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ZO.RRO 2: TU Ilmenau will Glasproduktion klimafreundlich machen

Das ZO.RRO-2-Projekt der TU Ilmenau will die Glasproduktion klimafreundlicher machen  picture alliance/ZB
Das ZO.RRO-2-Projekt der TU Ilmenau will die Glasproduktion klimafreundlicher machen picture alliance/ZB
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Das ZO.RRO-2-Projekt der TU Ilmenau will die Glasproduktion klimafreundlicher machen  picture alliance/ZB
Das ZO.RRO-2-Projekt der TU Ilmenau will die Glasproduktion klimafreundlicher machen picture alliance/ZB

In einem großangelegten Forschungsprojekt unter der Leitung der
Technischen Universität Ilmenau soll die Glasproduktion in Thüringen
klimafreundlicher gemacht werden. Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen,
Energieverbänden und Industrieunternehmen arbeiten Wissenschaftler der
Universität daran, die Glasherstellung von klimaschädlichem Gas auf
regenerative Energiequellen umzustellen und so nachhaltiger und
wirtschaftlicher zu machen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt ZO.RRO 2
wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit knapp 2,9
Millionen Euro gefördert, von denen die TU Ilmenau gut 1,3 Millionen Euro
erhält.

Angesichts der Klimakrise ist die Dekarbonisierung der Wirtschaft,
insbesondere der Energiewirtschaft, das Gebot der Stunde.
Produktionsverfahren, die die Atmosphäre mit dem klimaschädlichen
Kohlendioxid belasten, müssen hin zu klimafreundlichen Methoden umgestellt
werden. Damit weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, sollen
schädliche Energiequellen wie Gas, Öl oder Kohle durch kohlenstoffarme
erneuerbare Energieträger wie Wind- und Solarkraft ersetzt werden.

Derzeit setzt die Glasindustrie in Deutschland zum Schmelzen von Glas zu
90 Prozent Gas und nur zu 10 Prozent Strom ein. In Thüringen, wo die
Glasindustrie ein bedeutender Wirtschaftszweig ist, wird von 41 Glaswannen
derzeit nur eine mit Strom geheizt. Um ihre Produktion zu dekarbonisieren
und wirtschaftlicher zu arbeiten, ist die Thüringische Wiegand-
Glashüttenwerke GmbH, einer der größten Hersteller von Behälterglas
Deutschlands, dabei, ihre Produktion auf voll-elektrische Schmelzwannen
umzustellen, die mit regenerativen Energiequellen wie Wind und Sonne
geheizt werden.

Das Forschungsprojekt ZO.RRO 2 („Zero Carbon Cross Energy System for Glass
Industry“) bereitet den Wiegand-Glashüttenwerken den Weg zur Umstellung
und macht ihre Elektroenergieversorgung nachhaltig und wirtschaftlich.
Doch vollelektrische-Schmelzwannen für Produktionsmengen von über 150
Tonnen pro Tag zu betreiben, ist nicht einfach: Werden die Wannen nicht
durchgängig gleichmäßig und ausfallsicher beheizt, wird nicht nur die
enthaltene Glasschmelze zerstört, auch sie selbst könnten unbrauchbar
werden. Da Sonnen- und Windenergie nicht stetig verfügbar ist, ist ihr
Betrieb daher nicht unproblematisch. Weil zudem die Betriebe nicht den
gesamten Strom, der für die Glasherstellung benötigt wird, auf ihrem
Werksgelände selbst erzeugen können, müssen für eine effektive
Dekarbonisierung auch die Rahmenbedingungen stimmen: An den
Produktionsstandorten muss die Energieversorgung zuverlässig und die
erneuerbare Energie stetig und in ausreichender Menge verfügbar sein, und
dies bei wettbewerbsfähigen Energiepreisen. Auch hierfür wird das
ZO.RRO-2-Projekt Lösungen erarbeiten.

Doch nicht nur die Glasherstellung selbst, für die die Hüttenwerke die
meiste Energie benötigen, könnte klimafreundlicher und wirtschaftlicher
betrieben werden: Auch vorverarbeitende Schritte bei der Glasverarbeitung
wie Mischen, Zerkleinern und Vermengen des Glases und die
Nachverarbeitung, Formgebung, Kühlung und Verpackung, könnten mit Strom
aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden – ebenfalls ein Ziel von
ZO.RRO 2..

ZO.RRO 2 will nicht nur die Glasproduktion klimafreundlicher machen, das
Projekt hat die Industrie insgesamt im Blick. Am Beispiel der
Glasindustrie in Thüringen möchten die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler herausfinden, ob die gewonnenen Erkenntnisse auf andere
energieintensive Industriebranchen übertragbar sind, ob also generell
industrielle Produktionsprozesse über eine effizientere Energieversorgung
dekarbonisiert werden können. Neben dem Umweltschutz betrachten die
Forscher auch wirtschaftliche Aspekte der Industrie: Sie wollen
herausfinden, ob eine Umstellung des deutschen Stromnetzes von
Wechselstrom auf Gleichstrom die energetische Effizienz der Versorgung
energieintensiver Industrie erhöhen und somit die Produktion
wirtschaftlicher machen würde.

Partner des Forschungsprojekts „Zero Carbon Cross Energy System for Glass
Industry (ZO.RRO 2)“
Geförderte Partner:
       Technische Universität Ilmenau (Konsortialführer)
       Fraunhofer IOSB-AST – Institutsteil Angewandte Systemtechnik
       IfE GmbH – Ingenieurbüro für Energiewirtschaft
       KoCoS Messtechnik AG
       TEAG Thüringer Energie AG
       TEN Thüringer Energienetze GmbH und Co KG
       TMZ Thüringer Mess- und Zählerwesen Service GmbH
       Wiegand-Glashüttenwerke GmbH
Assoziierte Partner:
       HEINZ GLAS GmbH & Co. KGaA
       50Hertz Transmission GmbH
       HM Heizkörper GmbH Heating Technology