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Deutsche Leberstiftung zum Weltkindertag: „Jedes Kind braucht eine lebergesunde Zukunft!“

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Zum Weltkindertag am 20. September 2023 fordern das Deutsche
Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland mit dem Motto „Jedes Kind braucht
eine Zukunft!“ ein stärkeres politisches Engagement für eine gerechte und
lebenswerte Zukunft junger Menschen. Am Aktionstag werden bundesweit
zahlreiche Initiativen mit lokalen Demonstrationen, Festen und anderen
Veranstaltungen auf die Situation der Kinder und ihre Zukunft aufmerksam
machen. Die Deutsche Leberstiftung nimmt den Weltkindertag zum Anlass, auf
die immer größer werdende Zahl übergewichtiger oder fettleibiger
(adipöser) Kinder in Deutschland und das damit verbundene Zukunftsproblem
nicht-alkoholische Fettlebererkrankung aufmerksam zu machen.

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD oder auch MASLD –
Metabolic Dysfunction-associated Steatotic Liver Disease, also
Stoffwechselstörung-assoziierte steatotische Lebererkrankung) ist eine
weit verbreitete, aber oft unterschätzte Erkrankung, die durch eine
Anhäufung von Fett in den Leberzellen verursacht wird. Risikofaktoren wie
eine ungesunde, einseitige Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht
begünstigen die Entstehung dieser Erkrankung auch bei Kindern. Alarmierend
ist, dass sich die NAFLD/MASLD zu einer der häufigsten Lebererkrankungen
bei Kindern und Jugendlichen entwickelt hat, was langfristig zu
schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen kann.

„Experten der verschiedensten medizinischen Fachrichtungen sind sich
einig, dass dieser Trend als dramatisch einzustufen ist, denn im
Kindesalter werden die Grundsteine für eine gute Gesundheit im
Erwachsenenalter gelegt. Eine NAFLD/MASLD in der Kindheit kann das Risiko
für Diabetes mellitus, Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauferkrankungen,
Leberzirrhose sowie Lebertumoren erhöhen und die Lebenserwartung
verringern“, warnt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: „Es ist dringend erforderlich, das
Thema stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und gezielte
Maßnahmen zu ergreifen, um Kinder und Jugendliche vor den Risiken einer
Fettlebererkrankung zu schützen. Eltern, Schulen, Gesundheitseinrichtungen
und die Politik sind jetzt gefordert, um gemeinsam für eine bessere
Gesundheit und Lebensqualität unserer Kinder einzutreten. Bei Kindern mit
deutlichem Übergewicht sollte die Lebergesundheit überprüft werden. Sind
die Leberwerte im Blut (GPT, GOT und GGT) erhöht, kann dies ein Zeichen
für eine Lebererkrankung sein.“

Zahlreiche Studien weisen den Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung
in Verbindung mit Bewegungsmangel und dem deutlichen Anstieg von
Adipositas, Neumanifestationen von Typ-2-Diabetes und NAFLD/MASLD bei
Kindern nach. Aktuell belegen Schätzungen, beruhend auf einer
Querschnittstudie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie auf zwei
Studien aus Europa und den USA, den negativen Einfluss von Softdrinks auf
die Gesundheit. Die Forscher weisen nach, dass jeder Anstieg der Prävalenz
des täglichen Softdrink-Konsums um zehn Prozent mit einer Zunahme der
landesweiten Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Schülern um
durchschnittlich 3,7 Prozent verbunden ist. Einfach ausgedrückt: Je mehr
Softdrinks Schüler verzehren, desto dicker sind sie. Die zum Süßen dieser
Getränke zugeführte Fruktose ist in der Herstellung so kostengünstig, dass
Softdrinks in vielen Ländern billiger sind als Wasser in Flaschen. Die
Extrakalorien werden vom Körper nicht verwertet und lagern sich dauerhaft
im Fettgewebe – und auch in der Leber – an.

Zudem werden in der Werbung, die teilweise speziell auf Kinder und
Jugendliche zugeschnitten ist, genau diese Getränke mit einem aktiven und
modernen Lifestyle in Verbindung gebracht. „Wir brauchen endlich den
Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung. Kinder müssen vor Werbung für
Lebensmittel mit einem hohen Zucker-, Fett- oder Salzgehalt geschützt
werden. Hier ist eindeutig die Politik am Zuge: Freiwillige
Selbstverpflichtungen der Industrie haben sich als wirkungslos erwiesen –
verpflichtende Regelungen sind dringend nötig. Wir wissen, dass
Ernährungsgewohnheiten in Kindheit und Jugend geprägt und anschließend zu
einem hohen Grad im Erwachsenenalter beibehalten werden. Die
Lebensmittelindustrie zielt darauf ab, mit speziellen Kinderprodukten und
zielgruppenspezifischer Werbung, Kinder als Kunden von morgen an Marken
und Produkte zu binden“, erläutert Prof. Manns.

Dass von Kindern und Jugendlichen die Problematik und die damit
verbundenen Risiken des eigenen Übergewichtes nicht realistisch
eingeschätzt werden können, belegt eine internationale Studie: Die
kürzlich veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass es den Trend bei
Jugendlichen zu geben scheint, ihr eigenes Gewicht positiver
einzuschätzen, als es tatsächlich ist. Mehr als 745.000 Jugendliche waren
an der Studie zur Körperwahrnehmung beteiligt. Viele übergewichtige
Jugendliche unterschätzen ihr Gewicht und damit oft ihr Risiko einer
Fettlebererkrankung.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.