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Viele Drogentodesfälle nach Überdosierungen wären durch Nasenspray vermeidbar

Suchtexperte Prof. Dr. Heino Stöver von der Frankfurt UAS  Foto: Benedikt Bieber  Frankfurt UAS
Suchtexperte Prof. Dr. Heino Stöver von der Frankfurt UAS Foto: Benedikt Bieber Frankfurt UAS
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Suchtexperte Prof. Dr. Heino Stöver von der Frankfurt UAS  Foto: Benedikt Bieber  Frankfurt UAS
Suchtexperte Prof. Dr. Heino Stöver von der Frankfurt UAS Foto: Benedikt Bieber Frankfurt UAS

International Overdose Awareness Day am 31. August: Suchtforscher Prof.
Dr. Heino Stöver und Simon Fleißner zur Bedeutung von Take-Home-Naloxon

Der „Internationale Tag gegen Überdosierungen“ (International Overdose
Awareness Day) am 31. August 2023 macht weltweit darauf aufmerksam, dass
viele drogenkonsumbedingte Todesfälle durch fachgerechte Maßnahmen
vermeidbar wären.

„Auch in Deutschland steigt die Zahl der verstorbenen Drogengebrauchenden
seit zehn Jahren auf 1.990 im vergangenen Jahr 2022“, sagt Prof. Dr. Heino
Stöver, Professor an der Frankfurt University of Applied Sciences
(Frankfurt UAS) und Direktor des Instituts für Suchtforschung Frankfurt
(ISFF). „Damit haben wir einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht.“ Dabei
gibt es laut Stöver nachweislich Möglichkeiten, Todesfälle aufgrund von
Überdosierungen zu verhindern. Anlässlich des weltweiten Gedenktages macht
der Suchtforscher erneut auf die Chancen von Naloxon-Nasenspray (Take-
Home-Naloxon) aufmerksam.

„Die meisten Überdosierungen stehen im Zusammenhang mit dem Konsum von
Opioiden, wie z.B. Heroin“, sagt Simon Fleißner, Projektkoordinator des
Bundesmodellprojektes NALtrain sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter am
ISFF. „Das Gegenmittel Naloxon in den Händen der Konsumentinnen und
Konsumenten könnte Leben retten.“
Bisher bleibt Take-Home-Naloxon in Deutschland hinter seinem Potenzial
zurück. „Es sollten noch mehr Konsumierende geschult werden, wie sie im
Drogennotfall handeln können, und sie sollten im Anschluss mit den
lebensrettenden Naloxon-Nasensprays versorgt werden“, fordert Fleißner.
Naloxon als Nasenspray ist auch für Laien einfach und sicher anwendbar und
hebt innerhalb weniger Minuten die potenziell tödliche Wirkung von
Opioiden auf. Take-Home-Naloxon kann eine Maßnahme sein, die Todesfälle
aufgrund von Überdosierungen verhindert.

„Wir sind heute auch in Gedanken bei allen, die Angehörige und Freunde
verloren haben und fordern die Politik auf, Maßnahmen zu ergreifen und zu
finanzieren, die Leben retten können“, sagt Stöver. Drogenkonsumräume,
Take-Home-Naloxon, Drug-Checking und eine bessere und vielfältigere
Versorgung mit der Substitutionsbehandlung könnten Abhilfe schaffen.

Das Projekt NALtrain
Das Institut für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied
Sciences (ISFF) ist vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) damit
beauftragt, mit dem Projekt NALtrain Take-Home-Naloxon in ganz Deutschland
besser zugänglich zu machen. Das Projekt läuft noch bis Juni 2024.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit
und Gesundheit, Prof. Dr. Heino Stöver, Telefon: +49 69 1533-2823, E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. | Simon Fleißner, Telefon: + 49 69 1533-3125,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.