10 Jahre Studium von Hebammen an der EHB
Hochschule verabschiedet ihre Absolvent:innen aller
hebammenwissenschaftlichen Programme und feiert eine Dekade Qualifizierung
akademischer Hebammen. Grußworte aus Berufspolitik und gesundheitlichem
Bildungsbereich. Fachvorträge zur Entwicklung der Hebammenwissenschaft und
historischer Abriss zum Hebammenberuf.
Mit einem gemeinsamen Festakt verabschiedete die Evangelische Hochschule
Berlin am 28. September 2023 feierlich 67 Absolvent:innen aus allen
hebammenwissenschaftlichen Qualifizierungsprogrammen im Großen Paulussaal
der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Zehlendorf. Bereits zum zweiten
Mal wurden in einer gemeinsamen Veranstaltung den Absolvent:innen des
Bachelorstudiengangs Hebammenkunde, des Anpassungslehrgangs für Hebammen
aus Drittstaaten (AlHeb) und des Zertifikatkurses für Praxisanleiter:innen
im Studium von Hebammen (PAL) die Zeugnisse überreicht.
Neben der Zeugnisübergabe feierte die Hochschule auch das zehnjährige
Jubiläum des primärqualifizierenden Bachelorstudiengangs
Hebammenkunde/-wissenschaft. Aus diesem Anlass waren bundesweit Gäste aus
der Berufspolitik, dem gesundheitlichen Bildungsbereich sowie klinische
und außerklinische Praxispartner:innen und Ehemalige der EHB an die
Hochschule gekommen. In seiner Begrüßungsrede betonte Prof. Dr. Sebastian
Schröer-Werner, Rektor der EHB, die Entwicklung und Bedeutung der
Hebammenwissenschaft für die Hochschule. „Wenn ich sage, dass sich die EHB
als Vorreiterin in der Professionalisierung und auch der Akademisierung
von Gesundheits- und Sozialberufen sieht, so trifft das für das Studium
der Hebammenwissenschaft bzw. Hebammenkunde in besonderem Maße zu“, sagte
Schröer-Werner. „Gegenwärtig ist der gesamte Komplex „Midwifery“ eines der
erfolgreichsten und am meisten nachgefragten Angebote dieser Hochschule.“
Die EHB hatte vor zehn Jahren als eine der ersten Hochschulen in
Deutschland gemeinsam mit ihren Praxispartner:innen eine Klausel im
Hebammengesetz genutzt und den Modellstudiengang Hebammenkunde aufgebaut.
Er startet im Wintersemester 2013/14 als einer der ersten
ausbildungsintegrierenden Hebammenstudiengänge deutschlandweit. Zum
Wintersemester 2021/2022 war dann der Startschuss für den ersten Jahrgang
mit Studierenden im dualen Studiengang Hebammenwissenschaft B.Sc. an der
EHB. Dieses neue 7-semestrige Studienangebot löst den seit 2013 an der
Evangelischen Hochschule Berlin etablierten Modellstudiengang
Hebammenkunde B.Sc. ab. Inzwischen tragen 158 Bachelor-Abschlüsse und 221
staatliche Examen hochqualifizierter Hebammen zusammen mit 85 an der EHB
ausgebildeten praxisanleitenden Expert:innen maßgeblich zur Sicherung und
Weiterentwicklung des Gesundheitsstandorts Berlin bei.
In ihrem Festvortrag würdigte die Studiengangsleitung Professorin Dr.
Melita Grieshop die Entwicklungen in der Hebammenwissenschaft und verwies
auf die Bedeutung der Verbindung zwischen Hebammenarbeit und
hebammenwissenschaftlicher Forschung. In ihrer empathischen Rede
gratulierte sie allen Absolvent:innen herzlich und wandte sich auch direkt
an die Studierenden der Zunft: „Ich wünsche mir, dass es in der
Entwicklung der Geburtshilfe weitergeht“, sagte Grieshop. „Es ist unser
aller Auftrag, wenn wir Verantwortung übernehmen, dass die Qualität der
Arbeit besser wird und wir die Versorgungsherausforderungen in der Praxis
identifizieren – die Hebammenwissenschaft ist praxisorientiert!“ So sei es
unter anderem Aufgabe der Hebammenwissenschaft, vielversprechende
Interventionen aus der Hebammenarbeit auf ihre Wirksamkeit zu prüfen und
bei Erfolg, sie in Implementationsstudien zu evaluieren, damit sie danach
flächendeckend in der Praxis implementiert werden können.
In ihrem Grußwort betonte Katharina Stieler, Leiterin des Fachbereiches
Hebammenkunde von der Schule für Gesundheitsberufe, die langjährige gute
und intensive Zusammenarbeit mit dem Studiengang, die seit der Gründung
2013 besteht. Prof. Dr. Michael Abou-Dakn, Leiter der Geburtsklinik im St.
Joseph Krankenhaus und ehemaliger Professor des Studiengangs, schickte
einen Videogruß zum Jubiläum und erinnerte an die Herausforderungen bei
der Gründung, die Anfangsjahre des Modellstudiengangs und die erfolgreiche
Implementierung durch Professorin Dr. Grieshop und ihre Teams in den
Folgejahren.
Aus der Berufspolitik übernahm Professorin Dr. Lea Beckmann, Beirätin für
den Bildungsbereich vom Deutschen Hebammenverband, die Laudatio. Sie
wünschte den Absolventinnen, dass sie die Kraft haben, kritisch zu
hinterfragen und dass sie dem Beruf der Hebamme treu bleiben. Weiterhin
rief sie dazu auf, sich politisch zu engagieren. Die Brücke zur Praxis
schlug dann Dr.in Christine Bruhn vom Netzwerk der Geburtshäuser. Sie hob
den engen Kontakt und regelmäßigen Austausch mit dem Studiengang hervor
und die Offenheit in der Zusammenarbeit. Den ersten Teil des Programms
schloss Professorin Dr. Mandy Mangler, Berliner Frauenpreisträgerin 2022
und Leiterin der Geburtsklinik im Auguste Viktoria Klinikum Berlin, mit
einem Vortrag zur Historie der Hebammenwissenschaften und über die
Evangelische Hochschule Berlin als Wiege der regionalen Akademisierung des
Studienganges.
Bei der dann folgenden Zeugnisübergabe erhielten 31 Absolvent:innen des
primärqualifizierenden Studiengangs Hebammenkunde ihre Urkunden zum
Bachelor of Science. Neun Absolvent:innen des vierten Anpassungslehrgangs
für Hebammen aus Drittstaaten und 27 Teilnehmerinnen des
Weiterbildungskurses für Praxisanleiter:innen im Studium von Hebammen
bekamen die Zertifikate für den erfolgreichen Abschluss ihrer
Qualifizierungen. Zu den Klängen des Duos Muguet & Colibri versammelten
sich die Gäste dann zu einem anschließenden Sektempfang.
