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Wie sich Sturmfluten auf Ostsee-Küstenmoore auswirken – Bachelor- Absolventin Denise Otto erhält Otto-Krümmel-Preis 2023

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Für ihre Bachelor-Arbeit hat Denise Otto den
biogeochemischen Einfluss von Überflutungen auf die Böden eines
Küstenmoores untersucht. Heute wird die Nachwuchswissenschaftlerin in Kiel
mit dem Otto-Krümmel-Förderpreis 2023 ausgezeichnet. Der mit 1.500 Euro
dotierte Preis wird jährlich von der Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR
Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel e.V. für herausragende
Bachelor-Abschlüsse im Bereich der Ozeanforschung verliehen.

Gemeinsame Pressemitteilung vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für
Ozeanforschung Kiel und dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung
Warnemünde

Sie stellen eine einzigartige Schnittstelle zwischen Meer und Land dar:
Moore im Küstenbereich, wie sie vielerorts die Landschaft der südlichen
Ostsee prägen. Hier können sich ober- und unterirdisch salzhaltiges Wasser
der Ostsee und salzarmes Grundwasser sowie Oberflächenwässer des Moores
austauschen. In ihrer Bachelor-Arbeit hat Denise Otto beispielhaft
erforscht, wie schwankende Wasserstände der Ostsee und Überflutungen die
biogeochemische Zusammensetzung eines Moores beeinflussen. Mit Fokus auf
Kohlenstoff- und Schwefelverbindungen führte sie dazu
(isotopen-)geochemische Untersuchungen der Böden und des Porenwassers im
Hütelmoor, einem Naturschutzgebiet nahe Rostock, nach einer schweren
Sturmflut durch. Für ihren herausragenden Abschluss im Fach Geologie an
der Universität Greifswald wird sie heute in Kiel mit dem Otto-Krümmel-
Förderpreis geehrt, der mit 1500 Euro dotiert ist und zu gleichen Teilen
von der Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für
Ozeanforschung Kiel e.V. und der Reederei Briese gestiftet wird. Die
Arbeiten für ihre Forschung führte Denise Otto am Leibniz-Institut für
Ostseeforschung Warnemünde (IOW) in der Arbeitsgruppe Geochemie &
Isotopen-Biogeochemie aus, wo sie von IOW-Biogeochemiker und stellv.
Sektionsleiter Prof. Dr. Michael E. Böttcher betreut wurde.

„Der Bachelor-Abschluss findet besonders in den Naturwissenschaften immer
noch wenig Beachtung und wird häufig als Durchgangsstation zum Master
gesehen“, sagt der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR
Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel e.V., Dr. Peter Gimpel. „Die
Studierenden haben aber bereits ein solides Grundwissen erworben und
mussten in ihrer Abschlussarbeit zeigen, dass sie in der Lage sind,
wissenschaftlich zu arbeiten.“ Die prämierten Arbeiten gäben oft
frühzeitig Hinweise auf besonders begabte und qualifizierte Studierende.
Mit dem Otto-Krümmel-Förderpreis sollen diese in besonderer Weise
gewürdigt werden, so Gimpel.

„Der Förderpreis ist eine wunderbare Bestätigung für den
wissenschaftlichen Nachwuchs“, sagt GEOMAR-Direktorin Professorin Dr.
Katja Matthes. „Zu erfahren, wie relevant die eigene Forschung sein kann,
ist eine große Motivation für den weiteren wissenschaftlichen Weg.“
Deshalb freue es sie besonders, dass der Preis der Fördergesellschaft ab
diesem Jahr im Rahmen des GEOMAR-Science Days verliehen wird, was der
Auszeichnung und damit auch der Ausgezeichneten eine größere
Aufmerksamkeit verleihe.

„Ich freue mich sehr, dass Frau Otto diese Auszeichnung erhält, denn sie
hat hochmotiviert und engagiert gearbeitet“, sagt Michael Ernst Böttcher,
Denise Ottos Betreuer am IOW und zugleich Professor für Marine Geochemie
an der Universität Greifswald. „Ihre Arbeit ist ein wertvoller Beitrag zum
DFG-Graduiertenkolleg Baltic TRANSCOAST an der Universität Rostock, das
die Stoffflüsse in renaturierten Moorgebieten unter Meerwassereinfluss
grundlegend erforscht.“ Die Erkenntnisse trügen mit dazu bei, zukünftige
Entwicklungen von Ökosystemen am Übergang von Land und Meer unter
Bedingungen eines steigenden Meeresspiegels besser abzuschätzen, so
Böttcher weiter. „Ich wünsche Denise viel Erfolg bei ihren weiteren
Studien im Fach Marine Geowissenschaften, die sie an der Universität
Bremen fortsetzen wird“, so Böttcher abschließend.

Über den Otto-Krümmel-Förderpreis:
Die Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für
Ozeanforschung Kiel e.V. verleiht seit 2016 den „Otto-Krümmel-
Förderpreis“. Mit dem Preis, der jährlich vergeben wird, werden
herausragende Bachelor-Abschlüsse (auch FH) im Bereich der Ozeanforschung
einschließlich der Wechselwirkung des Ozeans mit dem Meeresboden und der
Atmosphäre prämiert. Bewerben können sich Wissenschaftler:innen, deren
Bachelor-Abschluss nicht länger als ein Jahr zurückliegt, an einer
deutschen Hochschule absolviert und mit herausragend oder sehr gut
bewertet wurde. Aufgerufen sind alle Disziplinen der Meeresforschung
einschließlich der Meerestechnik. Die Auswahl der Preisträger:innen
erfolgt durch ein unabhängiges Komitee mit Beteiligung externer
Wissenschaftler. Die Auszeichnung ist mit 1500 Euro dotiert, die je zur
Hälfte von der Fördergesellschaft und der Reederei Briese gestiftet
werden.

Über Otto Krümmel:
Professor Dr. Otto Krümmel (1854-1912) gilt als Begründer der Allgemeinen
Ozeanographie in Deutschland. Er lehrte und wirkte hauptsächlich in Kiel.
Krümmels Ideen zur Gestalt des Meeresbodens waren grundlegend. Sein Werk
umfasst mit etwa 100 Veröffentlichungen nahezu alle Bereiche der
allgemeinen Geographie, der Ozeanographie und der hydrographischen
Messtechnik. Mit seiner interdisziplinär ausgerichteten Forschung war er
international anerkannt und setzte sich gemeinsam mit anderen Forschenden
dafür ein, dass die offenen Meere nur in internationaler Zusammenarbeit
verstanden und genutzt werden können. Dank dieser Überzeugungsarbeit wurde
1902 der „Internationale Rat für Meeresforschung“ als staatlich
koordinierte wissenschaftliche Vereinigung gegründet.