Zum Hauptinhalt springen

CineScience: Serielle Realitäten im Film und im Fernsehen

Pin It

Ein Abend in der CineScience „Darf’s ein bisschen mehr sein?“

Dienstag, 05. Dezember 2023, 20.00 Uhr
Filmstudio Glückauf, Rüttenscheider Str. 2, 45128 Essen

Serie kann industrielle Warenproduktion, Wiederholung und Redundanz
bedeuten, womit häufig abwertend die Fernsehserie verbunden wurde. Serie
bedeutet aber auch Realismus, wenn etwa Balzac in den Romanen der comédie
humaine Netzwerke sozialer Interaktionen von Dingen und Menschen
nachzeichnet oder dokumentarische Werke wie An American Family von 1973 in
seriellen Langzeitstudien Orte, Menschen und Lebensformen sehr genau
erkunden.

Dieser Abend setzt sich in einem Alternieren zwischen filmischen und
televisuellen Werken damit auseinander, ob die aktuelle Hegemonie des
Seriellen neue Perspektiven auf eine prekärer werdende Wirklichkeit
eröffnet oder damit eher die Überschreibung der Wirklichkeit mit
mechanischen Mitteln der Welterzeugung verbunden ist. Dabei werden so
unterschiedliche Felder wie Soap Operas und Filme des Marvel Cinematic
Universe, Doku-Serien und True Crime Formate des Reality TVs, der
Ultrarealismus der Filmzyklen von Rohmer und Linklater sowie
melodramatische Quality TV-Serien wie Emergency Room oder The Sopranos in
den Blick genommen.

REFERENT
Herbert Schwaab, Universität Regensburg

ORGANISATION
Armin Flender & Danilo Scholz, KWI

TICKETS
Karten können Sie beizeiten hier online buchen, telefonisch unter 0201 43
93 66 33 reservieren oder an der Abendkasse erwerben. Eintritt: 5,- € |
erm. 3,- €

VERANSTALTER
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) in
Kooperation mit dem Filmstudio Glückauf.

Über die Reihe „Darf’s ein bisschen mehr sein?“:
Im Wintersemester 2023/24 nähert sich CineScience aus ganz
unterschiedlichen Blickrichtungen dem KWI-Jahresthema „Mehr oder Weniger“.
Eine Herangehensweise ergibt sich dabei schon aus der schieren Quantität.
Wenn es ein Phänomen gibt, das seit zwanzig Jahren die Kino- und
Serienlandschaft dominiert, dann sind es die wuchernden Franchises, Spin-
offs, Sequels und Prequels, die Zuschauer binden sollen. Ein Mehr oder
Weniger wird auch thematisch verhandelt, wenn Filme sich mit der Schere
zwischen Reichtum und Armut, Ausbeutungsstrukturen oder neuen und alten
Formen von Prekarität auseinandersetzen. So schlägt sich das aus der
Literatur bekannte Genre der Autosoziobiographie zunehmend auch auf der
Leinwand nieder. Schließlich werden uns formale und formsprengende
Probleme umtreiben: Für wieviel Wirklichkeit war eigentlich im
sozialistischen Realismus der DDR-Filmkunst Platz? Dieser und anderen
Fragen geht CineScience im Herbst und Winter 23/24 unter dem Titel „Darf’s
ein bisschen mehr sein?“ auf den Grund.