27. Heidelberger Ernährungsforum: Vielfältige Perspektiven für Gewissheit im Ernährungskontext
Das 27. Heidelberger Ernährungsforum fand am 22. und 23. September 2023
nach dreijähriger Online-Ausgabe wieder am Standort der Dr. Rainer Wild-
Stiftung in Heidelberg statt. Mit dem diesjährigen Ernährungsforum rief
die Stiftung das Thema „Mehrheiten und Wahrheiten. Gewissheit im
Ernährungskontext“ auf die Agenda der beiden Veranstaltungstage. Die
Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leitung der Stiftung, Dr. Silke
Lichtenstein, durfte über 50 Teilnehmende im Conference Center willkommen
heißen.
Zum Auftakt begrüßte der Vorstandsvorsitzende der Dr. Rainer Wild-
Stiftung, Dr. Hans-Joachim Arnold, die Anwesenden und bekräftigte, dass es
nicht die eine Wahrheit geben kann und es vieler Positionen sowie einer
gemeinsamen Diskussion bedarf, um Fortschritte in einer komplexen Welt zu
erzielen. Silke Lichtenstein gab in ihrer Eröffnung einen Einblick in die
thematische Tiefe der Veranstaltung und beschrieb den konzeptionellen Weg
sowie die Notwendigkeit der thematischen Ausrichtung des diesjährigen
Heidelberger Ernährungsforums.
Die Tagungsinhalte gliederten sich in drei Themenblöcke: Menschen &
Konzepte, Wahrheiten & Realitäten, Produkte & Wandel. Innerhalb derer
referierten ausgewählte Expert*innen und traten mit dem Publikum jeweils
im Rahmen einer Plenumsdiskussion in den Austausch.
Die Vorträge im ersten Themenblock drehten sich um Kinder und ihre
Lebenswelt. PD Dr. Thomas Ellrott legte die wissenschaftlichen Grundlagen
zur Entwicklung kindlichen Essverhaltens dar und beschrieb den Einfluss
verschiedener Determinanten. Auch Prof. Dr. Gunnar Mau zeigte anhand
seiner Forschung auf, wie Kinder als Markteilnehmende verstanden und
bestärkt werden können, beispielsweise im Umgang mit Werbung.
Der zweite Themenblock beschrieb die Vielfalt der Wahrheiten und
Realitäten einer nachhaltigeren Ernährung. Mit seinem Vortrag
thematisierte Dr. Guido Rheinhardt die gängigen Optionen zur
Nachhaltigkeitsbewertung von Lebensmitteln und zeigte anhand dieser die
effektivsten Wege zu einer nachhaltigeren Ernährungsweise auf. Dr. Beate
Gebhardt setzte die hohe Akzeptanz und Erwartung gegenüber pflanzlichen
Alternativprodukten in Deutschland in den internationalen Vergleich. Mit
ihrem Vortrag beschrieb Prof. Dr. Jana Rückert-John wie sich aus der
Realität des Ernährungsalltages mitunter Transformationskonflikte ergeben
können. Schließlich setzte Uwe Hambrock die ersten beiden Themenblöcke mit
tiefenpsychologischen Einblicken in die gesellschaftliche Stimmungslage in
Deutschland in einen Rahmen und erörterte, auf welche Quellen der
Zuversicht Menschen in Krisenzeiten zurückgreifen.
Der zweite Veranstaltungstag rief den dritten Themenblock auf. Zu Beginn
zeigten zwei junge Wissenschaftlerinnen, Sandra Köstler und Laura
Harrison, ihre Forschungsergebnisse zur veganen Ernährung und Planetary
Health im Privaten und dem betrieblichen Umfeld einer Klinik. Prof. Dr.
Birgit Beck rückte mit ihrem Vortrag den sogenannten Fleischersatz in die
ethische Perspektive. Die neuesten Entwicklungen und Trends der
Fermentation sowie das Spannungsfeld, das sich daraus ergeben kann,
beschrieb Patrick Zbinden. Die Referentin Imke Matullat zeigte Ergebnissen
aus der Konsumentenforschung zu den NextGen Proteins.
Das lichtdurchflutete Foyer des Conference Centers bot neben der
Verköstigung der Gäste sowohl die Möglichkeit zum ausführlichen Austausch
als auch Platz für verschiedene Experience Stationen, bei denen die
Teilnehmer*innen des Ernährungsforums aktiv eingebunden waren.
Das diesjährige Heidelberger Ernährungsforum gab viel Raum für Gespräche
und Netzwerken. „Die beiden Veranstaltungstage hätten nicht bereichernder
ausfallen können und bieten gute Anknüpfungspunkte für das weitere Wirken
der Dr. Rainer Wild-Stiftung Heidelberg – Danke an alle Referierenden,
Teilnehmenden und Gäste“, so Dr. Silke Lichtenstein im Nachgang des 27.
Heidelberger Ernährungsforums
