteigneter Jesuitenhochschule in Nicaragua
Die Hochschule für Philosophie München (HFPH) möchte
ihre uneingeschränkte Solidarität mit der Universidad Centroamericana
(UCA) in Managua, Nicaragua, ausdrücken. Die UCA, eine renommierte
Bildungseinrichtung in Trägerschaft des Jesuitenordens, wurde kürzlich von
der autoritären sandinistischen Regierung Nicaraguas unter Präsident
Daniel Ortega geschlossen und enteignet.
Angriff auf die Autonomie der Universitäten, die akademische Freiheit und
die Menschenrechte
Jüngst wurde die jesuitische Universidad Centroamericana (UCA) in der
nicaraguanischen Hauptstadt Managua unter dem totalitären Ortega-Regime
geschlossen, deren Eigentum beschlagnahmt und sämtliche Vermögenswerte
konfisziert. Der Hochschulbetrieb wurde eingestellt. Der Nationale
Hochschulrat beschloss am 17. August 2023 die Zulassung der Katholischen
Universität aufzuheben. Ein Gericht in Managua hatte der Hochschule zuvor
vorgeworfen, ein „Zentrum des Terrorismus“ zu sein. 2018 gingen
Studentenproteste gegen die Politik der Regierung Ortegas von der UCA aus.
Seitdem waren die UCA sowie andere kirchliche Einrichtungen und
Würdenträger immer wieder Schikanen und Repressalien des Machthabers und
seiner langjährigen antikirchlichen Politik ausgesetzt.
Die Vorwürfe wurden u. a. von der Zentralamerikanischen Provinz der
Gesellschaft Jesu, als „falsch und unbegründet“ zurückgewiesen. Die
prestigeträchtige Lehr- und Forschungsarbeit, die die Universität in den
Jahren ihres Bestehens geleistet habe, sei national und international
anerkannt und stehe in Einklang mit der Bildungstradition der Gesellschaft
Jesu und den Leitlinien der katholischen Kirche, so die Jesuiten weiter.
Die Enteignung der UCA wurde von verschiedenen internationalen
Organisationen, einschließlich des Verbands lateinamerikanischer Jesuiten-
Universitäten, als Angriff auf die Autonomie der Universitäten, die
akademische Freiheit und die Menschenrechte verurteilt.
Unterstützung für die Zentralamerikanische Universität in Nicaragua
Es ist von entscheidender Bedeutung, internationale Unterstützung für die
Verteidigung der UCA zu mobilisieren und die ungerechtfertigten Vorwürfe
der Ortega- Diktatur zurückzuweisen. Als jesuitische Schwester-Hochschule
steht die HFPH solidarisch an der Seite der UCA.
„In einer Zeit, in der der Austausch von Wissen und Ideen sowie die
Förderung des kritischen Denkens wichtiger denn je sind, müssen wir
gemeinsam für die Wahrung der akademischen Freiheit und für die
grundlegenden Menschenrechte eintreten. Die Freiheit des akademischen
Ausdrucks ist von entscheidender Bedeutung für eine aufgeklärte und
fortschrittliche Gesellschaft“, äußert sich Prof. Dr. Michael Reder,
Professor für Praktische Philosophie und Vizepräsident der HFPH, zu der
inakzeptablen Unterdrückung und Schließung der Universidad
Centroamericana.
Jesuitenhochschule UCA
Die Universidad Centroamericana (UCA) wurde 1963 vom Jesuitenorden als
eine gemeinnützige, autonome und christlich inspirierte Hochschule
gegründet und ist heute eine der wichtigsten Universitäten in
Mittelamerika. In ihrer über 60-jährigen Geschichte hat sich die UCA als
ein lebendiges Zentrum des freien Denkens, der akademischen Exzellenz und
des sozialen Engagements etabliert. Als Mitglied des Verbands
lateinamerikanischer Jesuiten-Universitäten AUSJAL hat die UCA einen
wertvollen Beitrag zur Bildung und Entwicklung in der Region geleistet.
Über die Hochschule für Philosophie München
An der Hochschule für Philosophie München (HFPH) stellen sich Lehrende und
Studierende seit fast 100 Jahren gemeinsam den großen gesellschaftlichen
Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Wir bilden Menschen in
Philosophie aus, damit sie komplexe Zusammenhänge kritisch erfassen können
und Orientierung in den existenziellen Fragen des Menschseins gewinnen.
Das Studienangebot der vom Jesuitenorden getragenen und staatlich
anerkannten Hochschule umfasst Studiengänge in Philosophie mit den
Abschlüssen Bachelor, Master und Promotion ebenso wie berufsbegleitende
Weiterbildungsstudiengänge mit Zertifikat oder Master-Abschluss. Im
Zentrum des Münchner Universitätsviertels zeichnet sich die Hochschule
durch besondere Lehr-/Lernprozesse auf Augenhöhe zwischen Studierenden und
Lehrenden, eine familiäre Atmosphäre sowie inter- und transdisziplinären
Austausch aus. Die Hochschule ist ein Ort des Dialogs und der Debatte, der
auch über die Wissenschaft hinaus in die Gesellschaft hineinwirkt.
