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Künstliche Intelligenz: Bewertungstool zeigt, wie KI-Systeme nachhaltiger werden können

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Pressemitteilung von Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
und AlgorithmWatch

► AlgorithmWatch, IÖW und DAI-Labor der TU Berlin veröffentlichen Online-
Bewertungstool für Organisationen, die Künstliche Intelligenz entwickeln
oder einsetzen

► Fragebogen ermöglicht Organisationen und Unternehmen, die sozialen,
ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeitsauswirkungen ihrer KI-Systeme
selbst einzuschätzen, wie es aktuelle Regulierungsvorhaben vorsehen

► Tool gibt Anregungen für Verbesserungen etwa zu den Themen inklusives
und partizipatives Design, Ressourcenverbrauch, technische Verlässlichkeit
und menschliche Aufsicht sowie Selbstbestimmung und Datenschutz

Berlin, 29. August 2023 – Mit der Einführung von ChatGPT hat die
Künstliche Intelligenz (KI) einen Aufmerksamkeitsschub erhalten. Immer
lauter wird auch vor den Risiken von KI gewarnt. Dabei geraten neben
Risiken wie Diskriminierung oder Desinformation auch die wachsenden
Ressourcenverbräuche für mehr Rechenleistung stärker ins Zentrum der
Debatte. Für Organisationen ist es dabei nicht leicht, selbst
einzuschätzen, welche Nachhaltigkeitseffekte ihre Systeme haben.
Unterstützung bietet nun ein neues Onlinetool zur Bewertung der
Nachhaltigkeit von KI. Organisationen, die KI selbst entwickeln oder
einsetzen, können damit systematisch bewerten, welche Auswirkungen ihre
KI-Systeme haben – sozial, ökologisch und ökonomisch. Das kostenlose Tool
von AlgorithmWatch (AW), Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
(IÖW) und Distributed Artificial Intelligence Laboratory der Technischen
Universität Berlin basiert auf einem Kriterien- und Indikatorenset für
nachhaltige KI, das in dem Forschungsprojekt SustAIn mit Förderung durch
das Bundesumweltministerium entwickelt wurde.

„KI-Systeme von personalisierten Nachrichtenfeeds oder Chat Bots bis hin
zu maschinell optimierten Industrieprozessen sind mit vielfältigen Risiken
verbunden. So gibt es etwa Fragen zur technischen Verlässlichkeit und
menschlichen Aufsicht oder zu wachsenden Strom- und Wasserverbräuchen für
Rechenprozesse“, sagt Digitalexpertin Friederike Rohde vom IÖW. „Mit dem
Bewertungsinstrument wollen wir das Bewusstsein für Nachhaltigkeitseffekte
verbessern und aufzeigen, an welchen Stellen Unternehmen ihre Systeme
maschinellen Lernens verbessern können.“

In elf Schritten Nachhaltigkeit von KI bewerten

Über den gesamten Lebenszyklus komplexer KI-Systeme treten
Nachhaltigkeitseffekte auf – vom Datenmodell und Systemdesign, über die
Modellentwicklung und -nutzung bis hin zur Entsorgung der Hardware. In elf
Schritten können sich KI-Verantwortliche in Organisationen durch den
anonymen Fragebogen zur Selbsteinschätzung klicken und Angaben machen zu
Kriterien wie Selbstbestimmung, Datenschutz oder kultureller Sensibilität,
aber auch zum Monitoring von Ressourcenverbräuchen oder
Treibhausgasemissionen.

Mit dem Kriterien- und Indikatorenset des SustAIn-Projektes wurde ein
umfassender Ansatz entwickelt, mit dem die sozialen, ökologischen und
ökonomischen Auswirkungen von KI-Systemen erfasst und bewertet werden
können. Die wachsende Debatte um KI und Nachhaltigkeit braucht eine
differenzierte Betrachtung und fundierte Erkenntnisse zu den
Nachhaltigkeitsfolgen entlang des Lebenszyklus, so die Forschenden. Mit
dem Onlinetool steht allen Organisationen die Möglichkeit offen, ihre KI-
Systeme zu bewerten.

Tool vereinfacht Vorbereitung auf europäische KI-Verordnung

„Organisationen, die das Bewertungstool nutzen, erhalten in einem
Auswertungsdokument Anregungen, wie sie ihre KI-Systeme verbessern und
Risiken verringern können“, sagt Anne Mollen, Projektmanagerin von
AlgorithmWatch. „Anforderungen an das Tracking von Energieverbräuchen und
andere ökologische Auswirkungen werden voraussichtlich in der europäischen
KI-Verordnung verankert sein, deshalb müssen Organisationen, die KI
entwickeln und einsetzten, jetzt die Kompetenzen und Instrumente dafür
aufbauen.“ Die geplante Verordnung der EU-Kommission zur Regulierung von
KI-Systemen könnte ab dem Jahr 2026 zur Anwendung kommen und soll
verhindern, dass KI für umstrittene Methoden eingesetzt wird.

Das Onlinetool zur Bewertung der Nachhaltigkeit von KI ist Teil des
Projekts „SustAIn – Nachhaltigkeitsindex für Künstliche Intelligenz“, das
in der Förderinitiative KI-Leuchttürme vom Bundesumweltministerium
gefördert wird.

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Redaktionelle Informationen

► Tool zur Bewertung der Nachhaltigkeit von KI:
https://sustain.algorithmwatch.org/bewertungstool/

► Download der Studie: Nachhaltigkeitskriterien für Künstliche
Intelligenz. Entwicklung eines Kriterien- und Indikatorensets für die
Nachhaltigkeitsbewertung von KI-Systemen entlang des Lebenszyklus
(Download PDF):
https://www.ioew.de/publikation/nachhaltigkeitskriterien_fuer_kuenstliche_intelligenz