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KIT-Experte: Reallabore-Gesetz: „Grundsätzlich begrüßenswert, letztlich kommt es aber auf die Umsetzung an."

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Mit einem Reallabore-Gesetz will das Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz (BMWK) Rahmenbedingungen für diese neue Form der Interaktion
und Kooperation von Wissenschaft und Gesellschaft schaffen.

Im Zusammenhang des Konsultationsprozesses zu der Gesetzesinitiative hat
das Netzwerk „Reallabore der Nachhaltigkeit“ nun eine Stellungnahme
veröffentlicht. „Die Reallabore-Gesetz-Initiative des BMWK ist
grundsätzlich begrüßenswert, letztlich aber kommt es auf deren konkrete
Umsetzung an“, sagt Dr. Oliver Parodi, Sprecher des Netzwerks und
Nachhaltigkeitsforscher am Institut für Technikfolgenabschätzung und
Systemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
„Wichtig sind hierbei“, so Parodi, „eine konsequente
Nachhaltigkeitsorientierung, weitreichende Partizipation und
ergebnisoffenes Experimentieren sowie das Grundverständnis, dass
Reallabore dem gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Lernen dienen.“

Parodi, der am ITAS das Karlsruher Transformationszentrum für
Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT) leitet, betont die wachsende
Bedeutung von Reallaboren für die transdisziplinäre und transformative
Forschung: „Reallabore können wesentlich zu gesellschaftlichen
Innovationen und vor allem zur Nachhaltigkeitstransformation beitragen.
Sie eröffnen Experimentierräume, in denen Neues ausprobiert und Zukunft
gestaltet werden können. Durch ihre Verortung inmitten der Gesellschaft
betreiben sie Forschung und Entwicklung im direkten Kontakt mit den
gesellschaftlichen Realitäten und tragen so zur Praxisrelevanz von
Wissenschaft bei.“

Auch in seinen eigenen Reallaboren schlägt das KIT Brücken zwischen
Wissenschaft und Gesellschaft. In vielfältigen thematischen Zusammenhängen
können Bürgerinnen und Bürgern sich einbringen und Ansätze zur Lösung
wichtiger Zukunftsfragen mitdiskutieren. „Ausgehend vom ersten Reallabor
Quartier Zukunft – Labor Stadt, das seit über zehn Jahren nachhaltiges
Stadtleben in Karlsruhe erforscht und fördert, über Reallaborprojekte zu
nachhaltigem Klimaschutz und robotischer künstlicher Intelligenz, werden
aktuell im Rahmen der Exzellenz-Förderung des KIT eine ganze Reihe von
Reallaboren verstetigt – unter anderem zu autonomer Mobilität und zur
Barrierefreiheit“, sagt Parodi.

Das 2019 gegründete Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit versteht sich
als Anlaufstelle und Plattform für Reallabore im deutschsprachigen Raum
sowie für alle an nachhaltiger Entwicklung Interessierte. Es umfasst 50
Organisationen sowie über 80 aktive und abgeschlossene Reallabore im
deutschsprachigen Raum. (jha)

Die gesamte Meldung mit weiterführenden Links finden Sie unter:
https://www.sts.kit.edu/kit_express_7391.php

Für Interviewwünsche oder weiterführende Informationen stellt der
Presseservice des KIT gern den Kontakt zu dem Experten her.

Im Portal Expertinnen und Experten des KIT finden Sie weitere
Ansprechpersonen aus der Wissenschaft.