Kunst und Kulturveranstaltungen gegen Antisemitismus
Die Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung (IIA) an der
Universität Trier lädt vom 7. bis 28. September zu den Kulturwochen gegen
Antisemitismus ein.
Bekannte Kunstschaffende schauspielern, singen, debattieren oder rappen
während verschiedener Veranstaltungen im Rahmen der Kulturwochen gegen
Antisemitismus über ihre eigenen Diskriminierungserfahrungen. Die
Kulturwochen bieten aber noch viel mehr. Neben den individuellen
Erfahrungen von Jüdinnen und Juden aus der Kulturszene betten die IIA
sowie weitere Forschende Kunst, Musik, Filme und eine Ausstellung in einen
wissenschaftlichen Kontext ein.
„Selbst in der Kunst- und Kulturszene gibt es Antisemitismus, das zeigt
der documenta-15-Skandal. Dieses Jahr haben wir deshalb einen Fokus auf
Antisemitismus in der Kulturszene gelegt. So wollen wir eine Brücke
zwischen Kultur und Antisemitismusforschung sowie zwischen Wissenschaft
und Zivilgesellschaft schlagen“, erklärt IIA-Mitorganisatorin Luisa
Gärtner. Gelingen soll das auch mit bekannten Stimmen von jüdischen und
nicht-jüdischen Künstlerinnen und Künstlern.
Bereits 2022 haben die Kulturwochen gegen Antisemitismus bekannte
Persönlichkeiten nach Trier gezogen. Dieses Jahr sind unter anderem
Autorin Mirna Funk, Rapper Ben Salomo und Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt
in Trier zu Gast. Mit einem Theaterstück, Workshops, Vorträgen und vielen
weiteren Veranstaltungsformaten macht die Initiative auf den heute
existierenden Antisemitismus aufmerksam und gibt wissenschaftlichen
Erkenntnissen einen vielfältigen Rahmen.
Die Vernissage der Ausstellung „Nächstes Jahr in… Comics und Episoden
jüdischen Lebens“ eröffnet am 7. September 2023 die Kulturwochen. Das
„Kulturspektrum“, das im Keller des historischen Palais Walderdorff am
Domfreihof einen interdisziplinären Raum für Kulturschaffende in Trier
bereitstellt, bietet für die Veranstaltungen den Rahmen. „Als wir die
Kulturwochen 2022 ins Leben gerufen haben, wollten wir dem komplexen
Themenfeld Antisemitismus mit innovativer und vor allem effektiver
Wissenschaftskommunikation begegnen. Um die Prävention des Antisemitismus
einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben wir den Umweg
über Kultur gewählt“, führt Lennard Schmidt, Leiter des IIA, das Konzept
der Kulturwochen aus.
Die diesjährigen Highlights sind eine Lesung mit der Autorin Mirna Funk
(“Who Cares”), die zuletzt im Skandal um Fabian Wolff durch ihre
Debattenbeiträge mediale Aufmerksamkeit erregte sowie ein Vortrag der
Journalistin Anastasia Tikhomirova (Die ZEIT, TAZ) zu antisemitischen
Codes und Abbildungen im Zuge des russischen Angriffskriegs. Nach einer
antisemitismuskritischen Filmnacht mit Filmkritiker und YouTuber Wolfgang
M. Schmitt oder beim Konzert mit Rapper und Autor Ben Salomo (bekannt etwa
durch Rap am Mittwoch) bleibt bei Podiumsdiskussionen Zeit für Nachfragen
und Austausch mit den Künstlern.
Alle Veranstaltungen der Kulturwochen gegen Antisemitismus sind kostenfrei
zugänglich. Weitere Informationen: <www.iia.uni-trier.de>
Die IIA ist ein Zusammenschluss von Nachwuchsforschenden, die sie sich der
wissenschaftlichen Untersuchung und der Prävention des Antisemitismus
verschrieben haben. Seit 2019 arbeitet die Initiative daran, an der
Universität Trier ein Institut für interdisziplinäre
Antisemitismusforschung aufzubauen, das wissenschaftliche Forschung mit
innovativen Präventionsansätzen verbindet.
