Wuppertal Institut beteiligt sich an Woche der KlimaAnpassung
Drei Veranstaltungen in der Aktionswoche geben Einblick in Projekte –
Klimafolgenanpassung gewinnt am Institut weiter an Bedeutung
Ein surreal orangefarbener Himmel über New York City, die Flutkatastrophe
in Slowenien und Österreich oder die schweren Waldbrände in Griechenland,
gefolgt von Starkregen und Hagel – allein die letzten Wochen und Monate
zeigen, dass die Auswirkungen des Klimawandels immer heftiger werden. Und
längst ist klar: Verhindern lassen sich die Folgen der Erderwärmung nicht
mehr. Vielmehr muss die Menschheit lernen, ihnen sinnvoll zu begegnen und
mit ihnen umzugehen. Neben ambitionierten Maßnahmen zur Begrenzung des
Klimawandels lautet das Gebot der Stunde daher: Klimafolgenanpassung.
Wuppertal, 6. September 2023: Das Wuppertal Institut gestaltet
gesellschaftliche Transformationsprozesse dort, wo sie benötigt werden.
Neben dem Klimaschutz steht dabei zunehmend auch die Klimafolgenanpassung
im Fokus. Um der wachsenden wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Bedeutung der Klimafolgenanpassung Rechnung zu tragen,
baut das Institut die Kapazitäten in diesem Forschungsbereich aus und
intensiviert die entsprechenden Forschungsaktivitäten.
Klimafolgenanpassung am Wuppertal Institut: vom Stadtkonzept im Ruhrgebiet
bis zu Mikro-Wasserkraftwerken in Nepal
Die Bandbreite der aktuell laufenden Forschung reicht vom Umbau einzelner
Straßen zu klimaangepassten, lebenswerten Orten über die Entwicklung
integrierter Kommunalkonzepte, um Klimaschutz und Klimafolgenanpassung
gleichermaßen in die städtische Planung einzubringen, bis zur
internationalen Ebene – etwa bei der Entwicklung naturbasierter Lösungen
für Mikro-Wasserkraftwerke in Nepal, deren Betrieb zunehmend durch vom
Klimawandel ausgelöste Erdrutsche oder Überschwemmungen beeinträchtigt
wird. In Zukunft soll beispielsweise auch klimaangepasstes Wirtschaften
stärker in den Fokus rücken: Dabei setzt sich die Forschung mit der
Verletzlichkeit und Resilienz von Lieferketten auseinander. Dies betrifft
auch die Forschung zur globalen Lebensmittelversorgung.
Woche der KlimaAnpassung: drei Veranstaltungen des Wuppertal Instituts
Dass Klimafolgenanpassung auch in der Politik einen neuen Stellenwert hat,
zeigt sich unter anderem beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz: Mit der "Woche der
KlimaAnpassung", die bundesweit vom 18. bis zum 22. September stattfindet,
widmet das Ministerium dem Thema gleich eine ganze Aktionswoche.
Das Wuppertal Institut beteiligt sich mit drei Events: Am 20. September
von 16 bis 17 Uhr hält Constanze Schmidt, Wissenschaftliche Referentin
Strategische Themenfeldentwicklung Klimaanpassung, einen Vortrag mit dem
Titel "Local Heroes: Warum Klimaanpassung auf lokaler Ebene gestärkt
werden sollte – ein Beispiel am Wald von NRW". Am 21. September von 11 bis
12 Uhr stellt Dr. Franziska Stelzer, Senior Researcherin im
Forschungsbereich Innovationslabore, das Projekt LesSON vor: In Dortmund
und Gelsenkirchen wurden zwei Straßen zu lebenswerten und klimaangepassten
Räumen umgebaut, mit hoher Nutzungs- und Aufenthaltsqualität für alle
Bürger*innen.
Darüber hinaus findet am 19. September um 16:30 Uhr im Foyer des Instituts
die Eröffnung der Fotoausstellung "Die Wupper – von der Quelle bis zur
Mündung" statt. Zu sehen sind unter anderem Bilder eines extremen
Hochwassers, das 2021 – ausgelöst durch Starkregen – Teile der Wuppertaler
Innenstadt überflutete und dabei Gebäudeteile und Infrastruktur mitriss.
Das Ziel: Städte, Landschaften und Gesellschaften klimarobust gestalten
Bei allen Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung geht es darum, bereits
eingetroffene und noch bevorstehende Auswirkungen des Klimawandels
abzufedern, Risiken zu mindern und Chancen zu nutzen. Typische Beispiele
in Deutschland sind die Umgestaltung von Städten, wo mehr Grünflächen die
Stadtumgebung kühlen und durch Versickerung Überschwemmungen
entgegenwirken können, oder die Renaturierung begradigter Flüsse: Durch
Zurückführen zu breiteren und geschwungenen Flussbetten können sie bei
Starkregenereignissen mehr Wasser aufnehmen, was die Gefahr von
Überflutungen deutlich reduziert.
Woche der KlimaAnpassung: Sichtbarkeit, Inspiration und Vernetzung
Die Woche der KlimaAnpassung findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt.
Ziel ist, gute Beispiele und Vorreiter*innen der Klimafolgenanpassung in
einer breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen – und Akteur*innen, die
noch am Anfang stehen, als Inspirationsquelle und Vernetzungsplattform zu
dienen. Organisiert wird die Woche vom Zentrum KlimaAnpassung, im Auftrag
des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und
Verbraucherschutz, des Deutschen Instituts für Urbanistik und von adelphi
consult.
Auf der Website des Zentrums KlimaAnpassung sind alle Veranstaltungen
sowie weitere Informationen zum Thema Klimafolgenanpassung zu finden.
