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Neue Bilder für die Innenstädte - „JRF vor Ort“ diskutierte Ideen und Impulse für lebendige Zentren

V.l.n.r.: Hr. Osterhage (ILS), Hr. Insinger (Stadt Dortmund), Prof. Bathen (JRF), Dr. Dittrich-Wesbuer (ILS), Fr. Winterhager (Moderation), Dr. Volgmann (ILS), Fr. Hangebruch (ILS), Hr. Postert (Stadt+Handel), Hr. Casper-Damberg (P.büro Innenstadt Bremen)  © JRF e.V.
V.l.n.r.: Hr. Osterhage (ILS), Hr. Insinger (Stadt Dortmund), Prof. Bathen (JRF), Dr. Dittrich-Wesbuer (ILS), Fr. Winterhager (Moderation), Dr. Volgmann (ILS), Fr. Hangebruch (ILS), Hr. Postert (Stadt+Handel), Hr. Casper-Damberg (P.büro Innenstadt Bremen) © JRF e.V.
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V.l.n.r.: Hr. Osterhage (ILS), Hr. Insinger (Stadt Dortmund), Prof. Bathen (JRF), Dr. Dittrich-Wesbuer (ILS), Fr. Winterhager (Moderation), Dr. Volgmann (ILS), Fr. Hangebruch (ILS), Hr. Postert (Stadt+Handel), Hr. Casper-Damberg (P.büro Innenstadt Bremen)  © JRF e.V.
V.l.n.r.: Hr. Osterhage (ILS), Hr. Insinger (Stadt Dortmund), Prof. Bathen (JRF), Dr. Dittrich-Wesbuer (ILS), Fr. Winterhager (Moderation), Dr. Volgmann (ILS), Fr. Hangebruch (ILS), Hr. Postert (Stadt+Handel), Hr. Casper-Damberg (P.büro Innenstadt Bremen) © JRF e.V.

Am 15.09.2023 fand eine gemeinsame Veranstaltung der Johannes-Rau-
Forschungsgemeinschaft (JRF) und dem JRF-Institut ILS – Institut für
Landes- und Stadtentwicklungsforschung  zum Thema „Neue Bilder für die
Innenstädte - Ideen und Impulse für lebendige Zentren“ statt. Bei der
Veranstaltung im Fußballmuseum in Dortmund diskutierten Akteure aus
Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft Ideen und Impulse für
lebendige Zentren.

„Schließen Sie bitte kurz die Augen und denken Sie darüber nach, wie Ihre
Innenstadt der Zukunft aussieht“ – mit diesem Gedankenexperiment ist am
vergangenen Freitag die Veranstaltung „Neue Bilder für die Innenstädte“ im
Dortmunder Fußballmuseum gestartet. Angesichts sinkender Umsätze durch den
zunehmenden Onlinehandel und vermehrter Leerstände diskutierten Akteure
aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft Ideen und Impulse für
lebendige Zentren. Zur Veranstaltung innerhalb der Reihe „JRF vor Ort“
hatte die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft gemeinsam mit ihrem
Mitgliedsinstitut ILS – Institut für Landes- und
Stadtentwicklungsforschung eingeladen.

Stefan Postert vom Büro Stadt + Handel nahm das Gesamtpaket Innenstadt mit
den verschiedenen Nutzungen in den Blick. „Einkaufen ist wichtig, aber nur
im Kontext mit anderen Angeboten“, so der Planer. „Wir brauchen dafür
dynamische Strategien statt statischer Konzepte.“ Er plädierte dabei auch
für neue Geschäfts-, Betreiber- und Finanzierungsmodelle, um neue
Wertschöpfung in den Zentren erzielen zu können.

Wie Wege und Instrumente für die Innenstadt der Zukunft konkret vor Ort
aussehen können, berichtete Jan Casper-Damberg vom Projektbüro Innenstadt
Bremen. In enger Zusammenarbeit mit Verwaltung, Politik,
Immobilienwirtschaft, Unternehmertum und Stadtgesellschaft versteht das
Büro den Transformationsprozess für die Innenstadt als gemeinschaftliches
Projekt. „Ein Projektbüro, das ressortübergreifend die Planungsverwaltung
und die anderen Akteure der Innenstadtentwicklung koordiniert, dabei auch
die langfristigen Aufgaben der Transformation im Blick hat und anstößt,
für Perspektivenvielfalt sorgt und die Chancen der Transformation greifbar
und plastisch für die Stadtgesellschaft kommuniziert, ist ein erster
Schritt in die richtige Richtung“, so Casper-Damberg zum Bremer Ansatz.

Einen Blick in die Planungspraxis gab auch Tilmann Insinger vom Amt für
Stadterneuerung der Stadt Dortmund. Er betonte die Bedeutung der
Profilierung der unterschiedlichen innerstädtischen Quartiere ebenso wie
die erforderliche Kommunikation der Ergebnisse. „Neben allen Plänen und
Konzepten sind Bilder relevant, weil sie eine Idee und eine Aussicht für
die Innenstädte plakativer vermitteln können.“

Die ILS-WissenschaftlerInnen Dr. Kati Volgmann, Nina Hangebruch und Frank
Osterhage gaben Einblicke in ihre konkreten Forschungen. „Die
Zentrenentwicklung wird komplexer, weil Einkaufen alleine nicht mehr
reicht“, so Volgmann. „Die Innenstädte brauchen neue Funktionen, die es so
im Onlinehandel nicht gibt.“ Eine ganze Reihe neuer Funktionen wie Wohnen,
Freizeit, Bildung und Kultur schilderte Nina Hangebruch anhand von
Beispielen aus ihrer Forschung zur Nachnutzung leerstehender Warenhäuser.
„Komplexe Umnutzungen brauchen Zeit und erfordern einen grundlegenden
Umbau der Gebäude, aber für fast alle ehemals leerstehenden Häuser konnten
Nachnutzungen gefunden werden“, so die Wissenschaftlerin. Dabei seien auch
die Vermieter gefragt. „Eine große Aufgabe ist es, die EigentümerInnen für
Ideen wie beispielsweise Wohnen zu gewinnen und zum Umbau zu bewegen“, so
Osterhage.

Bei einer Online-Abstimmung konnten die Teilnehmenden selbst ihre Bilder
für die Innenstadt der Zukunft einbringen. Schnell wurde deutlich, dass
das Thema „Einkaufen“ nach wie vor eine große Rolle für die Teilnehmenden
spielt. Daneben wurden aber auch Nutzungen wie Wohnen, Bildung und
Dienstleistungen genannt oder der Wunsch nach einer besseren
Aufenthaltsqualität etwa durch mehr Grünflächen. Die ExpertInnen waren
sich am Ende einig, dass es nicht an Bildern und Ideen für
Nutzungsmischungen mangelt. Die Herausforderung liege angesichts sinkender
Umsätze in der Schaffung und Umsetzung von passenden Rahmenbedingungen.