Blutprodukte retten Leben
Das Uniklinikum Dresden benötigt mehr Thrombozytenpräparate und ruft zur
Spende auf. Die Transfusionsmedizinerinnen und -mediziner betonen die
Wichtigkeit der lebensrettenden Spezialpräparate. Aus den Spenden werden
überwiegend lebensrettende Spezialpräparate gewonnen. Die Apherese-
Spenden, also Blutprodukte, die an einem Zellseparator gewonnen werden,
spielen für die Versorgung schwer kranker Menschen eine entscheidende
Rolle und werden am Uniklinikum in großem Umfang benötigt. Peter Escher
macht an diesem Donnerstag (28. September) mit einer
öffentlichkeitswirksamen Spende auf diese Notwendigkeit aufmerksam.
Thrombozytenpräparate gehören zu den Spezialprodukten der Blutspende. Die
in ihnen enthaltenden Blutplättchen sind wichtig für die Blutgerinnung.
Daher sind sie bei der Behandlung von Leukämie- und Tumorpatienten sowie
bei großen Operationen notwendig, da es ohne eine ausreichende Anzahl von
Thrombozyten im Blut der Patientinnen und Patienten zu lebensbedrohlichen
Blutungen kommen kann. Journalist und Moderator Peter Escher hat heute am
Dresdner Universitätsklinikum öffentlichkeitswirksam Thrombozyten
gespendet und ruft auf, es ihm gleich zu tun: „Ich bin seit vielen Jahren
Blutspender“, erklärt er. „Mit der heutigen Spende möchte ich Zögerer zum
Spenden des überlebenswichtigen Blutes motivieren und kann aus eigener
Erfahrung sagen, dass das regelmäßige Spenden sogar zu meinem Wohlbefinden
beiträgt.“ Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des
Uniklinikums, betont, wie wichtig die Bereitschaft der Bevölkerung zum
Spenden in der Versorgung der Patientinnen und Patienten ist. „Peter
Escher ist hierbei ein echtes Vorbild“, so Prof. Albrecht. „Blutprodukte
sind rar und wir sind im Sinne der Versorgung auch schwerst kranker
Patientinnen und Patienten auf diese speziellen Thrombozytenpräparate
angewiesen.“
Bevor gespendet werden kann, ist eine Voruntersuchung erforderlich, bei
der die Eignung der Spenderin oder des Spenders ermittelt wird. „Im Rahmen
dessen erfolgt ein ärztliches Aufklärungsgespräch“, so Privatdozentin Dr.
Kristina Hölig, Leiterin der Transfusionsmedizin am Uniklinikum Dresden.
„Darüber hinaus werden die Venen an den Armen beurteilt und eine kleine
Blutprobe zu Testzwecken entnommen.“ Dazu gehört ein umfangreiches
Blutbild, bei dem die Thrombozytenzahl sowie die Blutgruppe bestimmt wird.
Außerdem wird das Blut auf verschiedene Infektionskrankheiten untersucht.
Thrombozyten kann man, ähnlich wie Blut, auch in regelmäßigen Abständen
spenden. Blutplättchen spielen in der Blutgerinnung und Blutstillung eine
wesentliche Rolle und werden daher besonders bei Patientinnen und
Patienten mit bösartigen Erkrankungen unter Chemotherapie und insbesondere
nach einer Stammzelltransplantation benötigt. Auch ein hoher Blutverlust,
etwa bei einem schweren Unfall oder bei einer großen Operation können ein
Grund für die Substitution sein. Bei der Thrombozytenspende werden dem
Körper über einen so genannten Thrombozyt-Apherese-Apparat ausschließlich
Blutplättchen entnommen, die restlichen Blutbestandteile und das Plasma
zurückgeführt. Thrombozyten sind nicht lange haltbar und müssen in
Bewegung gelagert werden.
Nach der Entnahme sind die Spenderinnen und Spender vier Tage von anderen
Spenden ausgeschlossen. Bis zur nächsten Thrombozyt-Apherese müssen sie
gesetzlich vorgeschrieben zwei Wochen warten. Eine Thrombozytenspende
dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Dabei werden maximal 750 Milliliter
Thrombozyten entnommen. Es gelten die Anforderungen wie bei anderen
Spende-Arten. Grundsätzlich gibt es keine obere Altersgrenze, aber der
Spender darf keine schwerwiegenden Vorerkrankungen haben. Weitere
Voraussetzungen sind eine stabile Gesundheit, ein Mindestgewicht von 50
Kilogramm sowie eine ärztliche Zulassung – die Spendentauglichkeit wird
von den Ärztinnen und Ärzten der Transfusionsmedizin beurteilt und
bescheinigt.
Spendenwillige wenden sich gern an die Transfusionsmedizin des
Universitätsklinikums Dresden unter 0351 458-2581 und vereinbaren einen
Termin.
