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KI-Challenge: Workshops sollen KI-Methoden nachhaltig in Firmen und Behörden verankern

Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut (2. v. r.) übergibt einen symbolischen Scheck über die Fördersumme an KI-Challenge-Projektleiter Dr. Thomas Usländer (4. v. l.).  © Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus
Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut (2. v. r.) übergibt einen symbolischen Scheck über die Fördersumme an KI-Challenge-Projektleiter Dr. Thomas Usländer (4. v. l.). © Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus
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Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut (2. v. r.) übergibt einen symbolischen Scheck über die Fördersumme an KI-Challenge-Projektleiter Dr. Thomas Usländer (4. v. l.).  © Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus
Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut (2. v. r.) übergibt einen symbolischen Scheck über die Fördersumme an KI-Challenge-Projektleiter Dr. Thomas Usländer (4. v. l.). © Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus

Nachdem die Partner aus sechs Regionen in Baden-Württemberg ihre operative
Arbeit als Genossenschaft »KI-Allianz Baden-Württemberg« aufgenommen
haben, werden nun die fachlichen Teilvorhaben nach und nach umgesetzt.
Nach dem Start der regionenübergreifenden »Datenplattform« am 20. Juli
folgt nun die »KI-Challenge«.

Dieses Teilprojekt widmet sich der Herausforderung, KI-Methoden
systematisch und nachhaltig in die Software-Entwicklung von Wirtschaft und
Behörden einzubringen und eine lebendige KI-Szene in den Regionen
aufzubauen. Ein Förderbescheid in Höhe von rund einer halben Million Euro
wurde am Donnerstag in Stuttgart von Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut,
Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, an das Fraunhofer IOSB
übergeben.

»Künstliche Intelligenz bietet ein enormes Wertschöpfungspotenzial für den
Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg«, sagt Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut,
Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus in Baden-Württemberg.
»Prognosen deuten darauf hin, dass es 2035 keinen Arbeitsplatz mehr ohne
Bezug zu KI geben wird. Daher wollen wir frühzeitig die Entwicklung von
KI-Lösungen und die Erprobung von Anwendungsfällen, insbesondere in
kleinen und mittleren Unternehmen, unterstützen. Das Vorhaben KI-Challenge
setzt mit passgenauen Angeboten genau hier an und stützt die bereits
vorhandene Innovationskraft der Unternehmen im ganzen Land.«

Drei erfolgskritische Faktoren für den KI-Einsatz

Das Projekt KI-Challenge leiten wird Dr. Thomas Usländer, Abteilungsleiter
am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB
in Karlsruhe. Er nennt drei erfolgskritische Faktoren für den KI-Einsatz:
»KI-Projekte in Wirtschaft und Behörden brauchen erstens ein klar
definiertes Geschäftsziel, das mit dem Einsatz von KI-Methoden verfolgt
wird. Zweitens benötigen sie ein Vorgehensmodell und eine Methodik, die
KI-Komponenten systematisch als Bausteine in entsprechende IT-Projekte
integriert. Und drittens müssen die für die KI-Methoden notwendigen Daten
bereitgestellt werden.«

Während das Teilvorhaben Datenplattform den dritten Punkt adressiert,
nimmt die KI-Challenge die organisatorischen und methodischen
Herausforderungen der ersten beiden Punkte in Angriff. Dazu sollen im
Rahmen des Projekts regionale Workshops mit Unternehmens- und
Behördenvertretern geplant und durchgeführt werden – mit Fokus auf dem KI-
Einsatz in Bereichen wie der industriellen Produktion, in Umwelt- und
Mobilitätssystemen, im Gesundheitswesen oder in Smart-City-Anwendungen.

Nachhaltige, lebhafte KI-Szene in den Regionen fördern

Ingo Hoffmann, Geschäftsführer der KI-Allianz, freut sich über dieses
Angebot, das genau die Intention der KI-Allianz verkörpere: »Probleme
analysieren, dazu passende KI-Methoden verstehen und auswählen und
bedarfsgerecht in die Praxis umsetzen, so dass auch nach der Förderphase
der Workshops eine nachhaltige, lebhafte KI-Szene in den Regionen erhalten
bleibt – genau das wünschen wir uns. Wir als KI-Allianz werden das KI-
Challenge-Projekt aktiv unterstützen.«

Workshops auf Basis des KI-Engineering-Vorgehensmodells PAISE®

Um die erwähnten methodischen und organisatorischen Herausforderungen im
KI-Einsatz zu meistern, setzen die Beteiligten der KI-Challenge auf die
Herangehensweise des KI-Engineering. Die Grundzüge dieser Disziplin wurden
im ebenfalls vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus
geförderten Kompetenzzentrum für KI-Engineering Karlsruhe CC-KING gelegt.
Insbesondere wurde hier das Vorgehensmodell PAISE® (Process Model for AI
Systems Engineering) entwickelt. Darauf kann nun aufgebaut werden. Die KI-
Challenge geht vor Ort in die sechs Regionen der KI-Allianz Baden-
Württemberg und bietet jeweils dedizierte zwei- bis dreitägige KI-
Engineering-Workshops an.

Die Workshops richten sich an leitende Mitarbeitende oder Fachexpert*innen
aus Wirtschaft, Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen in den
jeweiligen Regionen und darüber hinaus. Die Themen der Workshops
orientieren sich an deren Branchen, Interessen und Bedarfen. Die Workshops
werden über einen Vorlauf von zwei bis drei Monaten gemeinsam mit den
Teilnehmenden intensiv vorbereitet und sollen ab Anfang 2024 starten. Sie
bieten einen attraktiven Mix aus einführenden Vorträgen, moderierter
Analyse von Bedarfen und Anforderungen, Vorstellung von Best-Practice-
Beispielen, zukunftsweisenden Konzepten und Innovationen sowie
moderierter, strategischer Diskussion zu möglichen Lösungen für die
konkreten Anforderungen.

Interessierte Firmen und Behörden aus ganz Baden-Württemberg sind
aufgerufen, sich mit ihren Herausforderungen und Use Cases aktiv in die
inhaltliche Vorbereitung der Workshops einzubringen und sich im ersten
Schritt über das Kontaktformular unter https://www.ki-engineering.eu/ki-
challenge zu melden. Erste Interessensbekundungen aus dem Bereich der
ressourceneffizienten Produktion liegen bereits vor. Auf Basis der
Rückmeldungen wird das Fraunhofer IOSB die Workshops federführend
vorbereiten, moderieren und nachbereiten. Den Teilnehmenden entstehen
hieraus keine Kosten.



Über die KI-Allianz
Die Genossenschaft KI-Allianz Baden-Württemberg verfolgt den Ansatz
»Mehrere Standorte – ein Konzept«. So sollen regional verteilt starke
branchenfokussierte Knotenpunkte entstehen, in denen KI-Aktivitäten aus
Wirtschaft und Wissenschaft verknüpft werden. Für die Unternehmen des
Landes, insbesondere aus dem Mittelstand, sind so die gesamte KI-
Innovationskette sowie die Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung
bis zur industriellen Anwendung bzw. dem Produkt leicht greifbar und lokal
erlebbar. Ziel ist es, ein standortübergreifendes Leistungsportfolio
entlang der gesamten KI-Innovationskette von der Qualifizierung über den
Wissens- und Technologietransfer in die Anwendung bis hin zur
Kommerzialisierung aufzubauen. Die KI-Allianz Baden-Württemberg steht auch
weiteren interessierten Partnern aus Kommunen und Regionen, Wirtschaft und
Wissenschaft offen.

Mehr Details zu Arbeit und Vorhaben der KI-Allianz Baden-Württemberg
finden sich unter:
https://wrs.region-stuttgart.de/ki-allianz-bw und https://www.ki-
allianzbw.de/