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Forschungen über politischen Islamismus und Nationalismus

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agung am 29./30.11.2023 in Münster – Kooperation des Exzellenzclusters
„Religion und Politik“ der Uni Münster und der Forschungsstelle „Islam und
Politik“ mit dem Bundesinnenministerium – Mit Podium über Antisemitismus,
Nationalismus und Islamismus – Khorchide: „Forschung hat Verschmelzung von
Islamismus & Nationalismus lange übersehen“

Forschungsergebnisse über politischen Islamismus und autoritären
Nationalismus präsentiert kommende Woche eine internationale Tagung am
Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster. „Seit den
1990er Jahren hat sich der Blick der Wissenschaft auf den Islamismus durch
Al-Qaida und die Ereignisse des 11. September 2001 zur Sicherheitspolitik
verschoben“, sagt der islamische Theologe Prof. Dr. Mouhanad Khorchide.
„Der nicht-gewalttätige politische Islamismus und seine Verschmelzung mit
dem Nationalismus wurden dabei übersehen. Neuere Forschungen schließen
diese Lücke.“

Veranstalter der Tagung „Politischer Islamismus und autoritärer
Nationalismus“ am 29./30.11.2023 in Münster sind der Exzellenzcluster und
die Forschungsstelle „Islam und Politik“ am Zentrum für Islamische
Theologie (ZIT) der Universität Münster in Kooperation mit dem
Bundesinnenministerium. ZIT-Leiter Khorchide hat die Veranstaltung mit der
Religionspsychologin PD Dr. Sarah Demmrich vom Exzellenzcluster und der
Islamwissenschaftlerin PD Dr. Evelyn Bokler-Völkel sowie dem islamischen
Theologen Abdulkerim Şenel vom ZIT vorbereitet. Eine öffentliche
Diskussion am 29.11.23 befasst sich auch mit dem Verhältnis von
Antisemitismus, Nationalismus und Islamismus.

In den Vorträgen geht es mit Blick auf Deutschland etwa um
Präventionsarbeit gegen auslandsbezogenen Extremismus, um Antisemitismus
unter Muslimen und Musliminnen, um türkischen Rechtsextremismus, um die
Muslimbruderschaft sowie rechtspopulistisches und islamistisches
Gedankengut als Herausforderung für eine demokratische muslimische
Zivilgesellschaft. Das Verhältnis von Islamismus und Nationalismus wird
systematisch aus politikwissenschaftlicher und ideengeschichtlicher Sicht
beleuchtet. Auf dem Programm stehen auch Beiträge zur Lage in Ländern wie
der Türkei, Marokko und Jemen.

„Die Befunde, die wir auf der Tagung diskutieren, konzentrieren sich auf
den legalistischen Islamismus und subtile Methoden, mit denen er
rechtsstaatliche Demokratien herausfordert“, führt Mouhanad Khorchide aus.
„Wir nehmen auch den Einfluss ausländischer Regierungen und die
Verflechtungen von Islamismus und Nationalismus in den Blick. Sie werden
oft als separate Phänomene betrachtet, weisen jedoch zunehmend
Überschneidungen auf.“ (exc/vvm/tec)