Neuer Weiterbildungsstudiengang zu interkultureller Ethik an der HFPH
Zum Wintersemester 2023/24 startet an der Hochschule
für Philosophie München (HFPH) mit „Ethics of Intercultural Dialogue“
(EID) erstmals ein voll digitaler, englischsprachiger und
berufsbegleitender Zertifikatsstudiengang, der sich mit dem hochrelevanten
Thema der interkulturellen Ethik an ein internationales Publikum richtet.
Das Zertifikat kann zum weiterbildenden Master in Ethik ausgebaut werden.
Das Studienangebot wird in Kooperation mit dem Kircher Netzwerk, der
Universidad Loyola (Spanien) und Jesuit Worldwide Learning durchgeführt.
Vielfalt gelingt von allein?
Wir kommunizieren, arbeiten und leben zunehmend mit Menschen aus
verschiedenen Kulturen. Wenn unterschiedliche Werte und Wertvorstellungen
aufeinanderprallen, können Konflikte und ethische Probleme entstehen, für
die einfache „How-to“-Lösungsansätze oftmals zu kurz greifen. „Ethics of
Intercultural Dialogue“ (EID) ermöglicht es Studierenden aus aller Welt
berufsbegleitend eine philosophische Haltung aus einer interkulturellen
Perspektive zu ethischen Fragen zu entwickeln, die ihnen tagtäglich im
Berufsalltag und in ihrer persönlichen Lebenswelt begegnen.
„Kurse zur ‚interkulturellen Kompetenz‘ gibt es wie Sand am Meer –
Fremdheitserfahrungen lassen sich jedoch nicht einfach nur behandeln, sie
treffen uns als ganze Person. EID gibt Orientierung, gerade in ethisch
schwierigen Situationen, reflektiert kritisch auf die Bedeutung der Kultur
für den Menschen und fragt, wie gerade aus spannungsreichen Positionen
kreatives Potenzial geschöpft werden kann“, erläutert Prof. Dr. Barbara
Schellhammer, Professorin für Intercultural Social Transformation an der
HFPH und Studiengangs-Initiatorin des EID, die Relevanz des neuen
Studienangebots.
Studiengangsinhalte
Das Programm verbindet kritische Reflexion mit konkreten Erfahrungen und
aktuellen disruptiven Entwicklungen, z. B. ethische Bedenken in
Pandemiezeiten oder im Umgang mit der Klimakrise, normative Implikationen
von Künstlicher Intelligenz (KI), Journalismus in Kriegszeiten,
Menschenrechte und Wirtschaftsethik im Licht globaler Konflikte. Dabei
spielen auch politische Philosophie, interreligiöser Dialog,
(inter)kulturelle Philosophie sowie historische Perspektiven eine große
Rolle. Innerhalb von 1,5 Jahren vertiefen Studierende ihr Wissen über
grundlegende ethische Fragen, wie z. B. „Wie gelingt uns die Entwicklung
einer Kultur der Begegnung, die konflikt- und fremdheitsfähig ist?“ oder
„Was braucht es, um eine Unternehmenskultur aufzubauen, die qualifizierte
Mitarbeiter*innen aus aller Welt nachhaltig anzieht und hält?“. Das EID-
Studium vermittelt den Teilnehmer*innen sowohl theoretische Tiefe als auch
praktisches Wissen, um sich in einer komplexen Welt sinnvoll zu
orientieren und bewusste Entscheidungen zu treffen.
Zielgruppe
Das Weiterbildungsangebot richtet sich an Berufstätige, die in ihrem
beruflichen Kontext mit den Herausforderungen der Globalisierung
konfrontiert sind und ein besonderes Interesse an ethischer Reflexion
haben. Dies sind beispielsweise Personen, die in internationalen
Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen,
Kirchen, Interessenvertretungen, medizinischen Bereichen inkl. der Pflege,
in politischen Institutionen, in der Sozialarbeit oder als freiberufliche
Berater*innen tätig sind.
Die Bewerbung für den Studiengang läuft noch bis 15. September 2023.
Weiterführende Informationen
An der Hochschule für Philosophie München (HFPH) stellen sich Lehrende und
Studierende seit fast 100 Jahren gemeinsam den großen gesellschaftlichen
Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Wir bilden Menschen in
Philosophie aus, damit sie komplexe Zusammenhänge kritisch erfassen können
und Orientierung in den existenziellen Fragen des Menschseins gewinnen.
Das Studienangebot der vom Jesuitenorden getragenen und staatlich
anerkannten Hochschule umfasst Studiengänge in Philosophie mit den
Abschlüssen Bachelor, Master und Promotion ebenso wie berufsbegleitende
Weiterbildungsstudiengänge mit Zertifikat oder Master-Abschluss. Im
Zentrum des Münchner Universitätsviertels zeichnet sich die Hochschule
durch besondere Lehr-/Lernprozesse auf Augenhöhe zwischen Studierenden und
Lehrenden, eine familiäre Atmosphäre sowie inter- und transdisziplinären
Austausch aus. Die Hochschule ist ein Ort des Dialogs und der Debatte, der
auch über die Wissenschaft hinaus in die Gesellschaft hineinwirkt.
