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Starke Netzwerke, starke Familien: Projekt zur Gesundheitsförderung in Kitas abgeschlossen

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Die COVID-19 Pandemie zu Beginn des Projektes war eine Herausforderung.
Trotzdem wurden Angebote wie Bewegungsparcours, Eltern-Kind-Yoga,
Stadtteilspaziergänge oder gemeinsam erstellte Kochbücher am Ende
partizipativ umgesetzt.

Starke Netzwerke, starke Familien – mit diesem Ziel startete im Januar
2020 das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte
Praxisforschungsprojekt „NetFami“. Im Projekt wurden bundesweit neun
Einrichtungen (Kitas oder Familienzentren) bei der partizipativen
Gestaltung von Gesundheitsförderung mit Familien im Sozialraum
unterstützt. Forscher*innen der Hochschule für Gesundheit in Bochum (HS
Gesundheit) haben das Projekt wissenschaftlich begleitet, für die
Koordination war der Jugendhilfeträger transfer e.V. aus Köln zuständig.

Zu Beginn des Projektes, das nun nach dreijähriger Laufzeit mit
Abschlussfesten in den Regionen der beteiligten Einrichtungen zu Ende
ging, wurden Fachkräfte und Einrichtungsleitungen zum Thema Partizipation
geschult. Anschließend wurden gemeinsam mit Familien und
Netzwerkpartner*innen Bedarfe und Bedürfnisse einrichtungsspezifisch
identifiziert und Planungsprozesse zur Entwicklung von
gesundheitsfördernden Maßnahmen initiiert. „Die Partizipation der Familien
und die Vernetzung der Akteur*innen im Sozialraum der Kitas sollen dazu
beitragen, dass Gesundheitsförderung gleichermaßen alle Familien erreicht
und Partizipation langfristig als methodisches Handeln in den Alltag der
beteiligten Einrichtungen integriert wird“, beschreibt Prof.in Dr.in Eike
Quilling, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der HS Gesundheit,
den Hintergrund des Projektes.

„Die COVID-19 Pandemie direkt zu Projektbeginn war eine große
Herausforderung“, berichtet Oliver Schmitz von transfer e.V. „Auch im
weiteren Verlauf war der Regelbetrieb durch Schließungen,
Kontaktbeschränkungen und Krankheitswellen immer wieder stark
eingeschränkt. Dennoch sind sechs Einrichtungen am Ball geblieben und
haben gemeinsam mit Eltern und zum Teil auch Netzwerkpartner*innen
Maßnahmen geplant und umgesetzt.“ Gleichzeitig wurde im Projekt deutlich,
dass die Entwicklung einer Partizipationskultur ein langwieriger Prozess
ist und es dafür zusätzlicher zeitlicher und personeller Ressourcen in den
Einrichtungen bedarf.

Die im Rahmen von „NetFami“ entstandenen Angebote sind ganz
unterschiedlich. Bei vielen Einrichtungen ging es zunächst darum, nach dem
ersten Lock Down wieder miteinander in Kontakt zu kommen, weswegen
Sommerfeste (zum Beispiel mit Bewegungsparcours oder gemeinsamer
Kochaktion) veranstaltet wurden. Aber auch Eltern-Kind-Yoga,
Stadtteilspaziergänge und Kochbücher wurden zusammen mit den Beteiligten
geplant.

Tobias Urmoneit, Einrichtungsleitung vom Familienzentrum Falkenkinder in
Marl, beschreibt: „Durch die Teilnahme am Projekt haben wir es geschafft,
trotz Corona etwas hier in der Einrichtung auf die Beine zu stellen.
NetFami hat uns in der Zeit der Pandemie einen Impuls gegeben, mehr zu
machen, als man sich hätte vorstellen können.“ Steffi, eine Mutter, die
von Beginn an mit im Projekt aktiv war, hebt besonders zwei Faktoren
hervor, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben: „Damit Eltern in
solchen Kitaprojekten mitmachen können, ist es besonders wichtig, auch die
Geschwisterkinder mit zu betreuen und familienfreundliche Zeitfenster zu
wählen.“ Marcel Schneider, Einrichtungsleitung der Kita Regenbogen in
Recklinghausen, ergänzt: „Ich finde das Thema Resilienz besonders wichtig.
Während der Pandemie hat sich gezeigt, dass Menschen an ihre psychischen
Grenzen geraten können, weshalb es uns wichtig ist, die Kinder und
Familien auch emotional durch entsprechende Angebote zu unterstützen.“