Siegfried Waldvogel als Unternehmensgründer geehrt
Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger zeichnet
Chemieprofessor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit dem Titel
„UNIPRENEUR“ aus
Prof. Dr. Siegfried Waldvogel, Professor am Department Chemie der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und Sprecher deren Profilbereichs
„SusInnoScience“ (Sustainable Chemistry as the Key to Innovation in
Resource-efficient Science in the Anthropocene) ist gestern für die
Gründung seines Unternehmens ESy-Labs GmbH von der Bundesministerin für
Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, ausgezeichnet worden. Auf
einer Feier in Berlin verlieh ihm Stark-Watzinger den Titel „UNIPRENEUR“
der Initiative UNIPRENEURS. Diese steht unter der Schirmherrschaft des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Klimaschutz, kooperiert mit dem Stifterverband für die
Deutsche Wissenschaft und hat die Aufgabe, Unternehmertum an deutschen
Hochschulen zu fördern. „Wir wollen das Gründungsgeschehen an unseren
Hochschulen stärken. Professorinnen und Professoren spielen dabei eine
zentrale Rolle. Sie tragen maßgeblich zur Gründungskultur an Hochschulen
bei und sind wichtige Impulsgeber für die Innovationskraft und
Zukunftsfähigkeit Deutschlands“, sagt Bettina Stark-Watzinger. Waldvogel
ist einer von 20 Professorinnen und Professoren, die gestern als
„UNIPRENEUR“ ausgezeichnet wurden. Zuvor waren 700 Kandidatinnen und
Kandidaten durch Unternehmensgründerinnen und -gründer nominiert worden.
„Wir beglückwünschen Siegfried Waldvogel zu seiner Auszeichnung als
Unternehmensgründer und wünschen ihm mit ESy-Labs viel Erfolg“, sagt der
Präsident der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch. „Die Auszeichnung
verdeutlicht, welch hervorragende Arbeit in unserem Profilbereich
SusInnoScience geleistet wird, und sie verdeutlicht die Forschungsstärke
der JGU im Bereich der nachhaltigen Chemie.“
Elektrosynthese als Zukunftstechnologie
Auf Basis seiner Forschungen an der JGU hat Waldvogel ESy-Labs im Jahr
2018 zusammen mit Dr. Tobias Gärtner vom Fraunhofer-Institut für
Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik gegründet. Das Unternehmen ist auf
die Anwendung von Elektrosynthese zur Herstellung von organischen und
anorganischen Rohstoffen spezialisiert, die von der Pharma- oder
chemischen Industrie benötigt werden. „Die Vorteile der Elektrosynthese
liegen darin, dass durch elektrischen Strom chemische Reagenzien ersetzt
werden, die teuer sind und in der Regel giftige Abfälle erzeugen. Außerdem
kann dafür Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt werden“, sagt Waldvogel.
„Das macht die Elektrosynthese zu einer Zukunftstechnologie, die in den
kommenden Jahren aufgrund des Klimawandels dramatisch an Bedeutung
gewinnen wird.“ Allerdings gebe es noch eine Lücke zwischen der
Laboranwendung und der industriellen Nutzung, also der Herstellung von
Rohstoffen in der Menge von mehreren Gramm und von mehreren Tonnen. Diese
Lücke zwischen akademischer und industrieller Forschung soll ESy-Labs
schließen, indem es sich der Verfahrensentwicklung und
Auftragselektrosynthese widmet. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die
Umwandlung von Abfallströmen in Wertprodukte, zum Beispiel die
Rückgewinnung von Zink aus Flugaschen. Das Unternehmen ist in Regensburg
und Gernsheim angesiedelt und hat inzwischen mehr als zehn Beschäftigte.
